Was sind die Ursachen von Sodbrennen?

Die Betroffenen kennen das charakteristische Druckgefühl im Oberbauch, begleitet von saurem Aufstoßen und Brennen hinter dem Brustbein. Doch was verursacht Sodbrennen? Ursachen für Sodbrennen können unter anderem zu viel Magensäure, Stress, Übergewicht oder bestimmte Lebensmittel sein, auch während der Schwangerschaft oder bedingt durch einen Zwerchfellbruch kann Sodbrennen auftreten. Weiterführende Informationen zu den jeweiligen Themen finden Sie nachfolgend.

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Säure als Ursache für Sodbrennen?

Die Hauptursache von Sodbrennen ist ein geschwächter Schließmuskel zwischen dem Magen und der Speiseröhre. Wenn er nicht richtig schließt, kann Magensaft in die Speiseröhre zurückfließen und Brennen, Schmerzen sowie ein Druckgefühl auslösen. Dazu kommt oft, dass der Magen zu viel Magensäure produziert. Das Sodbrennen kann aber noch vielfältige andere Ursachen haben. Es kann an einer Schwangerschaft liegen, einem ungesunden Lebensstil, Übergewicht, Fettleibigkeit (Adipositas) oder einer falschen Ernährung. Erfahren Sie hier ausführlich über mögliche Ursachen von Sodbrennen.

Magensäure – Herstellung und Funktion

In speziellen Zellen der Magenschleimhaut wird Magensaft produziert, der Salzsäure enthält. Der Magensaft erfüllt wichtige Verdauungsfunktionen. Er verändert die Struktur der Eiweiße aus der Nahrung und sorgt so dafür, dass der Mensch sie verdauen kann. Außerdem tötet er mögliche Krankheitserreger aus der Nahrung ab. Eine Reihe von Reflexen steuert die Magensäureproduktion. Der Geruch, Geschmack und das Kauen von Speisen regen die Magensäureproduktion an. Aber auch die Dehnung des Magens, wenn er sich mit zunehmender Sättigung füllt, sorgt dafür, dass mehr Säure produziert wird. Allerdings verläuft der Prozess der Säureproduktion nicht immer problemlos. Manchmal produzieren die Belegzellen der Magenschleimhaut – auch Protonenpumpen genannt – zu viel von dem wichtigen Verdauungselixier und können so Refluxsymptome wie Sodbrennen hervorrufen.

Kann zu viel Magensäure Sodbrennen verursachen?

Diese Frage stellen sich viele Betroffene, wenn sie unter saurem Aufstoßen und Reflux leiden. Doch sie ist nicht so leicht zu beantworten. Zunächst gilt es, der Ursache der überschüssigen Magensäure auf den Grund zu gehen. Woran kann das liegen?

Die Gründe dafür können einerseits an einer falschen Ernährung liegen oder am Konsum von Genussmitteln. So kann zum Beispiel Kaffee einschließlich seiner entkoffeinierten Variante die Produktion von Magensäure hervorrufen. Aber auch das Mineral Calcium sowie Bier und Wein steigern die Menge der Säure im Magen durch Stimulation der säureproduzierenden Zellen. Eine Magenübersäuerung kann auch durch ein besonders hohen Stresslevel hervorgerufen werden.

Wenn die überschüssige Säure dann in die Speiseröhre zurückfließt, fühlen Betroffene die typischen Sodbrennen-Symptome wie saures Aufstoßen, sowie Drücken oder Brennen in der Brust.
Mögliche Gründe für zu viel Magensäure:

  • Falsche Ernährung – zum Beispiel Genussmittel wie Kaffee oder Alkohol
  • Ein hohes Stresslevel
  • Erkrankungen – wie Geschwüre oder Tumore
Die Magensäure ist wichtig für die Verdauung und Keimabwehr. Eine Überproduktion kann Sodbrennen hervorrufen.

Schwangerschaft als Sodbrennen-Ursache?

Schwangere Frauen müssen mit vielen unterschiedlichen gesundheitlichen Beschwerden umgehen. Besonders in den letzten zwei Trimestern leiden Frauen zusätzlich zu den anderen Beschwerden auch häufig an Sodbrennen.

Was verursacht Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Bei schwangeren Frauen verändert sich natürlicherweise der Hormonspiegel stark. Die neue hormonelle Zusammensetzung wirkt sich auch auf den Schließmuskel der Speiseröhre aus und schwächt ihn. Hierdurch kann der Muskel nicht mehr so effektiv seine Schutzfunktion der Speiseröhre ausführen. Dadurch wiederum steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der säurehaltige Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt, die dortige Schleimhaut angreift und die für Sodbrennen typischen Symptome hervorruft.

Ein weiterer Grund dafür ist die Gebärmutter. Das Organ vergrößert sich im Zuge der Schwangerschaft um mehr als das 100fache. Am Anfang ist sie noch so groß wie eine Faust und am Ende der Schwangerschaft füllt sie die ganze Bauchhöhle. Ganz natürlich verdrängt sie dabei die restlichen Organe und drückt buchstäblich auf den Magen. Auch das Baby kann durch seine Bewegungen auf den Magen drücken. Die Nahrungsmenge, die der Magen einer Frau in den späteren Stadien der Schwangerschaft problemlos aufnehmen kann, nimmt daher ab. Wenn die Frau aber nach wie vor so viel isst, wie sie vor der Schwangerschaft gewohnt war, entsteht Sodbrennen – ein Teil des sauren Nahrungsbreis fließt durch den geschwächten Schließmuskel zurück in die Speiseröhre.

