Sodbrennen bei Übergewichtigen

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24. August 2018
Lesedauer: ca. 9 Minuten

Je mehr Gewicht, desto häufiger Sodbrennen? Ja, übergewichtige Personen leiden besonders oft an Sodbrennen. Denn die überschüssigen Kilos können unter anderem die Funktion des Speiseröhrenschließmuskels einschränken. Außerdem steigt mit dem erhöhten Risiko für Sodbrennen auch die Gefahr, Speiseröhrenentzündungen zu entwickeln. Daher sollten Beschwerden nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Aus welchen Gründen führt Übergewicht zu Sodbrennen? Und was kann man dagegen unternehmen?

Mehr schlecht als recht: Übergewicht

Ein hohes Körpergewicht stellt einen Risikofaktor für diverse Krankheiten dar. So leiden stark übergewichtige Menschen beispielsweise öfters an

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Diabetes,
  • Bluthochdruck,
  • Blasenschwäche (Inkontinenz),
  • Gallensteinen und
  • Atemaussetzern (obstruktive Schlafapnoe).

Und auch von Sodbrennen bleiben viele Übergewichtige nicht verschont.

Bin ich übergewichtig?

Es gibt einen einfachen Weg, um das herauszufinden. Dafür muss man lediglich seinen Body-Mass-Index, kurz BMI, berechnen: Hierbei wird das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße bestimmt. Die Formel lautet
Körpergewicht in Kilogramm (kg) geteilt durch die Körpergröße in Metern (m) zum Quadrat.
Ab einem BMI von 30 zählt man dabei als fettleibig (adipös). Liegt der BMI bei 40 oder höher, spricht man von extremer Fettleibigkeit (Adipositas).

Wie Übergewicht Sodbrennen begünstigt

Adipositas kann aus mehreren Gründen zu Sodbrennen führen. Das liegt daran, dass

  • der Druck im Bauchraum ansteigt,
  • die Spannung des Speiseröhrenschließmuskels sinkt,
  • häufiger ein Zwerchfellbruch entsteht und
  • die Selbstreinigungsfunktion der Speiseröhre abnimmt.

Je mehr Kilos sich um den Bauch verteilen, desto höher ist der Druck auf Magen und Speiseröhre. Durch diese unnatürlich hohe Belastung wird zudem der saure Mageninhalt in Richtung Speiseröhre gepresst. Dadurch steigt der Druck auf die Speiseröhre noch weiter an. Der Speiseröhrenschließmuskel (Sphinkter), welcher die Speiseröhre zum Magen hin verschließt, öffnet sich. Denn irgendwann hält er dem Druck nicht mehr stand. Infolgedessen kann saurer Mageninhalt in die Speiseröhre fließen (Reflux) und diese reizen. Sodbrennen entsteht.

Außerdem führt der dauerhaft erhöhte Druck dazu, dass der Schließmuskel „ausleiert“. Die Muskelspannung ist dann gering und der Sphinkter generell schlaffer. Er kann nun nicht mehr richtig schließen. Zudem kommt es wesentlich häufiger zu spontanen Sphinkteröffnungen. Mageninhalt kann demnach leichter in die Speiseröhre aufsteigen und das unangenehme Brennen verursachen.

Mit steigendem Gewicht erhöht sich zudem auch das Risiko eines Zwerchfellbruchs, in der Fachsprache Hiatushernie genannt. Der Speiseröhrenschließmuskel verliert dadurch seine wichtige Stütze und funktioniert nicht mehr gut. Dies begünstigt die Entstehung von Sodbrennen. Außerdem fördert eine Hiatushernie die Entstehung einer schmerzhaften Speiseröhrenentzündung (Refluxösophagitis). Unter anderem deshalb liegt das Risiko für die Entwicklung einer Speiseröhrenentzündung bei Übergewichtigen um 80 % höher als bei Normalgewichtigen.
Auch die Selbstreinigungsfunktion der Speiseröhre kann bei Übergewichtigen nachlassen. Generell befördert die Speiseröhre dabei hochgeflossenen Mageninhalt und Magensäure durch Wellenbewegungen wieder in den Magen zurück. Bei Übergewichtigen funktioniert dies hingegen oftmals nicht mehr in ausreichendem Maße. Folglich verweilt die Magensäure länger in der Speiseröhre. Der brennende Schmerz kann sich dadurch noch weiter verschlimmern.

Wichtig für Sie

Übergewicht kann die Ursache für Sodbrennen sein. Denn durch überschüssige Kilos wird der Druck auf die inneren Organe erhöht und somit deren Funktion verändert beziehungsweise eingeschränkt. Außerdem nimmt das Risiko zu, ernsthafte Beschwerden wie eine Speiseröhrenentzündung zu entwickeln.

