Antazida: Säurebinder gegen Sodbrennen

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10. März 2019

Antazida sind Medikamente, die aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften Säure neutralisieren können. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und werden gegen Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden eingesetzt. Antazida sind schnell wirksam und gut verträglich.

Was ist ein Antazidum?

Ein Antazidum ist eine chemische Verbindung, die Säure bindet und neutralisiert. Aus diesen Eigenschaften leitet sich die Bezeichnung ab. Denn „ant“ stammt von dem Wort anti=gegen und „acidum“ bedeutet nichts anderes als Säure. Deshalb helfen Antazida gegen Sodbrennen, denn sie neutralisieren Magensäure. Diese ist wichtig für die Funktionen des Magens, doch wenn der Magen zu viel produziert, können Probleme entstehen.

Beispielsweise kann saurer Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigen. Da die Speiseröhre im Gegensatz zum Magen nicht durch eine Schleimschicht geschützt ist, wird sie von der Säure angegriffen. Dann können Sodbrennen-Symptome wie Speiseröhrenbrennen und saures Aufstoßen entstehen. Zusätzlich können Gallensäuren Probleme verursachen, wenn sie aus dem Darm in den Magen oder die Speiseröhre gelangen. Das Antazidum bindet diese Säuren und macht sie unschädlich.

Die Entdeckungsgeschichte der Antazida

Die helfende Wirkung der Antazida ist schon lange bekannt. Angewendet wurden diese Substanzen bereits in der Antike und im Mittelalter. Auch viele Naturvölker machen sich seit Jahrhunderten traditionell die Wirkung von säurebindenden Mineralien, wie Aluminium- und Magnesiumsilikaten oder Korallen, zu nutze. Schon im 17. Jahrhundert vermuteten Chemiker, dass die Wirkung der Antazida, damals noch als Absorbentia (=aufsaugende Mittel) bezeichnetet, auf einer Schwächung der körpereigenen Säuren beruht. Doch erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurden die Grundlagen der Therapie etabliert. Gute Erfahrungen machte man in dieser Zeit mit diesen Antazida:

  • Korallen,
  • gebranntem Hirschhorn,
  • Krebsaugen,
  • Kalkwasser und
  • Pulver aus Metallen, z. B. Blei, Eisen oder Zinn.

Im 19. Jahrhundert wurde vermehrt das sogenannte Karlsbader Salz aus Kochsalz, mineralischen Verbindungen sowie Magnesium, Kalzium, Eisen, Zink und Kupfer verwendet. Seither kommen Antazida in verschiedenen Mischungen zur symptomatischen Therapie von Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden zum Einsatz. Aus der modernen Sodbrennen-Behandlung sind sie nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile ist der Wirkmechanismus dieser Mittel vollständig aufgeklärt und wissenschaftlich erwiesen. Bei aluminiumhaltigen Antazida weiß man, dass sie neben der säurebindenden Wirkung auch einen heilungsfördernden Effekt haben.

Welche verschiedenen Antazida gibt es und wie wirken sie?

In der modernen Antazidum-Behandlung werden glücklicherweise keine Krebsaugen mehr zerrieben. Zum Einsatz kommen stattdessen die folgenden Salze:

  • Aluminiumhydroxid,
  • Kalziumkarbonat und
  • Magnesiumhydroxid.

Das Wirkprinzip ist bei jedem Antazidum gleich. Die Salze sind basisch und somit das Gegenteil von sauer. Treffen Säure und Base aufeinander, wird die Säure gebunden und eine neutrale Flüssigkeit entsteht. Die chemische Reaktion erfolgt sofort beim Zusammentreffen der beiden Komponenten. Deshalb ist der lindernde Effekt der Antazida in der Regel unmittelbar nach der Einnahme zu spüren.

Um die Wirkung der Antazida zu verbessern, werden die Inhaltsstoffe oftmals in Kombination verwendet. Einige Mittel enthalten neben Kalzium zusätzlich Magnesium. In anderen Mitteln, z. B. Magaldrat, sorgen Magnesium und Aluminium für einen schnellen und langanhaltenden Effekt. Aluminium wirkt zudem heilungsfördernd.

Wichtig für Sie

Es gibt verschiedene Antazida mit unterschiedlichen Inhaltstoffen. Zur Anwendung kommen

  • Aluminiumhydroxid,
  • Kalziumkarbonat und
  • Magnesiumhydroxid.

Diese Salze sind basisch und binden Säure. Die Reaktion setzt direkt nach Kontakt mit der Säure ein. Häufig werden die Wirksubstanzen in Kombinationspräparaten eingesetzt, um die Wirksamkeit zu steigern.

Herkömmliches Antazidum versus Schichtgitterantazidum

Aufgrund ihres chemischen Aufbaus unterscheidet man zwischen herkömmlichen Antazida und Schichtgitterantazida. Bei herkömmlichen Antazida läuft die Pufferreaktion vollständig ab, bis der Wirkstoff verbraucht ist. Dabei wird so viel Säure wie möglich neutralisiert. Dadurch kann der Mageninhalt zu basisch werden, d. h. der pH-Wert steigt auf über 5 an. In diesem pH-Bereich können die Magenfunktionen beeinträchtigt werden.

