Sodbrennen-Tagebuch: die persönlichen Übeltäter festnageln

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21. Dezember 2018
Lesedauer: ca. 6 Minuten

Um herauszufinden, was Ihrem Magen sauer aufstößt, gibt es eine einfache und effektive Möglichkeit: ein Sodbrennen-Tagebuch. Denn Sodbrennen kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Und diese müssen Sie kennen, wenn Sie Sodbrennen verringern oder vermeiden wollen. Mit einem Sodbrennen-Tagebuch, auch Ernährungsprotokoll genannt, können Sie außerdem die Wirkung von eingenommenen Medikamenten nachverfolgen.

Warum ein Ernährungsprotokoll so wichtig ist

Wenn Sie unter Sodbrennen leiden, kann Ihnen ein Sodbrennen-Tagebuch bzw. Ernährungsprotokoll bei der Bekämpfung der Beschwerden helfen. Denn die Ernährung spielt in den allermeisten Fällen eine große Rolle, wenn es um die Entstehung von Sodbrennen geht. Das liegt daran, dass einige Lebensmittel schwer verdaulich sind. Dann benötigt der Magen viel Zeit für die Aufspaltung und Weiterleitung der Nahrung zum Darm. Weiterhin regen bestimmte Nahrungs- und Genussmittel die Produktion von Magensäure an. Diese ist zwar für die Funktion des Magens nötig, doch wenn dauerhaft zu viel Magensäure produziert wird, kann dies für den Magen schädlich sein. Außerdem kommt es leichter zum Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Reflux). Dadurch können Sodbrennen und typische Symptome, wie Speiseröhrenbrennen  oder saures Aufstoßen, entstehen.
Zu den Sodbrennen-fördernden Lebensmitteln zählen

  • fettige und süße Speisen,
  • scharfe Gewürze,
  • Genussmittel wie Koffein, Alkohol und Nikotin sowie
  • kohlensäurehaltige Getränke.

Gelegentlich äußern sich Lebensmittelunverträglichkeiten als Sodbrennen. Sie sehen, die Liste der potentiellen Auslöser ist vielfältig. Und was dem einen aufstößt, muss dem anderen nicht zwangsläufig schaden. Deshalb ist das Weglassen aller potentiell Sodbrennen-auslösenden Lebensmitteln nicht hilfreich. Viel wichtiger ist es, die individuellen Ursachen für Sodbrennen zu identifizieren. Wie geht das? Mit dem Sodbrennen-Tagebuch!

Wichtig für Sie

Ernährung und Sodbrennen hängen eng zusammen. Denn viele Lebensmittel können Sodbrennen fördern. Dabei ist es von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, wodurch die Beschwerden verursacht werden. Deshalb ist es wichtig, die persönlichen Sodbrennen-Auslöser herauszufinden. Dies funktioniert am besten mit einem Sodbrennen-Tagebuch.

Wie führe ich ein Sodbrennen-Tagebuch? So geht’s!

Am Anfang ist das Führen eines Sodbrennen-Tagebuchs vermutlich etwas umständlich. Doch normalerweise gewöhnt man sich schnell daran, zu jedem Essen, Trinken oder bei Beschwerden eine kurze Notiz zu machen.

Was sollte alles vermerkt werden?

Im Ernährungsprotokoll sollten Sie möglichst detailliert notieren, was Sie gegessen haben. Denn jedes Lebensmittel kann ein potentieller Auslöser für Sodbrennen sein. Zum Beispiel, wenn eine Unverträglichkeit vorliegt. Und neben den üblichen Verdächtigen, wie Fett, Zucker sowie Koffein, können Gewürze oder bestimmte Obst- und Gemüsesorten Beschwerden auslösen. Notieren Sie deshalb beispielsweise nicht nur „Salat“, sondern „Blattsalat mit Tomaten, Gurken und Mais“ oder „Salatdressing mit Essig und Öl“.

Manchmal ist die Menge entscheidend. Denn ist der Magen „voll bis oben“, wird Mageninhalt leichter in die Speiseröhre hochgedrückt. Zum Beispiel durch das Bücken beim Schuhe zubinden oder die bequeme Liegeposition für das Mittagsscläfchen.

Unabhängig von den Lebensmitteln können Essgewohnheiten eine Rolle spielen. So schlagen beispielsweise hastiges, schnelles Herunterschlingen oder große Mahlzeiten am späten Abend häufig auf den Magen. Nicht zu vergessen sind auch weitere potentielle Ursachen für Sodbrennen. Dazu zählen

  • Stress,
  • Übergewicht,
  • Schwangerschaft oder
  • eine sehr enge Kleidung.

