Sodbrennen-Kandidaten: Risikogruppen für Sodbrennen

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24. August 2018
Lesedauer: ca. 8 Minuten

Warum entwickelt der eine Sodbrennen und der andere nicht? Das liegt daran, dass jeder Mensch einzigartig ist. Ebenso wie die Gründe, warum Sodbrennen entsteht – oder nicht. Trotzdem leiden bestimmte Personengruppen häufig an Sodbrennen. Zum Beispiel Übergewichtige, ältere oder gestresste Menschen sowie Sportler. Das liegt an den körperlichen Gegebenheiten oder dem Verhalten dieser Sodbrennen-Kandidaten. Welche Risikogruppen gibt es?

Sportler: Sodbrennen durch Bewegung

Sportler gehören zu den Sodbrennen-Kandidaten. Dies klingt zunächst unlogisch, denn Sport ist gesund!
Tatsächlich können

  • unvorteilhafte Muskelanspannungen,
  • im Magen befindliche Luft,
  • eine ungünstige Körperhaltung,
  • falsche Essgewohnheiten und
  • eine verlangsamte Verdauung

Sodbrennen beim oder nach dem Sport auslösen. Sie sollten jedoch nicht auf Sport verzichten. Denn Bewegung hält fit. Und es ist nicht jeder Sportler von Beschwerden geplagt. Hier kommt es auf die Sportart und die Bewegungsintensität an. Wer zu Sodbrennen neigt, sollte unter anderem auf den Magen drückende Sportarten wie Sit-ups oder Gewichtheben meiden. Im Gegensatz dazu sind Nordic Walking oder Wandern magenschonende Alternativen. Außerdem können Sie Ihren Magen entlasten, indem Sie Ihre Essgewohnheiten anpassen. Hierbei bewirken kleine Veränderungen eine Linderung der Beschwerden. Essen Sie beispielsweise mindestens 2 Stunden vor dem Sport nichts mehr. So ist der Magen relativ leer und Sodbrennen entsteht erst gar nicht.

Senioren: Das Risiko für Sodbrennen steigt mit dem Alter

Altersbedingter Reflux und Sodbrennen bei Senioren ist keine Seltenheit. Denn im Alter verändert sich der Körper.
Dann

  • wird die Muskulatur schwächer,
  • nimmt die Speichelproduktion ab und
  • gesundheitliche Probleme sowie der Medikamentenverbrauch nehmen zu.
  • Außerdem wird mehr Zeit im Liegen verbracht.

Alle diese Veränderungen begünstigen die Entstehung von Sodbrennen. Beispielsweise kann es durch einen schlaffen Speiseröhrenschließmuskel schnell zum Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre kommen. In einer liegenden Körperposition wird das Problem noch verstärkt. Personen, die sich wenig bewegen oder die bettlägerig sind, leiden häufiger unter Sodbrennen. Zudem ist meistens nicht ausreichend Speichel vorhanden, um aufgestiegene Magensäure herunterzuschlucken. Weiterhin können im Alter notwendige Medikamente zu den Beschwerden beitragen. Denn manche Präparate steigern die Magensäureproduktion oder schwächen die Muskulatur. Die Folge: altersbedingter Reflux und Sodbrennen bei Senioren.

Aufgrund der vielen im Alter gleichzeitig auftretenden Beschwerden wird Sodbrennen oftmals nicht erkannt. Auch die altersbedingt niedrige Schmerzempfindlichkeit erschwert eine gesicherte Diagnose durch den Arzt. Aber Achtung: langfristig unerkanntes Sodbrennen kann gesundheitliche Folgen haben. Deshalb sollten Senioren auf das Auftreten von Alarmsymptomen achten. Dazu zählen Schluckprobleme oder unbeabsichtigter Gewichtsverlust.

Übergewichtige: Adipositas kann zu Sodbrennen führen

Starkes Übergewicht (Adipositas) ist ein Risikofaktor für die Entstehung mehrerer Krankheiten. Und auch Sodbrennen tritt bei Übergewichtigen häufiger auf. Dabei ist vor allem der Rettungsring um den Bauch herum schädlich für Magen und Speiseröhre.
Ob man selber adipös ist, kann man mit Hilfe des Body-Mass-Indexes (BMI) ermitteln. Hierbei wird das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße gebildet. Liegt eine Adipositas vor, so steigt die Wahrscheinlichkeit von Sodbrennen.

