Saures Aufstoßen: unangenehm bei Sodbrennen

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20. Mai 2018
Lesedauer: ca. 9 Minuten

Magenbeschwerden und insbesondere saures Aufstoßen sind in den Industrieländern weit verbreitet. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts leiden mehr als ¼ aller Deutschen darunter, Tendenz steigend. Dabei ist von einem gelegentlichen, leicht unangenehmen „Bäuerchen“ bis hin zu saurem Aufstoßen von Mageninhalt über die Speiseröhre bis in den Rachen alles möglich. Was sind die Ursachen für saures Aufstoßen und was können Betroffene dagegen tun?

Wie kommt es zu saurem Aufstoßen?

Zum Aufstoßen kommt es, wenn in den Magen gelangte Luft wieder nach oben steigt. Normalerweise ist der Magen durch Schließmuskeln (Sphinktere) am oberen und unteren Ende verschlossen. Ist Luft im Magen eingeschlossen, wird der Druck im Magen irgendwann jedoch so groß, dass der Schließmuskel zur Speiseröhre hin nicht länger standhält. Er öffnet sich und die Luft entweicht, es kommt zum Aufstoßen. Manchmal kommt beim Aufstoßen aber nicht nur Luft, sondern auch Mageninhalt mit. Dadurch entsteht der unangenehme saure oder bittere Geschmack im Mund. Wir sprechen von saurem Aufstoßen oder auch medizinisch Regurgitation.

Mit dem Mageninhalt fließt auch aggressive Magensäure zurück in die Speiseröhre. Dort reizt die starke Säure die Schleimhaut und es kommt zu Reizungen. Deshalb geht das Zurückfließen (Reflux) von Mageninhalt in vielen Fällen mit einem Brennen in der Speiseröhre einher. Außerdem kommt es durch die Reizung gelegentlich auch zu Schluckbeschwerden oder Husten. Als Ursache für saures oder andauerndes Aufstoßen kommen mehrere Faktoren in Frage.

Dazu zählen:

  • Hektik, Stress und hastiges Essen,
  • schwer verdauliche Mahlzeiten oder Lebensmittelunverträglichkeiten,
  • Genussmittel wie Alkohol, Koffein und Nikotin,
  • zu enge Kleidung,
  • hoher Druck auf den Magen durch Schwangerschaft oder Übergewicht,
  • Funktionsstörung des Sphinkters durch Medikamente, chronische Erkrankungen, Zwerchfellbruch oder altersbedingt.

Warum stoßen manche Lebensgewohnheiten dem Magen besonders sauer auf?

Am häufigsten sind unsere Lebensgewohnheiten schuld an den Beschwerden. Denn sie sind in den seltensten Fällen magenfreundlich. Hektik und Stress im Alltag, schnelle und ungesunde Mahlzeiten – all dies kann den Magen belasten. Häufig wird zudem bei hastigem Essen vermehrt Luft geschluckt, die aus dem Magen wieder entweichen muss. Saures Aufstoßen ist die Folge. Nehmen wir uns nicht genügend Zeit zum Essen und Verdauen, kann zudem körperliche Betätigung nach dem Essen zu heftigem Aufstoßen führen. Und auch die Auswahl unserer Mode kann dem Magen sauer aufstoßen. Ganz im Sinne des Sprichwortes „Wer schön sein will, muss leiden“, leidet der Magen, wenn er von körperbetont enger Kleidung eingequetscht wird. Durch den Druck auf den Bauch werden Mageninhalt und entstehende Gase schneller wieder in die Speiseröhre zurückgedrückt. Symptome wie saures Aufstoßen, Magenbeschwerden und Speiseröhrenbrennen machen sich dann ohne zunächst ersichtlichen Grund bemerkbar. Auch bei einer Schwangerschaft oder Übergewicht lastet ein hoher Druck auf dem Magen. Er hat keine Möglichkeit, sich auszudehnen und ist bereits mit kleineren Nahrungsmengen oder geschluckter Luft überfordert.

Bei manchen Betroffenen treten die Probleme jedoch auch auf, weil der Schließmuskel zur Speiseröhre grundsätzlich nicht mehr richtig schließt. Dies kann altersbedingt sowie durch chronische Erkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente oder auch einen Zwerchfellbruch verursacht sein.

Wichtig für Sie

Saures Aufstoßen kann durch schlechte Lebensgewohnheiten, Lebensmittelunverträglichkeiten, eine Funktionsstörung des Speiseröhrenschließmuskels oder durch einen zu hohen Druck auf den Magen ausgelöst werden.

Saures Aufstoßen in der Nacht

Vermehrtes nächtliches Rülpsen und Aufstoßen ist unangenehm und kann den Schlaf massiv beeinträchtigen. Denn nachts beziehungsweise im Liegen kann die Magensäure besonders leicht über die Speiseröhre bis in den Mund fließen. So kommt es auch im Schlaf zu Reflux. Dies ist insbesondere bei Vorliegen der sogenannten Refluxkrankheit häufig der Fall.

Aufstoßen als natürlicher Vorgang: Warum muss ich überhaupt aufstoßen?

„Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen!“ Nahrungsmittel wie Bohnen, aber auch Zwiebeln, Hülsenfrüchte und verschiedene Kohlsorten verursachen Blähungen und Aufstoßen. Auch ballaststoffreiche Kost kann zunächst zu vermehrtem Rülpsen führen. Denn während der Verdauung dieser Nahrungsmittel entstehen Gase, die über Magen und Darm ausgeschieden werden. Auch nach dem Genuss kohlensäurehaltiger Getränke muss die Luft wieder aus dem Magen heraus – teilweise mit heftigen Rülpsern. Das Aufstoßen ist in diesem Fall ein natürlicher Vorgang. Ist viel Luft im Bauch, kann dies auch schon mal kurzfristig zu Magenschmerzen führen. Diese verschwinden aber normalerweise mit dem Aufstoßen wieder.

Wichtig für Sie

Aufstoßen ist zunächst ein natürlicher Vorgang, den wir vor allem nach dem Genuss blähender Lebensmittel oder sprudelnder Getränke kennen. Denn wenn Luft in den Magen gelangt, muss diese auch wieder entweichen. Normalerweise ist der Magen zwar durch Schließmuskeln am oberen und unteren Ende verschlossen. Irgendwann wird der Druck durch die im Magen eingeschlossene Luft jedoch so groß, dass die Schließmuskeln nicht länger standhalten. Die Luft entweicht.

Was steckt bei mir dahinter und wann muss ich zum Arzt?

Die Begleitsymptome von saurem Aufstoßen sind trotz möglicher unterschiedlicher Ursachen sehr ähnlich. Deshalb ist nicht immer einfach zu erkennen, warum man selber an saurem Aufstoßen leidet. Das Führen eines sogenannten Refluxtagebuches kann dann bei der Suche nach Auslösern hilfreich sein. Vermerken Sie hierin die Refluxereignisse und in welchem Zusammenhang diese auftreten. So können Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder bestimmte Lebensgewohnheiten als Auslöser relativ leicht identifiziert werden. Eine letztendlich sichere Diagnose kann jedoch nur durch einen Arzt gestellt werden.

Dieser sollte auch in jedem Fall aufgesucht werden, wenn Sie

  • nach fast jedem Essen aufstoßen,
  • zusätzlich unter Übelkeit, Magenschmerzen oder Bauchkrämpfen leiden,
  • Durchfall oder Blut im Stuhl haben.

Denn beim Auftreten dieser Symptome müssen schwerwiegende Erkrankungen als Ursache für Ihre Beschwerden ausgeschlossen werden. In den allermeisten Fällen ist saures Aufstoßen jedoch kein Grund zur Sorge. Immerhin ist Aufstoßen ein natürlicher Prozess unserer Verdauung.

Wichtig für Sie

Mithilfe eines Refluxtagebuches können Sie versuchen, die Gründe für Ihr saures Aufstoßen herauszufinden. Eine sichere Diagnose kann jedoch nur der Arzt stellen. Lassen Sie Ihre Beschwerden in jedem Fall ärztlich abklären, wenn neben dem sauren Aufstoßen zusätzliche Symptome auftreten.

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Was hilft: so werden Sie die Bäuerchen wieder los

Häufiges Aufstoßen und Rülpsen ist unangenehm. Und in Gesellschaft anderer außerdem auch schon einmal peinlich. Zum Glück gibt es zahlreiche Möglichkeiten, saures Aufstoßen in den Griff zu bekommen. Und nicht immer muss gleich die medizinische Keule ausgepackt werden. Auch Hausmittel und eine Umstellung der Lebensgewohnheiten können bei gelegentlichem saurem Aufstoßen Linderung bringen.