Zudem können bestimmte MedikamenteSodbrennen auslösen. Deshalb sollten Sie neben der Ernährung auf diese Dinge achten und in Ihr Tagebuch eintragen.

Und so sieht das Tagebuch aus

  1. Datum und Uhrzeit,
  2. Mahlzeiten: genaue Angaben zu Lebensmitteln und Getränken mit Mengenangaben (z. B. „kleine Zwischenmahlzeit“, „großes Mittagessen mit 2 Portionen“, „kleiner Kaffee“)
  3. Genussmittel (Kaffee, Zigaretten, Alkohol)
  4. Medikamente
  5. Symptome (z. B. Sodbrennen, Völlegefühl, saures Aufstoßen)
  6. Stärke der Schmerzen:
    • 0 = keine Beschwerden
    • 1 = leichtes Unwohlsein
    • 2 = mäßige Beschwerden
    • 3 = starke Beschwerden,
  7. Stärke der Schmerzen 1 Stunde nach der Mahlzeit,
  8. weitere Faktoren wie Stress, Sport oder Körperhaltung zum Zeitpunkt der Beschwerden.

Am besten kaufen Sie sich ein Notizbuch. Alternativ können Sie sich eine persönliche Vorlage erstellen und diese kopieren. Oder noch einfacher: Drucken Sie sich hier die Vorlage für Ihr persönliches Sodbrennen-Tagebuch aus.

Wichtig für Sie

Im Sodbrennen-Tagebuch sollten Sie möglichst detaillierte Notizen zu Mahlzeiten, Getränken und Genussmitteln eintragen und welche Beschwerden auftreten. Zudem ist es sinnvoll, auch Angaben zur Situation zu machen. Beispielsweise, wenn Sie Medikamente eingenommen haben, gestresst waren oder Sie sehr enge Kleidung getragen haben.

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Das Sodbrennen-Tagebuch ist gefüllt – und jetzt?

Das Sodbrennen-Tagebuch sollten Sie mindestens über 2 Wochen – besser über 4 Wochen – hinweg konsequent führen. Denn erst wenn verschiedene Lebensmittel oder Situationen mehrmals vorgekommen sind, lohnt sich der Blick in die Ergebnisse. Dann lässt sich feststellen, ob bestimmte Faktoren regelmäßig in Verbindung mit Sodbrennen im Ernährungsprotokoll erscheinen. Konnten Sie Kandidaten entdecken? Dann sind diese mit hoher Wahrscheinlichkeit die Auslöser für Ihre Beschwerden. Probieren Sie einmal aus, ob Sie mit dem Weglassen der vermeintlichen Übeltäter Sodbrennen vorbeugen können. Ist dies der Fall, können Sie den betreffenden Faktor mit Bestimmtheit als Übeltäter festnageln. Das Sodbrennen-Tagebuch ersetzt aber keinen Arztbesuch! Besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Hausarzt. Zusammen mit ihm können Sie eine langfristige Ernährungsumstellung planen. Zudem kann er Ihnen sagen, ob eine zusätzliche Diagnostik oder auch eine Behandlung mit Medikamenten gegen Sodbrennen nötig sind.

Wichtig für Sie

Führen Sie das Sodbrennen-Tagebuch konsequent über mindestens 2-4 Wochen hinweg. Denn erst nach diesem Zeitraum ist eine Regelmäßigkeit zwischen bestimmten Lebensmitteln oder Situationen und den Beschwerden feststellbar. Besprechen Sie die Ergebnisse dann mit Ihrem Hausarzt.

Zusammengefasst: Viele Lebensmittel können Sodbrennen auslösen oder fördern. Allerdings reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf die verschiedenen Reize. Während dem einen die Sahnetorte stundenlang wie ein Stein im Magen liegt, wird dem anderen vom Obstsalat schlecht. Um Sodbrennen gezielt vermeiden zu können, müssen Sie zunächst Ihre persönlichen Ursachen identifizieren. Dies geht zum Beispiel mit Hilfe eines Sodbrennen-Tagebuchs. Hier sollten Sie eintragen, was Sie gegessen haben und wann welche Beschwerden aufgetreten sind. Jede zusätzliche Information, beispielsweise zu Medikamenten, Stress oder Kleidung, sind ebenso hilfreich. Nach 2-4 Wochen können Sie Ihre Einträge auswerten. Möglicherweise finden Sie einen Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln oder Situationen und dem Sodbrennen. Besprechen Sie die Ergebnisse und das weitere Vorgehen mit Ihrem Hausarzt.

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AutorMEDAHCON, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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