Die Magensäure – ein starker Helfer für den Magen

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5. August 2018
Lesedauer: ca. 6 Minuten

Die Magensäure unterstützt den Magen als starker Helfer bei der Verdauung. Denn erst die Magensäure zerlegt die im Mund durchgekauten Speisen in ihre Einzelteile und bereitet sie optimal auf die weitere Verdauung vor. Kauen also genügt nicht, um unsere Nahrung ausreichend vorzuverdauen. Außerdem spielt die Magensäure bei der Abwehr von Bakterien und anderen Keimen eine wichtige Rolle. Was aber macht die Magensäure so besonders? Und was passiert, wenn zu viel Magensäure gebildet wird?

Die Eigenschaften der Magensäure

Jeder von uns weiß aus eigener Erfahrung, was sauer bedeutet. Doch wie sauer ist die Magensäure wirklich und welche Eigenschaften hat sie noch?

  • Die Magensäure besteht aus Salzsäure.
  • Sie ist eine von mehreren Bestandteilen des Magensafts.
  • Die Magensäure macht den Magensaft so sauer, dass sein pH-Wert zwischen 1,0 und 1,5 liegt.

Der pH-Wert des Magensafts entspricht somit dem einer sehr starken Säure. Zum Vergleich: Die Säure von Zitronensaft hat einen pH-Wert von ungefähr 3. Zu spüren bekommen wir unseren aggressiven Mageninhalt glücklicherweise eher selten, beispielsweise wenn es uns nach dem Essen einmal „sauer“ aufstößt.

Die Funktionen der Magensäure: Verdauung und Keimabwehr

Bei der Verdauung unterstützt die Magensäure den Magen durch das Aufspalten und Zersetzen der Nahrung. Dabei werden für unseren Körper wichtige Substanzen aus der Nahrung freigesetzt, beispielsweise Eisen, Kalzium und Vitamin B12. Der so durch die Magensäure vorbereitete Speisebrei kann nun von den im Magensaft enthaltenen Verdauungsenzymen weiterverdaut werden. Dafür muss die Magensäure die Enzyme aber erst einmal aktivieren. Denn diese werden zunächst in einer nicht funktionstüchtigen Form in das Mageninnere abgegeben. Erst durch den Kontakt mit der Magensäure entstehen daraus aktive Enzyme, welche den Speisebrei weiterverdauen können.

Allerdings ist die Magensäure nicht nur für die Verdauung wichtig. Die aggressive Säure greift auch Bakterien und andere Keime an, die wir mit der Nahrung aufgenommen haben. Bevor diese irgendwelche Schäden anrichten können, tötet die Magensäure sie ab. Zu den wenigen Krankheitserregern, denen die aggressive Magensäure nichts anhaben kann, gehört unter anderem das Bakterium Helicobacter pylori. Es verbleibt im Magen und löst dort nicht selten Beschwerden wie Sodbrennen oder Magenschmerzen aus.

Wichtig für Sie

Die Magensäure ist wichtig für die Verdauung unserer Nahrung, denn sie zersetzt die Nahrung, löst wichtige Substanzen aus der Nahrung heraus undsorgt für eine optimale Weiterverdauung durch die Verdauungsenzyme. Außerdem tötet die Magensäure die meisten Krankheitserreger zuverlässig ab.

Wie wird Magensäure produziert?

Spezielle Drüsenzellen in der Magenschleimhaut, die sogenannten Belegzellen, produzieren die Magensäure. Dabei sondern sie permanent kleine Mengen an Säure ab. Größere Säuremengen produzieren die Zellen jedoch nur dann, wenn die Magensäure wirklich gebraucht wird – beim Essen und Verdauen. Bestimmte Reize lösen in diesem Fall die Säureproduktion aus.

Dazu gehören:

  • Sinneseindrücke wie der Geruch oder Anblick von Essen,
  • die Dehnung des Magens durch Nahrung sowie
  • die Ausschüttung bestimmter Hormone.

Ist die Nahrung im Magen ausreichend vorverdaut, wird sie in den Zwölffingerdarm abgegeben. Die Magensäure hat ihren Dienst getan, und die Belegzellen produzieren jetzt wieder weniger Säure.

Wichtig für Sie

Die Belegzellen der Magenschleimhaut produzieren die Magensäure. Im Ruhezustand sondern sie generell nur wenig Säure ab. Erst wenn Magensäure zur Verdauung benötigt wird, steigern die Zellen ihre Produktion. Verschiedene Reize aktivieren dabei die Abgabe der Magensäure.

Warum verdaut sich der Magen bei der Produktion seiner Säure nicht selbst?

Zum Schutz gegen die eigene Säure ist der Magen von oben bis unten mit einer speziellen Schutzschicht aus Schleim ausgekleidet. Trotzdem würde ihm dauerhaft zu viel Magensäure langfristig schaden. Denn die Schutzschicht kann die Angriffe der Säure nicht ständig abwehren. Deshalb wird die Säureproduktion im Magen auch nur bei Bedarf hochgefahren. Auf diese Weise greift die Magensäure den eigenen Magen nicht an. Und auch wenn es kurzzeitig zu einer größeren Menge Säure im Magen kommt, schadet dies dem Magen normalerweise nicht.

Wichtig für Sie

Damit sich der Magen bei der Produktion seiner Säure nicht selber verdaut, schützt er sich mit einer speziellen Schutzschicht aus Schleim.

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Wenn die Produktion der Magensäure aus dem Gleichgewicht ist

Ist die Produktion der Magensäure nicht mehr im Gleichgewicht, kann dies unangenehme Folgen haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob zu viel oder zu wenig Magensäure produziert wird. In den meisten Fällen kommt es jedoch zu einer Überproduktion von Magensäure.

Ausgelöst werden kann sie unter anderem durch

  • eine falsche Ernährung,
  • Genussmittel wie Alkohol, Koffein oder Nikotin und
  • Stress.

Ist der Magen übersäuert, kommt es bei den Betroffenen häufig zu Beschwerden wie Sodbrennen, Magenschmerzen, Völlegefühl oder saurem Aufstoßen. Hat man die Auslöser für die Probleme erkannt, kann man sie gezielt meiden. Die Magensäureproduktion stellt sich dann meist schnell wieder auf ein normales Niveau ein. Und auch Medikamente gegen Sodbrennen, wie beispielsweise RIOPAN, können Linderung bringen.

In selteneren Fällen kommt es auch zu einer Unterproduktion von Magensäure. Unter diesen Umständen wird die Nahrung nicht richtig verdaut. Oftmals treten dann Verdauungsstörungen auf. Außerdem werden Bakterien und andere Keime im Magen nicht mehr hinreichend abgetötet. Infektionen sind dann häufiger die Folge. Die Ursache für einen Magensäuremangel ist dabei oftmals altersbedingt. Denn mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Produktion von Magensäure ab.

Wichtig für Sie

Die richtige Menge an Magensäure ist entscheidend für eine funktionierende Verdauung und Keimabwehr. Sowohl eine Überproduktion als auch ein Mangel an Magensäure kann deshalb Probleme verursachen.

Die Magensäure besteht aus Salzsäure und ist als Bestandteil des Magensaftes maßgeblich für den sauren pH-Wert verantwortlich. Ihre Hauptaufgabe ist das Zersetzen der Nahrung. Außerdem tötet sie in den Magen gelangte Krankheitserreger ab. Um die Säurebelastung im Magen so gering wie möglich zu halten, produzieren die sogenannten Belegzellen der Magenschleimhaut immer nur so viel Magensäure wie nötig. Zusätzlich sorgt eine Schutzschicht im Magen dafür, dass er nicht selber von der Magensäure verdaut wird. Kommt es allerdings zu einer Störung bei der Magensäureproduktion, kann dies unangenehme Folgen haben. So macht sich ein Zuviel an Magensäure beispielsweise häufig in Form von Sodbrennen oder säurebedingten Magenbeschwerden bemerkbar. Hilfreich können in diesem Fall unter anderem Medikamente gegen Sodbrennen sein.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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