Was tun gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Bei Sodbrennen in der Schwangerschaft empfiehlt es sich darauf zu achten, kleine Mahlzeiten zu verzehren, bequeme Kleidung zu tragen und sich nicht unmittelbar nach dem Essen hinzulegen. Verteilt man die Mahlzeiten von drei auf fünf und reduziert sie dabei im Umfang, dann senkt sich das Risiko für Sodbrennen, weil der Magen besser die kleineren Mengen Schritt für Schritt verdauen kann. Außerdem sollten Lebensmittel mit besonders viel Säure vom täglichen Speiseplan verschwinden. Schwangeren, die zu Sodbrennen neigen, wird geraten auf Zitrusfrüchte, Zwiebeln, fettige und scharfe Speisen sowie kohlensäurehaltige Getränke zu verzichten.

Schwangere leiden häufig an Aufstoßen. Um Sodbrennen zu vermeiden sollten Lebensstil und Ernährung angepasst werden.

Sodbrennen Ursache: Zwerchfellbruch

Was ist eigentlich ein Zwerchfellbruch und wie kann dieser zu Sodbrennen führen? Von einem Bruch spricht man in der Regel, wenn ein Teil des Körpers durch eine offene Stelle in einen anderen Körperteil hinein drückt. Ein solcher Vorfall wird auch als Hernie bezeichnet. Das Zwerchfell trennt den Bauch und den Brustraum voneinander. In diesem gibt es eine Öffnung, wo die Speiseröhre hindurchgeht. Weitet sich das Zwerchfell – zum Beispiel aufgrund von fortgeschrittenem Alter – entsteht eine Lücke und man spricht von einem Zwerchfellbruch. Etwa ein Viertel der Menschen im Alter von über 50 Jahren weisen eine solche Veränderung auf.

Die Ausweitung im Zwerchfell hat zur Folge, dass der Schließmuskel zur Speiseröhre nicht wie gewohnt funktionieren kann. Der Mageneingang wird damit auch zu einem Ausgang und der saure Speisebrei kann nach oben wandern. In der Speiseröhre angekommen, greift die saure Masse die empfindliche Schleimhaut an. Man spricht von einer Refluxkrankheit (GERD), deren Leitsymptom Sodbrennen mit seinen typischen Anzeichen ist. Größere Zwerchfellbrüche können sogar einen Teil des Magens „oberhalb“ des Bauchraums im Brustraum einklemmen und dadurch besonders akute Beschwerden hervorrufen.

Wie kann Sodbrennen wegen eines Zwerchfellbruchs behandelt werden?

Das Sodbrennen einer Reflux-Krankheit aufgrund eines Zwerchfellbruchs kann zwar mithilfe einer Ernährungsumstellung gemildert, jedoch nicht geheilt werden. Auch säurebindende Medikamente – wie zum Beispiel Antazida wie RIOPAN können kurzfristig und zum Teil langanhaltend die Symptome lindern. Sollten sich allerdings die Symptome aufgrund des Zwerchfellbruchs verschärfen, wird eine minimalinvasive Operation empfohlen, um eine dauerhafte Linderung herbeizuführen.

Die Ursache für Zwerchfellbrüche ist nicht bekannt. Menschen mit bestimmten Eigenschaften scheinen besonders gefährdet zu sein.

Weitere Ursachen für Sodbrennen: Stress, Übergewicht, Lebensmittel

Die Harmonie von Seele und Leib wird von vielen Volksweisheiten geschätzt. Nicht umsonst! Denn häufiger Stress kann unangenehme Auswirkungen mit sich bringen. Stress ist eine Ursache für Sodbrennen. Die seelische Anspannung schlägt sich auf den Magen nieder und regt die Säurebildung an. Gestresste Menschen tendieren auch dazu, einen ungesunden Lebensstil zu führen – häufig rauchen sie viel und trinken „zum Abschalten“ Bier oder Wein. Alkohol ist allerdings eine weitere Ursache für Sodbrennen.

Gestresste Menschen neigen auch dazu, sich ungesund zu ernähren, so „belohnen“ sich manche von Sodbrennen Betroffene nach einem stressigen Arbeitstag mit ungesunden Snacks. Die Anstrengung der Nerven stimuliert den Stoffwechsel und man entwickelt Heißhunger. Der Heißhunger wiederum wird mit Chips, süßen Snacks oder einer großen Portion von fettigen Pommes gestillt. Die Folge: Sodbrennen.

Hält die ungesunde Ernährung eine lange Zeit an – kommen neue Pfunde auf die Hüfte. Übergewicht ist auch eine Ursache von Sodbrennen. Das Fettgewebe drückt auf den Magen und drückt den Mageninhalt besonders im Liegen in die Speiseröhre, wo die Säure aus dem Magensaft die empfindliche Haut angreifen kann.

Wer also etwas gegen ständiges Sodbrennen tun möchte, sollte ebenfalls seinen Lebensstil inspizieren und schauen, wo überall mögliche Sodbrennen Ursachen versteckt sind.

Quellen:
https://viamedici.thieme.de/
https://www.spektrum.de
https://link.springer.com
https://www.muehlenkreiskliniken.de
Dr.med. Franziska Rubin (2016): Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln.

Hilfe bei Sodbrennen