Die Schichtgitterantazida mit ihrer speziellen Gitterstruktur puffern hingegen nur so viel Magensäure ab, dass der optimale pH-Bereich von 3-5 aufrechterhalten bleibt. So werden die Beschwerden effektiv beseitigt, während die Magenfunktionen weiterhin ablaufen können. Ein häufig verwendetes Schichtgitterantazidum ist Magaldrat, der Wirkstoff in den RIOPAN-Produkten.

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Bei welchen Beschwerden werden Antazida angewendet?

Grundsätzlich sind Antazida schnell wirksam und eignen sich zur effektiven Hilfe bei gelegentlich auftretenden, akuten Beschwerden. Eingesetzt werden sie bei Sodbrennen und Symptomen wie

Neben den Sodbrennen-Symptomen eignen sich Antazida auch für die symptomatische Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Da Antazida nebenwirkungsarm und gut verträglich sind, können einige Präparate wie zum Beispiel RIOPAN sogar bei Sodbrennen während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden.

Zur Dauertherapie bei häufigen oder sehr starken Beschwerden sind Antazida nicht geeignet. Stellen Sie nach 14-tägiger Einnahme keine Besserung fest oder werden Ihre Beschwerden schlimmer, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann mit Ihnen herausfinden, welches Sodbrennen-Mittel für Sie geeignet ist. Bei vermehrtem Reflux kann neben Antazida eventuell auch eine andere Reflux-Behandlung nötig sein.

Säureblocker gegen starke Beschwerden

Zu den weiteren Medikamenten gegen Sodbrennen zählen Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und H2-Blocker. Beide sind sogenannte Säureblocker und nur in geringen Dosierungen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

PPI wie beispielsweise Pantozol Control® (kommen bei langanhaltendem oder sehr starkem Sodbrennen zum Einsatz. Sie greifen in die Magensäureproduktion ein und blockieren diese. Da der Wirkstoff zunächst ins Blut aufgenommen werden muss, wirken PPI erst einige Zeit nach der Einnahme.

H2-Blocker werden nur noch selten zur Behandlung von Sodbrennen eingesetzt, zum Beispiel bei einer PPI-Unverträglichkeit. H2-Blocker hemmen die Abgabe von Magensäure in den Magen. Dabei ist die Wirkung grundsätzlich etwas schwächer als die der PPI.

Wie werden Antazida eingenommen?

Am besten nehmen Sie das Antazidum 1-2 Stunden nach dem Essen oder – bei nächtlichem Reflux – vor dem Zubettgehen ein. Die genauen Anweisungen finden Sie im Beipackzettel des jeweiligen Präparates. Je nach Vorliebe können Sie Antazida als

  • Kautabletten,
  • Magen Gel oder
  • Mikrogranulat

Kauen Sie die Tablette, bis sie sich vollständig aufgelöst hat und schlucken sie mit etwas Wasser herunter. Entscheiden Sie sich für ein flüssiges Magen Gel, kneten Sie den Beutel vor dem Öffnen gut durch, um die Inhaltsstoffe zu vermischen. Danach können Sie das Gel ohne weitere Flüssigkeit direkt aus dem Beutel heraus einnehmen. Das pulverige Mikrogranulat ist ebenfalls direkt aus der Verpackung einzunehmen.

Aluminiumhaltige Antazida sollten nicht mit säurehaltigen Getränken, z. B. Fruchtsäften, eingenommen werden. Denn diese fördern die Aufnahme von Aluminium in den Körper. Zudem können bei zeitgleicher Einnahme mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen entstehen

Wichtig für Sie

Antazida sollten 1-2 Stunden vor dem Essen oder unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Die verfügbaren Darreichungsformen sind

  • Kautabletten,
  • Magen Gel  oder
  • Mikrogranulat.

Die genaue Art der Anwendung ist den jeweiligen Beipackzetteln zu entnehmen.

Antazida werden auch als Säurebinder bezeichnet, da sie Säure binden und abpuffern. Aufgrund dieser Wirkung werden sie bereits seit der Antike zur Bekämpfung von säurebedingten Magenbeschwerden eingesetzt. Am häufigsten kommen Aluminiumhydroxid, Kalziumkarbonat und Magnesiumhydroxid zur Anwendung. Die basischen Salze reagieren sofort bei Kontakt mit der Magensäure und neutralisieren diese. Antazida wirken deshalb sehr schnell. Besonders effektiv sind Schichtgitterantazida. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Antazida neutralisieren nur das Zuviel an Magensäure. Auf diese Weise bleibt der pH-Wert des Magens ausreichend sauer um die wichtigen Magenfunktionen zu erhalten. Angezeigt sind Antazida bei gelegentlich auftretendem, akutem Sodbrennen sowie zur symptomatischen Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Die Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und eignen sich in einigen Fällen auch zur Behandlung von Sodbrennen während der Schwangerschaft. Am besten nehmen Sie Antazida 1-2 Stunden nach dem Essen oder vor dem Zubettgehen ein. Genaue Angaben dazu finden Sie in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats. Bessern sich die Beschwerden innerhalb 14 Tage nicht, ist ein Arztbesuch ratsam. In diesem Fall sind zumeist stärkere Medikamente wie beispielsweise Säureblocker zur Behandlung nötig.

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AutorMEDAHCON, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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