Wieso hilft Magaldrat bei Sodbrennen?

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3. Juni 2019

Magaldrat ist ein Schichtgitterantazidum. Aufgrund seiner säurebindenden Wirkung wird Magaldrat bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden eingesetzt. Mehr über den Wirkstoff in den RIOPAN-Produkten und warum er Ihnen bei der Behandlung Ihrer Beschwerden helfen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Woraus besteht Magaldrat?

Mag-al-drat: Vielleicht erkennen Sie bereits, woraus dieser Wirkstoff besteht. Mag-nesium und Al-uminium-Ionen, Al5Mg10(OH)31(SO4)2, bilden in Magaldrat eine Schichtgitterstruktur. Sie liegen, getrennt durch eine wässrige Schicht übereinander. Die Aufgabe der wässrigen Schicht ist es Säure zu puffern. Dies geschieht indem sie die Protonen der Magensäure aufnimmt und so zu viel Magensäure binden.

Aufgrund des Schichtgitters erfolgt dies sehr schnell. Je mehr Protonen der Magensäure gebunden werden, desto schneller klingen die Beschwerden ab.

Wie wirkt Magaldrat?

Magaldrat neutralisiert die Säure im Magen bis ein pH-Wert von 5 erreicht ist. Der Magen ist dann ausreichend sauer, um seine Funktionen aufrecht zu erhalten. Verdauung und Keimabwehr sind weiterhin gewährleistet. Erst wenn der pH-Wert durch erneute Säureproduktion auf ein saureres Millieu (pH 3) abgesunken ist, wird wieder Wirkstoff freigesetzt. Auf diese Weise sorgt Magaldrat über einen längeren Zeitraum für einen konstanten Säuregehalt im optimalen pH-Bereich von 3-5.

Ein weiterer Vorteil ist, dass neben der Magensäure auch Gallensäuren gebunden werden. Diese im Zwölffinger­darm produzierten Säuren sind für die Fettverdauung im Darm wichtig. Gelangen sie durch einen Reflux in den Magen oder bis in die Speiseröhre, können sie Schleimhaut­reizungen verursachen.

Die Vorteile von Magaldrat sind:

  • bindet die Magensäure,
  • neutralisiert die Gallensäuren,
  • sorgt für einen optimalen pH-Bereich im Magen.

Welche weiteren Eigenschaften hat Magaldrat?

Neben der Säurebindung besitzt Magaldrat weitere positive Eigenschaften. So legt es sich auf die Magenschleimhaut und schützt diese vor aggressiven Stoffen. Außerdem hilft Magaldrat, wenn die Funktion der Magenschleimhaut eingeschränkt ist. Dies kann durch Nebenwirkungen von Schmerzmitteln der Fall sein.

Zudem stimuliert Magaldrat die Schleimproduktion der Magenschleimhaut. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte des Magens gefördert. In der Folge können Reizungen oder Schleimhaut­entzündungen besser heilen.

Wichtig für Sie

Das Schichtgitterantazidum Magaldrat besteht aus Aluminium- und Magnesiumschichten. Es wird bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden eingesetzt und

  • neutralisiert Magensäure sowie Gallensäuren,
  • sorgt für die Aufrechterhaltung eines optimalen pH-Bereichs im Magen,
  • bildet einen Schutz für die Magenschleimhaut und
  • fördert die Selbstheilungskräfte des Magens.

Wogegen hilft Magaldrat?

Magaldrat wird bei Sodbrennen und säure­bedingten Magenbeschwerden angewendet. Auch hilft es bei der symptomatischen Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Wenn Sie RIOPAN mit Magaldrat einnehmen, sollten Sie Folgendes beachten.

Wie oft kann Magaldrat eingenommen werden?

RIOPAN ist für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren geeignet. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 1-2 Kautabletten oder 1 Gelbeutel mehrmals nach Bedarf. Nehmen Sie dabei jedoch nicht mehr als 6.400 mg Magaldrat ein. Dies entspricht einer Tageshöchstdosis von

  • 8 Kautabletten bzw.
  • 4 Beuteln Magen Gel.

Wer auf einen der enthaltenen Inhaltsstoffe allergisch reagiert, darf RIOPAN nicht ein­nehmen. Fragen Sie vor der Einnahme Ihren Arzt, wenn Sie unter

  • Nierenproblemen,
  • einer Form von Demenz oder
  • einem gestörten Knochen-Stoffwechsel leiden.

Sollten Sie eine Phosphat-Diät machen, ist Vorsicht erforderlich. Weitere Informationen dazu finden Sie im Beipackzettel.

Generell gilt: Haben Sie trotz Einnahme länger als 14 Tage Beschwerden, gehen Sie zum Arzt. Denn in diesem Fall muss die Ursache für Ihr Sodbrennen abgeklärt werden. Möglicherweise benötigen Sie ein stärkeres Sodbrennen-Mittel oder eine Reflux-Behandlung. Ein Arztbesuch ist außerdem erforderlich, wenn bestimmte Alarmsymptome bei Ihnen auftreten.

Rezeptfrei in Ihrer Apotheke
Apotheke finden

Wie wird Magaldrat eingenommen?

Die Anwendung von RIOPAN ist denkbar einfach. Die Produkte sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie haben die Wahl zwischen Magentabletten zum Kauen oder Magen Gel-Beutel. Die Kautabletten werden am besten mit einem Schluck Wasser eingenommen. Hingegen benötigen Sie keine zusätzliche Flüssigkeit beim Magen-Gel. Die kleinen Beutel passen in jede Tasche und sind ideal auf Reisen.

Zudem legt sich das Magen Gel direkt schützend auf die Speiseröhrenschleimhaut.

Was sollten Sie bei der Einnahme beachten?

Nehmen Sie Magaldrat nicht zusammen mit Fruchtsäften (z.B. Orange oder Zitrone) ein. Auch sollten Sie von der Einnahme mit Wein oder Brausetabletten absehen. Darüber hinaus kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen.

Wechselwirkungen von Magaldrat mit anderen Medikamenten:

  • Antibiotika,
  • eisenhaltige Mittel,
  • Blutverdünner,
  • Medikamente bei Herzerkrankungen,
  • Medikamenten zur Behandlung von Schizophrenie und Angstgefühlen.

Ist Magaldrat für Schwangere geeignet?

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist leider häufig. Zudem möchten viele schwangere Frauen auf Medikamente verzichten. Doch manchmal lindern weder Hausmittel noch eine Ernährungsumstellung die Beschwerden. Dann helfen nur Arzneimittel aus der Apotheke. Ob ein Schichtgitter-Antazida für Sie geeignet ist, kann der Arzt oder Apotheker sagen.

Dabei sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis abgewogen werden. Grundsätzlich sollten Schwangere Aluminium-haltige Mittel nur kurzfristig anwenden. Zwar ist die Konzentration niedrig und das Risiko einer Belastung für das Baby gering. Aber Aluminiumverbindungen können in die Muttermilch gelangen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Bei jedem Medikament können Nebenwirkungen auftreten. Dies gilt auch bei der Einnahme von Magaldrat-haltigen Arzneimitteln wie RIOPAN. Allerdings treten die Nebenwirkungen nicht bei jedem Menschen auf. Die häufigste Nebenwirkung ist weicher Stuhl.

Seltene Nebenwirkungen von Magaldrat:

  • Durchfall sowie
  • Erweichung der Knochen (nur nach langjähriger Einnahme hoher Dosen).

Außerdem kann die Einnahme von RIOPAN bei Niereninsuffizienz oder langfristiger Einnahme hoher Dosen einen erhöhten Aluminium- und Magnesiumgehalt des Blutes verursachen. Dies kann zur Aluminium-Einlagerung vor allem in das Nerven- und Knochengewebe und zu einem Phosphatmangel führen.

Eigenschaften von Magaldrat auf einen Blick

RIOPAN mit dem Wirkstoff Magaldrat wirkt langanhaltend. Außerdem ist der Wirkstoff nur in einem bestimmten pH-Bereich aktiv. So wird das optimale Milieu im Magen aufrecht­erhalten. Im Gegensatz zu PPIs und H2-Blockern setzt der puffernde Effekt sofort nach der Einnahme ein.

Zu den weiteren besonderen Eigenschaften von Magaldrat gehört die gute Verträglichkeit. Denn der Wirkstoff wirkt nur dort, wo er gebraucht wird. Deshalb ist das Risiko für Nebenwirkungen sehr gering. Magaldrat lindert nicht nur die unangenehmen Symptome von Sodbrennen. Es legt sich auch schützend auf die Magenschleimhaut und fördert die Selbstheilung. Bei Reizungen oder Schleimhautentzündungen wirkt sich dies positiv auf die Abheilung aus.

Die besonderen Eigenschaften von Magaldrat:

  • schnelle und langanhaltende Wirkung,
  • Aktivierung des Wirkstoffs nur bei Bedarf,
  • Aufrechterhaltung des optimalen pH-Bereichs im Magen,
  • geringe Nebenwirkungen,
  • Förderung der Selbstheilungskräfte im Magen und
  • Bildung eines Schutzfilms auf der Magenschleimhaut

Zusammenfassung

Der Wirkstoff Magaldrat ist ein Schichtgitterantazidum bestehend aus Aluminium- und Magnesiumschichten. Es wird hauptsächlich bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden eingesetzt. Denn es neutralisiert effektiv Magensäure und Gallensäuren. Dabei wird der optimale pH-Bereich im Magen aufrechterhalten. Die Magenfunktionen werden nicht beeinträchtigt. Zudem bildet Magaldrat einen Schutzfilm auf der Schleimhaut. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte angeregt. Generell hat Magaldrat eine gute Wirksamkeit und ist gut verträglich.

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AutorMEDAHCON, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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