Abnehmen: pro & kontra

Wenn ich abnehme, ist mein Sodbrennen weg! Ist das wirklich so? Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Sodbrennen scheint eindeutig. So zeigen beispielsweise die Ergebnisse einer Bostoner Studie an über 10.000 Frauen: Mit steigendem BMI steigt auch die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Sodbrennen. Tatsächlich sind aber auch viele normalgewichtige Personen von den Beschwerden betroffen. Und auch nach einer Gewichtsreduktion leiden manche Menschen weiterhin an Sodbrennen. Es gibt sogar eine Studie, deren Ergebnisse keinen Zusammenhang zwischen BMI und der Häufigkeit von Sodbrennen zeigen (Karolinska-Studie). Demnach soll das Risiko für die Entstehung von Sodbrennen für adipöse und normalgewichtige Personen gleich groß sein. Was stimmt nun? Und lohnt sich Abnehmen überhaupt?
Feststeht, dass Sodbrennen viele Ursachen hat, die sich nicht immer einwandfrei voneinander trennen lassen. So hängen zum Beispiel die typischen Sodbrennen-Auslöser, wie Stress, Übergewicht und der Konsum Sodbrennen-fördernder Lebensmittel, oftmals zusammen. Denn viele Menschen gönnen sich bei Stress beispielsweise Seelentröster, die meist aus süßen oder fettigen, kalorienreichen Snacks bestehen. Diese fördern neben Sodbrennen auch noch die Entstehung von Übergewicht.

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So bekämpfen Sie das Sodbrennen

Trotz allen Widersprüchen: Um Ihr Leben beschwerdefrei genießen zu können, müssen Sie Ihre überflüssigen Pfunde loswerden. Bei stark übergewichtigen Patienten ist deshalb die Gewichtsreduktion in der Sodbrennen-Therapie nach wie vor der wichtigste Baustein. Denn nur durch eine Gewichtsabnahme

  • sinkt der Druck auf den Magen und
  • steigt die Spannung des Speiseröhrenschließmuskels.

Eine Ernährungsumstellung sowie Bewegung und Sport helfen in der Regel gezielt bei der Gewichtsnormalisierung.

Die richtige Ernährung: damit Ihnen das Leben wieder schmeckt

Eine gesunde Ernährung kann gleich doppelt wahre Wunder bewirken. Denn viele Speisen, welche die Entstehung von Übergewicht fördern, wurden gleichzeitig als potentielle Auslöser von Sodbrennen identifiziert. Sie haben festgestellt, dass Sie diese Speisen übermäßig häufig konsumieren? Dann könnte sich der gezielte Verzicht darauf sehr lohnen. Denn z. B. das unbedachte Naschen von Snacks macht sich schnell als „Hüftgold“ bemerkbar und kann gleichzeitig auch zu Sodbrennen führen.

Um den Überblick über die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu behalten, ist dabei das Zählen von Kalorien sinnvoll. Denn hochkalorische Lebensmittel wie beispielsweise Schokolade machen uns nicht satt, füllen unser „Kalorienkonto“ des Tages aber kräftig auf. So liegen wir schnell über dem benötigten Kalorienbedarf und nehmen zu.

Wie nehme ich ab?

Um gezielt abzunehmen, sollte man zunächst einmal seinen persönlichen Kalorienbedarf kennen. Er errechnet sich aus

  • Alter,
  • Geschlecht,
  • Größe,
  • Gewicht und
  • körperlicher Aktivität.

Der Richtwert für die tägliche Energiezufuhr bei einem Mann im Alter von 25-51 Jahren liegt demnach bei 2.300 kcal. Bei einer Frau im gleichen Alter beträgt er nur 1.800 kcal. Zur gesunden Gewichtsreduktion ist es dann ratsam, täglich 500 kcal weniger als vorgesehen zu sich zu nehmen. Damit verlieren Sie an Gewicht und auch das unangenehme Sodbrennen kann verschwinden.

Als kleine Orientierung: Um 1 kg Fett abzutrainieren, müssen Sie 7.700 kcal (Kilokalorien) verbrennen. Dabei ist es jedoch wichtig, eine gesunde und maßvolle Diät auszuwählen. Denn wer beispielsweise sehr schnell sehr viel Gewicht verliert, hat es meistens noch viel schneller wieder auf den Hüften. Und auch wenn einem die Diät nicht schmeckt, ist es kaum möglich, sie langfristig durchzuhalten. Aber genau dies ist die Voraussetzung für eine dauerhafte Gewichtsabnahme. Suchen Sie sich deshalb gezielt leckere und kalorienarme Rezepte heraus. Tipps dafür finden Sie in vielen Kochbüchern oder im Internet.
Doch nicht nur die Lebensmittel an sich, sondern auch unsere Essgewohnheiten können Übergewicht und Sodbrennen fördern, unter anderem

  • hastiges Essen und
  • ungenügendes Kauen.