Hausmittel & Homöopathie: schonende Hilfe

Um die Magensäure bei akutem Sodbrennen und saurem Aufstoßen zu neutralisieren, eignen sich bestimmte Lebensmittel, wie reife Bananen und Weißbrot. Die Säure wird damit aufgesaugt und wieder in den Magen zurückbefördert. Mithilfe verschiedener Pflanzen und Kräuter, wie beispielsweise Anis, Fenchel, Kümmel oder Kamille können zudem Magenbeschwerden gelindert und die Verdauung gefördert werden. Auch mit Homöopathie machen einige Betroffene gute Erfahrungen. Diese Maßnahmen wirken allerdings eher kurzfristig und beseitigen nicht die Ursache der Beschwerden.

Wichtig für Sie

Hausmittel, Kräuter und Homöopathie bieten eine schonende Behandlungsmöglichkeit bei leichten Beschwerden durch saures Aufstoßen.

Medikamente gegen Sodbrennen und saures Aufstoßen

Bei saurem Aufstoßen helfen verschiedene rezeptfrei erhältliche Medikamente. Tritt saures Aufstoßen mit Sodbrennen auf, sind unter anderem Schichtgitterantazida schnell wirksam. So bindet beispielsweise der Wirkstoff Magaldrat in RIOPAN überschüssige Magensäure, ohne die natürliche Säureproduktion zu beeinflussen. Deshalb ist dieses Medikament gut verträglich. RIOPAN ist als Kautablette oder Magen Gel erhältlich.

Wichtig für Sie

Schichtgitterantazida, beispielsweise RIOPAN, sind bei saurem Aufstoßen und Sodbrennen schnell wirksam und gut verträglich. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, welches Präparat in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Alltagstipps: so vermeiden Sie saures Aufstoßen

Im Alltag geht es oft hektisch zu und die Achtsamkeit in Bezug auf unseren Körper gerät in den Hintergrund. Manchmal wird dann auch der Magen in Mitleidenschaft gezogen – ohne dass wir es zunächst wahrnehmen. Beispielsweise durch hastiges Essen im Stehen oder Gehen, das Tragen von einengender Kleidung oder Stress, der ein unangenehmes Gefühl in der Magengrube hinterlässt. Natürlich kann man nicht allen Einflüssen aus dem Wege gehen. Aber mit etwas Übung und Achtsamkeit können Sie den Magen entlasten.

Einfache Verhaltensregeln sind:

  • essen Sie langsam und kauen Sie gut,
  • verzichten Sie auf blähende Lebensmittel wie Kohl & Co.,
  • nehmen Sie kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich,
  • greifen Sie zu kohlensäurearmen Getränken,
  • bringen Sie mit Bewegung die Verdauung in Schwung,
  • vermeiden Sie möglichst alles, was den Magen einengt,
  • relaxen und entspannen Sie regelmäßig.

Wichtig für Sie

Mit einfachen Verhaltensänderungen können Sie saures Aufstoßen und häufiges Rülpsen gut in den Griff bekommen. Falls sich Ihre Beschwerden jedoch auch durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht bessern, besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Hausarzt. Er wird Sie beraten und falls nötig zu einem Spezialisten überweisen.

Saures Aufstoßen ist lästig, aber in den meisten Fällen unbedenklich. Es entsteht, wenn neben der geschluckten Luft auch Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigt. Ausgelöst werden die unangenehmen Rülpser zumeist durch einen ungesunden Lebensstil, schwer verdauliche oder schlecht verträgliche Lebensmittel sowie eine Muskelschwäche des Speiseröhrenschließmuskels. Auch bei einem hohen Druck auf den Magen kann es vermehrt zu saurem Aufstoßen kommen. Mit Hausmitteln, Homöopathie und Medikamenten kann man dem unwillkommenen Besuch aus dem Magen jedoch meist schnell Einhalt gebieten. Zudem können Sie in der Regel mit relativ einfachen Maßnahmen dafür sorgen, dass sich gar nicht erst so viel Luft im Magen ansammelt.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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