Denn

  • der Druck auf Magen und Speiseröhre steigt,
  • der natürliche Druck des Speiseröhrenschließmuskels sinkt,
  • das Risiko eines Zwerchfellbruchs erhöht sich und
  • die Selbstreinigung der Speiseröhre nimmt ab.

Langfristig hilft nur eines: Abnehmen

Wollen Sie Sodbrennen durch Übergewicht nachhaltig loswerden? Dann hilft nur eine Gewichtsnormalisierung. Deshalb führt kein Weg am Abspecken vorbei. Am besten geht dies mit einer Kombination aus

  • regelmäßiger Bewegung mit
  • einer angemessenen Ernährung.

Behalten Sie Ihren täglichen Kalorienbedarf im Auge! Auch die Essgewohnheiten sollten auf den Prüfstand kommen. Denn bestimmte Lebensmittel oder hastiges Essen können ebenfalls Sodbrennen fördern.

Beachten Sie diese Punkte! So werden Sie die überflüssigen Pfunde Kilos auf gesunde Weise langfristig los. Und zusätzlich steigern Sie Wohlbefinden und Gesundheit.

Gestresste: Wenn der Stress auf den Magen schlägt

Stress versetzt unseren Körper in erhöhte Alarmbereitschaft. Er schüttet die Hormone Adrenalin und Kortisol aus. Dadurch werden die Herz- und Skelettmuskeln viel besser mit Sauerstoff versorgt. Dies steigert kurzfristig unsere Leistungsfähigkeit.

Mit ausreichender Erholung ist kurzzeitiger Stress gesundheitlich vollkommen unbedenklich. Andauernder Stress ohne ausreichende Entspannungsphasen schadet oftmals Körper und Seele. In der Folge können ernsthafte Erkrankungen entstehen. Außerdem tritt Sodbrennen bei Gestressten häufiger auf. Das liegt daran, dass die Verdauung unter Stress lahmgelegt wird. Aufgrund einer verringerten Sauerstoffversorgung läuft sie wesentlich langsamer ab als normalerweise. Folglich bleibt die Nahrung viel länger im Magen und die Wahrscheinlichkeit eines Refluxes und Sodbrennen steigt. Die gute Nachricht: Stressbedingtes Sodbrennen kann sich in Luft auflösen, wenn der Stresslevel sinkt. Und zur Stressbewältigung gibt es viele verschiedene Methoden und Verfahren. Probieren Sie daher ruhig mehrere Methoden aus, um die für Sie richtige zu finden.

Problemesser: Sodbrennen als Folge des eigenen Essverhaltens

Sind Sie ein fatalistischer Esser, der wahllos alles isst? Oder ein schneller beziehungsweise permanenter Esser? Dann gelten Sie als Problemesser! Aufgrund ihrer ungünstigen Essgewohnheiten tendieren Problemesser häufiger zu Sodbrennen. Egal ob man

  • alles,
  • viel zu schnell oder
  • zu unpassenden Zeitpunkten isst.

Das Ergebnis bleibt das gleiche: Sodbrennen. Deshalb sollten Sie das eigene Essverhalten unter die Lupe nehmen. Denn möglicherweise kann eine Veränderung die Beschwerden lindern. Sie wissen nicht, welche Lebensmittel Sodbrennen auslösen können? Hier finden Sie eine Übersicht.

Neben dem eigenen Verhalten können auch andere Faktoren Sodbrennen fördern. Manche davon können Sie nicht beeinflussen. Darunter fällt die genetische Veranlagung. Manche Menschen erben die Veranlagung zu einem schlaffen Speiseröhrenschließmuskel. Auch die Körperform kann genetisch bedingt sein. Beides kann das Risiko für Reflux und Sodbrennen erhöhen. Doch keine Sorge. Sie müssen trotz ungünstiger Gene kein Sodbrennen bekommen. Und wenn sich Sodbrennen entwickelt, müssen Sie dies nicht hinnehmen. Denn es gibt viele Möglichkeiten, die Beschwerden zu behandeln.

