Wissenswertes über unseren Magen: seine Funktionen

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5. August 2018
Lesedauer: ca. 8 Minuten

Der Magen erfüllt vielfach lebensnotwendige Funktionen. Denn er speichert größere Nahrungsmengen und zerkleinert, durchmischt und verdaut sie vor. So können die Nährstoffe aus der Nahrung optimal aufgenommen werden. Gleichzeitig werden in den Magen gelangte Keime abgetötet. Ist die Nahrung gut vorverdaut, regelt der Magen auch die gleichmäßige Abgabe an den Darm. Hier erfahren Sie mehr über die Magenfunktionen und wodurch sie gestört werden können.

Die Aufgaben des Magens im Überblick

Die Aufgaben des Magens sind

  • Nahrung speichern,
  • Nahrung zerkleinern, durchmischen und vorverdauen,
  • die Keimabwehr und
  • die gleichmäßige Abgabe von Nahrungsbrei an den Darm.

Seine Aufgaben bewältigt der Magen dabei in verschiedenen Magenabschnitten. So können der obere und mittlere Magenbereich (Magengewölbe und Magenkörper) beispielsweise bis zu 1,6 Liter Nahrungsbrei aufnehmen und über Stunden hinweg speichern. Dabei dehnt sich der Magen aus, ohne dass wir dies jedoch bemerken.

Im Magenkörper sorgt eine starke Magenmuskulatur für die mechanische Zerkleinerung des Speisebreis. Dabei durchmischt sie ihn gleichzeitig gut mit Magensaft. Die Bestandteile des Magensafts zersetzen und spalten die Nahrung dann in ihre Einzelbestandteile auf. Außerdem tötet die Magensäure die mit der Nahrung aufgenommenen Keime ab.

Die auf diese Weise gut vorverdaute Nahrung wird dann vom Magenkörper weiter zum Magenausgang transportiert und im sogenannten Magenvorhof gesammelt. Ist der Magenvorhof bis zu einem bestimmten Maß gefüllt, drückt der Speisebrei auf den Schließmuskel am Magenausgang. Dieser öffnet sich für einen kurzen Augenblick und der Speisebrei wird nun in den Zwölffingerdarm entleert. Unmittelbar nach der Abgabe des Nahrungsbreis schließt sich der Muskel wieder.

Wichtig für Sie

Der Magen erfüllt mehrere Funktionen. Neben dem Speichern und Vorverdauen von Nahrung gehört auch die Infektionsabwehr dazu.

Der Magen als Nahrungsspeicher

Um komplette Mahlzeiten speichern zu können, muss der Magen flexibel sein. Deshalb besteht die Magenwand aus extrem dehnbarem Bindegewebe. Leer zieht sich der Magen auf die Größe einer Faust zusammen. Doch schon beim Schlucken entspannt sich die Magenwand und passt sich so an die Essensmenge an. Nach einer üppigen Mahlzeit kann sich der Magen dann auch schon mal auf eine Länge von 20-30 cm ausdehnen. Der Vorteil dieses Nahrungsspeichers ist, dass wir unseren Energiebedarf mit nur wenigen Mahlzeiten am Tag decken können.

Mahlen, Durchmischen und Verdauen

Im Magenkörper wird die Nahrung nach und nach zerkleinert. Die Magenwand ist deshalb mit einer kräftigen Muskulatur ausgestattet. Mit wellenartigen Bewegungen dieser Magenmuskulatur wird die Nahrung mechanisch zermahlen, durchmischt und gleichzeitig langsam in Richtung Darm transportiert.

Das Innere der Magenwand ist zudem mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Ihre Drüsenzellen produzieren den für die Verdauung wichtigen Magensaft. Dieser enthält Magensäure, Verdauungsenzyme und Transportmoleküle. Die Magensäure zersetzt dabei den Nahrungsbrei und die Verdauungsenzyme spalten die Nahrungsbestandteile in ihre Nährstoffe auf. Mit Hilfe von Transportmolekülen, wie beispielsweise dem Intrinsic Factor, können Nährstoffe wie das Vitamin B12 im weiteren Verdauungsprozess aus der Nahrung aufgenommen werden.

Wie lange der Prozess der Vorverdauung dauert, hängt von der jeweiligen Mahlzeit ab. Flüssigkeiten gelangen beispielsweise bereits nach 10-20 Minuten in den Darm, da sie am Mageninhalt vorbei direkt zum Darm fließen. Feste Nahrung muss jedoch erst ausreichend zerkleinert werden, bevor sie zum Darm transportiert werden kann. Ausreichend zerkleinert bedeutet hierbei, dass die Bestandteile nicht größer als 2 mm sein dürfen. Tatsächlich sind die meisten Partikel nur noch etwa 0,25 mm groß, wenn sie den Darm erreichen. Dabei ist leichte Kost schnell vorverdaut. Bei fettigen und sehr süßen Speisen dauert der Prozess hingegen mehrere Stunden. Denn um solche Mahlzeiten verdauen zu können, muss der Magen sehr viel Magensaft produzieren.

Wichtig für Sie

Der Magen verarbeitet die aufgenommene Nahrung in mehreren Stufen. Zunächst wird der Speisebrei mechanisch und mit Muskelkraft geradezu zermalmt. Mit dem Magensaft beginnt dann die eigentliche Verdauung. Denn dieser sorgt dafür, dass Nähstoffe aus dem Nahrungsbrei herausgelöst und aufgenommen werden können. Wie lange die Vorverdauung dauert, hängt von der Zusammensetzung der Mahlzeit ab. Flüssigkeiten passieren den Magen zügig und können schon nach 10-20 Minuten in den Darm weiterfließen. Bei festen Mahlzeiten kann es jedoch schon einmal bis zu 6 Stunden dauern, bis sie ausreichend vorverdaut sind.

Und warum verdaut der Magen sich nicht selber?

Obwohl der Magen aggressive Magensäure produziert, verdaut er sich nicht selber. Denn die Magenschleimhaut schützt ihn vor dem sauren Saft. Hierzu produzieren bestimmte Schleimhautdrüsenzellen einen zähflüssigen Schleim. Dieser überzieht die gesamte Innenseite der Magenwand und verhindert so den Kontakt mit der Magensäure. Außerdem enthält der Schleim einen basischen Stoff, das Bikarbonat. Dieses neutralisiert die Magensäure in Schleimhautnähe. Deshalb hat der Magen kein Problem mit seiner Säure, auch wenn permanent geringe Mengen der aggressiven Flüssigkeit gebildet werden.

Um die Schutzschicht des Magens nicht zu überfordern, werden größere Mengen Magensäure allerdings nur bei Bedarf gebildet. Sobald der Magen durch Essen gedehnt wird, gibt das zentrale Nervensystems das Signal zur vermehrten Magensäureproduktion. Sind wir sehr hungrig, genügt auch der Geruch eines leckeren Essens, um dieses Signal auszulösen. Sobald die Mahlzeit dann vorverdaut und in den Zwölffingerdarm abgegeben wurde, produzieren die Zellen wieder weniger Magensaft.

Wichtig für Sie

Der Magen ist mit einer schützenden Schleimhaut ausgekleidet, um sich nicht selber zu zersetzen. Außerdem wird die produzierte Menge des Magensafts dem Bedarf angepasst. Deshalb befindet sich im „leeren“ Magen nur wenig Magensaft. Sobald Nahrung in den Magen gelangt, wird die Produktion erhöht.

Keimfrei verdauen

Mit der Nahrung nehmen wir auch krankmachende Bakterien und andere Keime auf. Doch kaum ein Krankheitserreger kann es mit der aggressiven Magensäure aufnehmen. So werden viele über die Nahrung aufgenommene Keime während der Vorverdauung im Magen von der Magensäure zersetzt und unschädlich gemacht. Auf diese Weise ist der Magen eine Schutzbarriere gegen Infektionen.

Wichtig für Sie

Die allermeisten über die Nahrung aufgenommen Keime werden direkt im Magen abgetötet. Der Magen spielt deshalb eine große Rolle bei der Infektionsabwehr.

Peu à peu: gleichmäßige Abgabe von Nahrungsbrei in den Darm

Vorverdauter Speisebrei sammelt sich im Magenvorhof unmittelbar vor dem Magenausgang. Ist der kleine Vorhof voll, wird der Druck auf den Magenausgang zu groß. Der Schließmuskel, der den Magen dort normalerweise fest verschließt (Magenpförtner), kann den Ausgang nicht länger abdichten. Er öffnet sich und kleine Portionen des vorverdauten Speisebreis werden in den Zwölffingerdarm abgegeben. Danach schließt der Magenpförtner seine Tore wieder. Erst wenn sich erneut eine bestimmte Menge an Speisebrei angesammelt hat, öffnet sich der Schließmuskel wieder. Da immer nur kleine Mengen an Nahrungsbrei in den Darm gelangen, wird der Darm nicht überfordert und gleichzeitig eine regelmäßige Versorgung des Körpers mit Nährstoffen gewährleistet.

Wichtig für Sie

Der Magen gibt vorverdauten Speisebrei regelmäßig in kleinen Portionen in den Darm ab. Auf diese Weise wird unser Darm nicht überfordert und der Körper regelmäßig mit Nährstoffen versorgt.

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Wenn die Magenfunktion gestört ist

Falsche Ernährungsgewohnheiten und bestimmte Lebensumstände können die Magenfunktion stören.

Zu den häufigsten Auslösern zählen insbesondere

  • Genussmittel wie Alkohol, Koffein und Nikotin,
  • sehr üppige Mahlzeiten,
  • Übergewicht und
  • Stress.

Denn dadurch wird die Überproduktion von Magensäure gefördert. Der Mageninhalt kann dann zu sauer werden. Die Schutzschicht des Magens kann die heftigen Säureangriffe leider nicht immer abwehren und der sehr saure Mageninhalt greift die Magenschleimhaut an.

Außerdem funktioniert auch der Speiseröhrenschließmuskel oftmals nicht mehr richtig. In diesem Fall kann der saure Mageninhalt wieder in die Speiseröhre zurückgelangen. Durch diesen sogenannten Reflux kann Sodbrennen entstehen.

Ebenso problematisch ist es, wenn der Schließmuskel am Magenausgang nicht mehr gut funktioniert. Denn wenn zu viel Magensäure in den Zwölffingerdarm gelangt, wird auch er von der Säure angegriffen. Zwar ist der Zwölffingerdarm ebenfalls durch eine Schleimschicht vor der Magensäure geschützt, doch auch sie kann einer dauerhaften Säurebelastung nicht standhalten. Zwölffingerdarmgeschwüre können die Folge sein. Ist der Schließmuskel undicht, kann außerdem Gallensaft aus dem Darm in den Magen fließen und dort zu weiteren Beschwerden führen.

Wichtig für Sie

Eine falsche Ernährung, Genussmittel, Übergewicht oder Stress können die Magenfunktion stören. In der Folge können Sodbrennen und weitere Beschwerden auftreten.

Die Funktionen des Magens sind im Wesentlichen das Speichern von Nahrung, die Zerkleinerung und Vorverdauung von Speisebrei, das Abtöten von Keimen sowie die gleichmäßige Abgabe von Nahrungsbrei an den Darm. Eine dicke Schutzschicht aus Schleim gewährleistet dabei, dass der Magen sich nicht selber verdaut. Manchmal sind die Funktionen des Magen jedoch gestört. Mögliche Auslöser dafür sind neben einigen Genussmitteln auch üppige Mahlzeiten, Übergewicht sowie Stress. Denn oftmals wird dadurch die Magensäureproduktion angeregt oder die Funktion der Schließmuskeln des Magens beeinträchtigt. Sodbrennen kann entstehen.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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