Also lassen Sie sich ausreichend Zeit für das Essen und kauen Sie gut. Sie unterstützen Ihre Verdauung, indem Sie Ihrem Verdauungstrakt etwas Arbeit abnehmen und den Verdauungsprozess zeitlich strecken.

Bewegung & Sport: runter mit den Kilos, rauf mit dem Wohlbefinden

Es gibt viele gute Gründe, Sport zu treiben. Denn Sport steigert generell das Wohlbefinden und den Gesundheitszustand, da unter anderem

  • das gute Cholesterin (engl. High Density Lipoprotein, HDL) erhöht,
  • das schlechte Cholesterin (engl. Low Density Lipoprotein, LDL) gesenkt,
  • die Knochendichte gesteigert,
  • die Muskeln gestärkt,
  • die Verdauung angeregt und
  • die Lungenfunktion verbessert werden.

Ferner fällt auch das Abspecken leichter und Sodbrennen kann reduziert werden. Definieren Sie den Begriff Sport dabei individuell für sich selbst. Denn die Hauptsache ist, dass Sie sich ausreichend bewegen. So hilft es bereits, kleine Veränderungen in den Alltag einzubauen: Benutzen Sie die Treppe statt des Aufzuges bzw. der Rolltreppe. Oder steigen Sie eine Bushaltestelle früher aus und laufen die restliche Strecke. Wichtig ist nur, dass Sie sich vernünftige Trainingsstandards setzen, um durchzuhalten. Denn nur, wer mit Spaß bei der Sache ist und sich nicht überfordert, bleibt langfristig am Ball.

Und wenn Sie eine Sportart auswählen: Achten Sie auf ein für Sie und Ihren Körper passendes Sportprogramm. Denn damit befreien Sie sich langfristig von Übergewicht und trainieren Ihren Reflux weg. Dabei ist die Auswahl einer magenfreundlichen Sportart wichtig. Denn auf den Magen drückende oder schüttelnde Sportarten, wie Radfahren mit vorgebeugtem Oberkörper oder Langstreckenlauf, können Magenbeschwerden hervorrufen. Für Sodbrennen-Geplagte sind deshalb empfehlenswert:

  • Nordic Walking,
  • Wandern oder
  • Radfahren in aufrechter Sitzhaltung.

Wichtig für Sie

Ist Übergewicht als Ursache für Ihr Sodbrennen identifiziert, führt nur eine Normalisierung des Gewichts dauerhaft zu einer Linderung der Beschwerden. Hierbei sind eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung entscheidend.

Und wenn es doch einmal brennt: schnelle Hilfe bei akuten Beschwerden

Das Ablegen ungünstiger Essgewohnheiten ist schwierig. Und auch eine Gewichtsabnahme erfolgt nicht von heute auf morgen. Hier ist Ausdauer gefragt. Halten Sie durch, es lohnt sich! Tritt jedoch in der Zwischenzeit akut Sodbrennen auf, können Sie dieses mit rezeptfrei erhältlichen Medikamenten gut behandeln. Beispielsweise überzeugen Schichtgitterantazida wie RIOPAN durch einen schnellen Wirkeintritt und gute Verträglichkeit. Denn sie neutralisieren nur die überschüssige Magensäure, sodass die Magenfunktion nicht gestört wird:

Wichtig für Sie

Bei gelegentlich auftretendem akuten Sodbrennen können Sie auf rezeptfrei erhältliche Medikamente zurückgreifen. So helfen beispielsweise Antazida wie RIOPAN schnell und wirkungsvoll.

Mit steigendem Übergewicht nimmt auch das Risiko zu, Sodbrennen zu entwickeln. Das liegt gleich an mehreren Gründen: ein erhöhter Druck auf den Bauchraum, eine erniedrigte Spannung des Speiseröhrenschließmuskels, ein erhöhtes Zwerchfellbruch-Risiko sowie eine verminderte Selbstreinigung der Speiseröhre. Um sich dauerhaft von Sodbrennen zu trennen, ist eine Gewichtsabnahme nötig. Dies kann durch eine Ernährungsumstellung in Kombination mit regelmäßiger Bewegung gelingen. Diese Verhaltensänderungen bringen jedoch erst langfristig Erfolg. Akute Beschwerden können in der Zwischenzeit gut mit rezeptfreien Medikamenten, wie beispielsweise RIOPAN behandelt werden.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs