Völlegefühl im Oberbauch

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6. August 2018
Lesedauer: ca. 8 Minuten

Ein Völlegefühl im Oberbauch – dieses unangenehme Gefühl kennt jeder, der gelegentlich mal eine üppigere Mahlzeit genießt. Da heißt es nur, Abwarten und Verdauen. Bei manchen Betroffenen tritt Völlegefühl jedoch zusammen mit weiteren Symptomen auf. Dazu können Sodbrennen, Magendruck und Übelkeit gehören. Teilweise stellt sich Völlegefühl auch nach kleinen und eigentlich leicht verdaulichen Mahlzeiten ein. In einigen Fällen fühlt man sich sogar ohne vorangegangenes Essen voll. Im Folgenden erfahren Sie, wie anhaltendes Völlegefühl entsteht und was sich dahinter verbergen kann.

Ständig das Gefühl, der Magen ist zu voll? Ursachen für Völlegefühl

Völlegefühl kann aus mehreren Gründen entstehen. Meist sind die Ursachen harmlos. Am häufigsten steckt einfach nur eine reichhaltige Mahlzeit oder vielleicht auch eine etwas zu großzügige Portion dahinter. Denn schwer verdauliches Essen liegt einem buchstäblich wie ein „Stein im Magen“. Insbesondere fettreiche oder sehr süße Lebensmittel verbleiben über einen längeren Zeitraum im Magen. Dann können Völlegefühl und ein Druck auf den Magen entstehen. Auch blähende Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte können ein Völlegefühl auslösen. Ist die Nahrung aber erst einmal ausreichend zerkleinert und vorverdaut, lassen die Beschwerden auch wieder nach.

Weitere mögliche Auslöser für Völlegefühl sind

  • Genussmittel, wie Alkohol und Nikotin,
  • Stress und psychische Belastungen,
  • Schwangerschaft und
  • Übergewicht

Wichtig für Sie

Völlegefühl hat meistens natürliche Ursachen, wie zu üppige und schwer verdauliche Mahlzeiten oder eine Schwangerschaft. Außerdem können auch Stress und Übergewicht Völlegefühl auslösen.

Krankhafte Ursachen: von Refluxkrankheit bis Zwerchfellbruch

Tritt Völlegefühl auch ohne ersichtlichen Grund auf, kann hinter dem vermeintlich harmlosen Symptom auch eine Erkrankung stecken. Vor allem, wenn Völlegefühl in Kombination mit weiteren Beschwerden auftritt, ist Vorsicht geboten.

Dazu zählen unter anderem

  • Druck im Magen,
  • Magenschmerzen,
  • Blähbauch,
  • Brennen in der Speiseröhre sowie
  • Aufstoßen.

Ursache kann in diesem Fall eine Refluxkrankheit sein. Typischerweise fließt dabei Magensäure in die Speiseröhre zurück (Reflux) und reizt dort die Speiseröhrenschleimhaut. Durch die dauerhafte Reizung entstehen dann Beschwerden, insbesondere Sodbrennen.

Auch eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann Symptome wie Brennen, Magenschmerzen, Völlegefühl und Übelkeit hervorrufen. Sie entsteht häufig durch Stress, aber gelegentlich auch durch eine Infektion. Ist letzteres der Fall, verschwinden die Beschwerden mit Abklingen des Infekts relativ schnell wieder.

Unter Umständen kann auch ein Zwerchfellbruch ein andauerndes Völlegefühl hervorrufen. Denn durch den Bruch kommt es zu einer Erweiterung der Durchtrittsstelle der Speiseröhre in den Magen. Infolgedessen verschließt der Schließmuskel die Speiseröhre nicht mehr richtig, weil die Stütze des Zwerchfells fehlt. Mageninhalt gelangt dann leichter in die Speiseröhre und Sodbrennen, saures Aufstoßen sowie Völlegefühl können dadurch eher entstehen.

Wichtig für Sie

Zumeist sind die Ursachen für Völlegefühl harmlos. Tritt das Völlegefühl aber dauerhaft auf, können auch ernstzunehmende Erkrankungen zugrunde liegen. Bei unklaren Beschwerden sollten Sie deshalb einen Arzt aufsuchen.

Warum tritt bei Völlegefühl und Sodbrennen manchmal auch Magendruck auf?

„Ich platze gleich!“. So oder ähnlich heißt es oft, wenn sich Magendruck bemerkbar macht. Dabei hängt dieses unangenehme Gefühl nicht immer nur mit einem zu reichhaltigen Essen zusammen. Denn auch in Verbindung mit säurebedingten Magenbeschwerden und Sodbrennen kann Magendruck entstehen. Das liegt daran, dass jeder Mensch unterschiedlich empfindlich auf Reizungen im Bereich des oberen Magens und der Speiseröhre reagiert. Daher ist das Aufsteigen von Magensäure nicht zwangsläufig nur mit einem brennenden Gefühl in der Speiseröhre verbunden. Auch diffuse Beschwerden wie beispielsweise Magendruck sind bei Sodbrennen nicht selten.

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Was hilft gegen Völlegefühl: so können Sie bald wieder genießen

Gelegentliches Völlegefühl nach einer üppigeren Mahlzeit ist völlig normal und gut auszuhalten. Wer jedoch unter ständigem Völlegefühl und einem dicken, aufgeblähten Bauch leidet, fühlt sich im Alltag oftmals beeinträchtigt. Die gute Nachricht: Sie müssen diese Beschwerden aber nicht aushalten! Denn es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten. Neben Hausmitteln können auch rezeptfreie Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern.

Hausmittel: sanfte Beruhigung für den Magen

Akute magensäurebedingte Beschwerden können mit bestimmten Nahrungsmitteln gelindert werden. So können reife Bananen, Weißbrot oder Mandeln die Magensäure neutralisieren. Hilfe versprechen auch verschiedene Pflanzen und Kräuter. Sie beruhigen den Magen und fördern die Verdauung.

Dazu zählen unter anderem

  • Anis,
  • Fenchel,
  • Kamille und
  • Kümmel.

Je nach Vorliebe können die Kräuter sowohl als Teeaufguss oder aber als Gewürz in der Mahlzeit angewendet werden.

Medikamente: wirksam gegen säurebedingte Magenbeschwerden

Sie sind kein Fan von Kümmel & Co.? Auch verschiedene rezeptfreie Medikamente bieten sich zur Bekämpfung von säurebedingten Magenbeschwerden an. Die Palette der Mittel dabei ist groß, und die Art der Wirkung kann recht unterschiedlich sein. Als schnelle Hilfe im Akutfall sind sogenannte Schichtgitterantazida besonders geeignet. Denn sie sind schnell wirksam und gut verträglich. Das liegt daran, dass sie lediglich die überschüssige Magensäure binden. In die natürliche Säureproduktion des Magens wird dadurch nicht eingegriffen. Bei starken Beschwerden können jedoch auch Medikamente nötig sein, welche die Bildung der Magensäure hemmen.

Wichtig für Sie

Schichtgitterantazida sind aufgrund ihrer schnellen Wirkung und guten Verträglichkeit eine gute Wahl zur Behandlung von säurebedingten Magenbeschwerden. Bei starken Beschwerden können allerdings möglicherweise auch andere Präparate sinnvoll sein. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis zu den verschiedenen Präparaten beraten.

Weitere Tipps: damit der Blähbauch erst gar nicht entsteht

Im Alltag geht es oft hektisch zu. Die Zeit für eine gesunde, frische und in Ruhe genossene Mahlzeit fehlt oft. Darunter leidet unsere Gesundheit – und nicht zuletzt der Magen. Ein Umdenken im Alltag ist erforderlich, damit es bestenfalls gar nicht erst zu Problemen kommt. Bekommen Sie keinen Schreck, es muss sich nicht von jetzt auf gleich alles ändern. Aber unabhängig davon, ob Sie Medikamente für den Magen einnehmen oder nicht, sollten Sie ihr alltägliches Verhalten anpassen, vor allem die Ernährung. Aber auch andere Faktoren, wie die Vermeidung von Stress, Sport und Bewegung sowie eine richtige Körperhaltung können viel ausmachen.

Ernährung für einen angeschlagenen Magen

  • Kleinere Portionen in Ruhe genießen,
  • gut verdauliche Speisen mit wenig Fett und Zucker auswählen,
  • ausreichend gesunde Getränke, wie Wasser oder Kräutertees, gehören zum Essen dazu,
  • lieber nur wenig Alkohol, Koffein und Nikotin.

Entspannung, Bewegung und Körperhaltung

  • Druck abbauen mit Hilfe von Entspannungstechniken,
  • weniger Übergewicht und eine bessere Verdauung durch Sport und Bewegung,
  • bequeme Kleidung schafft Platz für den Magen,
  • eine aufrechte Körperhaltung.

Was hat die Körperhaltung mit dem Magen zu tun? Eine aufrechte Haltung hilft, den Druck im Bauchraum so gering wie möglich zu halten. Stehen ist in diesem Fall besser als Sitzen. Denn der Druck im Oberbauch entsteht insbesondere dann, wenn Sie „krumm und schief“ im Stuhl hängen. Der Magen wird dann eingequetscht. In der Folge kann es zu Atemnot kommen, da der geblähte Bauch auf die Lunge drückt. Manchmal strahlen die Schmerzen auch aus. Dann kann der Druck im Oberbauch sogar Rückenschmerzen verursachen. Weiterhin sollten Sie lieber in Rückenlage schlafen, weil der Druck auf den Bauch dann geringer ist. Bei zusätzlich erhöhtem Oberkörper kann zudem nicht so leicht Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen.

Wichtig für Sie

Mit einer Umstellung der alltäglichen Ess- und Lebensgewohnheiten können Sie Ihren Magen entlasten und der Entstehung von Völlegefühl und Magenbeschwerden vorbeugen.

Völlegefühl entsteht oft, wenn die Augen mal wieder größer waren als der Magen. Der Genuss blähender Lebensmittel kann ebenso zu dem unangenehmen Gefühl führen. Auch wenn zumeist harmlose Ursachen Völlegefühl und Magenbeschwerden, wie beispielsweise Magendruck, hervorrufen, können jedoch in seltenen Fällen auch Erkrankungen die Auslöser für die Beschwerden sein. Bei sehr unangenehmen oder häufigen Beschwerden sollten Sie deshalb einen Arzt zu Rate ziehen. In der Regel sind die Beschwerden jedoch gut mit Hausmitteln und rezeptfreien Medikamenten zu behandeln. Schafft man es dann noch, seine Ess- und Alltagsgewohnheiten ein wenig magenfreundlicher auszurichten, tritt das Völlegefühl mit etwas Glück gar nicht mehr auf.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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