Sodbrennen im Alter

Bei älteren Menschen tritt Sodbrennen häufiger auf, u. a., weil sich bestimmte Organ- und Körperfunktionen verändern. Aber auch chronische Erkrankungen, Medikamente oder Veränderungen im Lebensstil können hinter den Beschwerden stecken.

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Warum entsteht im Alter eher Sodbrennen?

Mit steigendem Lebensalter bauen wir an Muskulatur ab – das betrifft auch den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre. Wird dieser schwächer, kann es leichter zum Reflux von Magensäure in die Speiseröhre kommen. Darüber hinaus ist bei Älteren häufig auch das Zwerchfell geschwächt. In manchen Fällen kommt es sogar zum Zwerchfellbruch (Hiatushernie). Dabei verschieben sich Teile des Magens aus dem Bauch- in den Brustraum, was sich auch durch Sodbrennen äußern kann.

Eine weitere Ursache für Sodbrennen ist eine verringerte Speichelproduktion, von der viele ältere Menschen betroffen sind. Denn Speichel hilft gegen Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, da sie wieder heruntergespült und verdünnt wird. Auch eine zu geringe Trinkmenge oder bestimmte Medikamente können einen Speichelmangel verursachen. Wichtig zu wissen: Da mit dem Alter die Schmerzempfindlichkeit sinkt, werden die Symptome von Sodbrennen mitunter weniger intensiv wahrgenommen. Doch wenn Sodbrennen lange Zeit unbehandelt bleibt, kann dies zu einer Entzündung der Magenschleimhaut (akute Gastritis) oder zu einer Speiseröhrenentzündung (Refluxösophagitis) führen.

Ältere Menschen sollten daher besonders auf das Auftreten typischer Symptome von Sodbrennen achten und im Zweifelsfall ihren Arzt aufsuchen.

Vermehrtes Liegen und Einnahme von Medikamenten

Die höhere Tendenz zu Sodbrennen im Alter durch die altersbedingte Abnahme der Muskulatur des Schließmuskels wird außerdem dadurch noch verstärkt, dass viele Senioren sich öfters auch tagsüber im Liegen ausruhen. Im Liegen befinden sich Magen und Speiseröhre auf einer Ebene, wodurch Magensäure leichter in die Speiseröhre gelangen kann. Deshalb tritt der Reflux von Magensäure dann besonders häufig auf –nachts ebenso wie beim Mittagsschaf.

Hilfreich kann es sein, nach einer Mahlzeit mit dem Hinlegen etwas zu warten und dann den Oberkörper auf dem Rücken liegend etwas höher zu betten. Wer auf dem Rücken nicht liegen kann oder mag, sollte sich auf die linke Körperseite drehen. In dieser Position liegt die Speiseröhre höher als der Magen, so dass die Magensäure weniger leicht in die Speiseröhre gelangen kann. Idealerweise sollten Ältere nicht länger liegen als nötig und so lange wie möglich ihren Alltag mobil gestalten. Bei Bettlägerigkeit weiß der behandelnde Arzt, was gegen Sodbrennen zu tun ist.

Auch wer ein Medikament verdächtigt, Symptome von Sodbrennen auszulösen, sollte mit dem Arzt darüber sprechen. Oft kann dieser eine magenfreundliche Alternative verordnen. Gerade ältere Menschen müssen häufig Medikamente einnehmen, die Sodbrennen begünstigen können, wie:

  • Herz-Kreislauf-Medikamente (z. B. Kalziumantagonisten und Nitropräparate)
  • Rheuma- und Schmerzmittel (z. B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac)
  • Arzneimittel gegen Inkontinenz (Anticholinergika)
  • Psychopharmaka
  • Medikamente mit Pfefferminzöl

Ernährung bei Sodbrennen

Mit dem Alter verändert sich auch das, was dem Magen sauer aufstößt. Häufig helfen jedoch schon einfache Anpassungen der Ernährung, um den Alltag wieder genießen zu können:

  • Auf stark fetthaltige Nahrungsmittel verzichten
  • Koffeinhaltige Getränke, Alkohol und Zigaretten meiden
  • Ausreichend trinken – idealerweise stilles Wasser
  • Zwei Stunden vor dem Zubettgehen nichts essen
  • Ausreichend bewegen (bringt die Verdauung in Schwung)

Manchmal ist die Umstellung von Ernährung und Lebensstil (z. B. der Liegeposition) als Mittel gegen Sodbrennen nicht ausreichend. Für solche Fälle gibt es in der Apotheke rezeptfrei erhältliche Medikamente, wie Antazida (z. B. RIOPAN mit dem Wirkstoff Magaldrat) oder Protonenpumpenhemmer. Wer allerdings Medikamente gegen andere Beschwerden einnimmt, sollte zunächst mit dem Arzt abklären, welche Mittel gegen Sodbrennen gleichzeitig eingenommen werden dürfen. Denn manche Arzneimittel beeinträchtigen oder verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung.

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