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Schwangere zählen ebenfalls zu den Sodbrennen-Kandidaten. Dabei treten die Beschwerden zumeist in den beiden letzten Schwangerschaftsdritteln auf. Rund 25% der werdenden Mütter leiden täglich unter Sodbrennen-Symptomen. Im Liegen, beim Bücken oder nach dem Essen verschlimmern sich die Probleme noch. Denn das ständig wachsende Kind drückt auf den Magen. Erhöht sich der Druck durch eine Mahlzeit oder Bewegungen noch mehr, ist der Speiseröhrenschließmuskel schnell überfordert. Er schließt nicht mehr richtig. In der Folge steigt saurer Mageninhalt in die Speiseröhre auf.
Eine weitere Ursache für Sodbrennen in der Schwangerschaft sind die Hormone. Eines davon ist das Progesteron. Es ist wichtig für die Erhaltung einer Schwangerschaft. Außerdem sorgt es für lockere Muskeln und Gewebe im Bauchraum. Dadurch kann sich die Gebärmutter ausdehnen und das Kind hat so genügend Platz. Dabei erschlafft häufig der Speiseröhrenschließmuskel. Er hält dem wachsenden Druck auf den Magen dann immer weniger stand. Es kommt zu Reflux und Sodbrennen.

Was tun bei Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Werdende Mütter sollten versuchen, dem Sodbrennen gut vorzubeugen.
Zum Beispiel durch

  • eine gesunde Ernährung,
  • den Verzicht auf Sodbrennen-fördernde Lebensmittel,
  • eine ausreichend große Trinkmenge und

die Umstellung auf mehrere kleine anstatt wenige große Mahlzeiten.

Zudem kann das Hochlagern des Oberkörpers im Liegen helfen, um das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre zu erschweren.

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Allgemeine Behandlungsmaßnahmen bei Sodbrennen

Generell gilt bei allen Sodbrennen-Kandidaten, dass sie ihr persönliches Risiko für die Entwicklung von Sodbrennen minimieren sollten.

Geeignete Maßnahmen sind

  • die Auswahl einer geeigneten Bewegungsart bei Sportlern,
  • ausreichend Bewegung und eine Liegeposition mit erhöhtem Oberkörper bei Senioren sowie
  • Abnehmen bei Übergewicht. Außerdem helfen
  • Entspannung und Stressbewältigung für gestresste Menschen,
  • ein bewusstes Essverhalten bei Problemessern und
  • ein gesunder Ernährungs- und Lebensstil in der Schwangerschaft .

Zusätzlich gibt es allgemeine Maßnahmen, die jedem helfen können. Denn unabhängig von der Ursache für Sodbrennen können Sie Ihren Magen auf unterschiedliche Weisen entlasten.

Wichtig für Sie

Bei Sodbrennen durch Übergewicht hilft nur Abnehmen und eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Sie benötigen Unterstützung beim Abnehmen? Hausarztpraxen, Krankenkassen und Ernährungsberater sind geeignete Ansprechpartner.

Verhaltensweisen und Hausmittel

Bestimmte Verhaltensweisen sind gut gegen Sodbrennen.
Zum Beispiel

  • der Verzicht auf Sodbrennen-fördernde Lebensmittel,
  • der deutlich reduzierte Genuss von Alkohol, Koffein und Nikotin,
  • ein magenfreundliches Essverhalten sowie
  • Schlafen in Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper

Hilfreich sind insbesondere kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten und der Verzicht auf Essen 3-4 Stunden vor dem Zubettgehen. Und auch eine weite und bequeme Kleidung, die nicht einschnürt, tut dem Magen gut. Zusätzlich hilft der Einsatz von magenschonenden Kräutern und Hausmitteln, um leichten Beschwerden entgegenzuwirken.

Medikamente gegen Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden

Gute Vorsätze sind wichtig. Doch nicht immer gelingt es, sich daran zu halten. Außerdem reichen Verhaltensänderungen teilweise nicht aus, um Sodbrennen vorzubeugen. Und manchmal möchte man auch einfach nur den Moment genießen. Auch ohne sich gleich wieder Gedanken über Sodbrennen machen zu müssen.

Für diese Fälle gibt es rezeptfrei in der Apotheke erhältliche Medikamente gegen Sodbrennen. Bei leichtem Sodbrennen sind Antazida wie RIOPAN gut geeignet. Bei stärkeren Problemen sind möglicherweise Protonenpumpenhemmer wie Pantozol Control besser zur Behandlung geeignet. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, welches Mittel für Sie in Frage kommt.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs