Sodbrennen durch Lebensmittel

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23. Mai 2018
Lesedauer: ca. 11 Minuten

„Kann es sein, dass Lebensmittel Sodbrennen fördern?“ Oh, ja! Es gibt durchaus Lebensmittel und Speisen, die Sodbrennen hervorrufen oder auslösen können. Zudem fördern auch ungünstige Essgewohnheiten das Auftreten von Sodbrennen. Wer genau beobachtet, wann und wie Sodbrennen auftritt, kann die Ursachen gezielt herausfinden und diese dann am besten meiden.

Den Ursachen auf der Spur

Steigt Magensäure in die Speiseröhre auf (Reflux), kommt es zu Sodbrennen. Doch wieso kommt es überhaupt dazu? Mit den Auslösern von Sodbrennen wurde sich schon in vielen wissenschaftlichen Studien befasst. Die Ergebnisse sind dabei nicht immer eindeutig. Viele Auslöser sind individuell unterschiedlich. Jedoch deutet vieles darauf hin, dass folgende Lebensmittel bzw. Ernährungsgewohnheiten Sodbrennen auslösen oder fördern können

  • sehr fette und/oder frittierte bzw. panierte Speisen,
  • sehr üppige Mahlzeiten,
  • schnelles, hastiges Essen und ungenügendes Kauen,
  • scharfe Gewürze (z. B. Knoblauch, Meerrettich, Curry),
  • Süßes (z. B. Schokolade),
  • heiße Getränke,
  • sehr kalte Getränke oder Speisen (Speiseeis),
  • kohlensäurehaltige Getränke,
  • Alkohol.

Oft braucht es etwas Geduld, um die persönlichen Ursachen herauszufinden. Nehmen Sie dazu Ihre alltäglichen Ess- und Trinkgewohnheiten einmal gründlich unter die Lupe. Außerdem kann ein Sodbrennen-Tagebuch dabei helfen, die möglichen Auslöser zu identifizieren. Stehen die Übeltäter erst einmal fest, kann ein Ernährungsplan für die erste Zeit sehr hilfreich sein.

Wichtig für Sie

Sodbrennen kann bei jedem Betroffenen andere Gründe haben. Bestimmte Lebensmittel und Lebensgewohnheiten scheinen jedoch in besonderem Maße zur Entstehung von Sodbrennen beizutragen. Dabei ist es nicht immer ganz einfach, die individuellen Übeltäter zu entlarven. Ein Sodbrennen-Tagebuch kann in diesem Fall sinnvoll sein, um bestimmte Lebensmittel oder Essgewohnheiten mit Sodbrennen in Verbindung zu bringen.

Alltägliche Ess- und Trinkgewohnheiten auf dem Prüfstand

„Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts!“

Kaffee beziehungsweise Koffein wird persönlich sehr unterschiedlich gut vertragen. Sein Einfluss auf Sodbrennen ist nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird allerdings, dass bestimmte Inhaltsstoffe im Kaffee die Muskelspannung des Magens herabsetzen. Magensäure kann dadurch leichter in die Speiseröhre aufsteigen und dort zu Reizungen führen. Es entsteht Sodbrennen.

Meiden Sie Kaffee lieber im Zweifelsfall oder reduzieren Sie zumindest die Kaffeemenge. Manche Menschen scheinen Kaffee besser zu vertragen, wenn Sie ihn mit Milch genießen. Doch Vorsicht! Entgegen der landläufigen Meinung scheint Milch Sodbrennen ebenfalls eher zu fördern anstatt zu lindern. Probieren Sie deshalb aus, ob Sie Milch vertragen. Schwarzer Tee ist bei Sodbrennen ebenfalls schlecht bekömmlich, da er auch Koffein enthält. Eine gute Alternative sind dagegen ungesüßte koffeinfreie Tees, die es in vielen Variationen und Geschmacksrichtungen gibt. Rooibostees, Kräutertees mit Süßholz, Anis, Fenchel, Kümmel, Schafgarbe und Kamille können Sodbrennen lindern. Dagegen kann Pfefferminztee das Sodbrennen durch eine Schwächung des Speiseröhrenschließmuskels sogar verstärken.

„Softdrinks gehören einfach dazu!“

Softdrinks enthalten sehr viel Zucker. Unverdünnte Fruchtsäfte ebenfalls. Zucker fördert jedoch nicht nur das Wachstum des Rettungsrings um den Bauch, sondern leider auch die Entstehung von Sodbrennen. Denn zu viel Zucker beeinträchtigt die Verdauung. Softdrinks enthalten außerdem meist viel Kohlensäure, die bei empfindlichem Magen zu häufigem Aufstoßen führen kann. Gute Alternativen sind mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte oder auch leicht gesüßte Kräutertees.

„Ein Gläschen Wein am Abend wirkt doch entspannend, oder?“

Einmal: „Ja“, zweimal klar: „Nein!“. Denn Alkohol bzw. Spirituosen wirken nicht nur auf unsere Stimmung entspannend, sondern erschlaffen auch den Speiseröhrenschließmuskel. Außerdem regt Alkohol noch zusätzlich die Säureproduktion des Magens an. Also gleich zwei unerwünschte Effekte bei Sodbrennen. Die Magensäureproduktion wird insbesondere durch alkoholische Getränke, die durch Vergärung von Kohlenhydraten entstehen, stark stimuliert. Dazu gehören Bier, Wein, Champagner und einige Aperitifs, zum Beispiel Sherry. Hochprozentige Spirituosen wie Whisky, Cognac und Wodka stimulieren zwar nicht die Säuresekretion, schädigen aber lokal ganz erheblich die Schleimhäute in Speiseröhre, Magen und Darm.

„Ohne Sahne schmeckt es doch nicht!“

Eine fettreiche Mahlzeit entkräftet regelrecht den Schließmuskel der Speiseröhre. Denn die Muskelspannung wird durch das Fett reduziert. Dadurch kann der Schließmuskel, welcher den Magen zur Speiseröhre hin abdichtet, nicht mehr richtig schließen und aggressiver Mageninhalt gelangt schneller in die Speiseröhre. Um den Muskeltonus des Speiseröhrenschließmuskels nicht weiter zu schwächen, ist daher eine Fettreduktion angesagt. Mayonnaise kann leicht fettreduziert mit Joghurt zubereitet werden, ohne dass der Geschmack darunter leidet. Soßen können beispielsweise mit geriebenen rohen Kartoffeln gebunden werden, so lässt sich Sahne einsparen. Experimente mit Kräutern ermöglichen vielfältige Geschmackserlebnisse und erlauben gleichzeitig eine Reduzierung von Sahne, Butter & Co. Rezepte für leichte, magenschonende Gerichte finden sich in jedem Buchhandel und auf vielen Internetseiten.

„Gesellige Geschäftsessen am Abend müssen sein!“

Große Mahlzeiten spät am Abend sind schlecht bei Sodbrennen. Denn gegen die innere Uhr kommt niemand an. Nachts läuft die Verdauung übrigens langsamer ab als tagsüber. Deshalb treten Beschwerden dann schneller auf. Ist es bereits zum Austritt von Mageninhalt in die Speiseröhre gekommen, so verstärken sehr kalte Nachspeisen und Getränke die Symptome zusätzlich. Denn sie verlangsamen den Rücktransport in den Magen. Ist der Abend endlich beendet, so kann durch das Liegen im Bett der Mageninhalt leichter in die Speiseröhre zurückfließen.

Falls wieder ein spätes Essen und anschließend frühes Aufstehen ansteht, so suchen Sie sich leicht verdauliche Speisen aus oder essen Sie einfach eine kleinere Portion. Vielleicht hilft Ihnen auch der Gedanke daran, dass Sie wahrscheinlich nicht die einzige Person am Tisch sind, der es so geht. Und möglicherweise lässt sich das nächste Treffen auch ein wenig früher in den Abend verlegen.

Wichtig für Sie

Unsere alltäglichen Ess- und Trinkgewohnheiten können mehr zu Sodbrennen beitragen, als wir ahnen. Vor allem der morgendliche Kaffee, die süßen Softgetränke zwischendurch oder ein opulentes Mahl am Abend liegen schwer im Magen und können zu dem unwillkommenen Brennen in der Speiseröhre führen.

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Welche Lebensmittel sauer wirken und welche nicht

Viele Lebensmittel kurbeln als „Säurelocker“ die Magensäureproduktion so richtig an. Um das Sodbrennen zu vermeiden, sind magenschonende Lebensmittel gefragt. Sie unterstützen den Speiseröhrenschließmuskel bei seiner Arbeit und fördern die Magensäureproduktion nicht zu sehr. Dazu gehören basenbildende Lebensmittel wie Gemüse, Kartoffeln, Obst und Kräuter. Manche Gemüsesorten sind besonders säurearm (z. B. Blumenkohl, Brokkoli, Kürbis, Möhren, Pastinaken und Zucchini). Oft wird gedünstetes Gemüse bei Sodbrennen besser vertragen als Rohkost. Und auch bei Obst gibt es saure und weniger saure Sorten. Zu letzteren gehören beispielsweise Bananen, Birnen, Mangos, Weintrauben, und milde Apfelsorten, wie Golden Delicious oder Jonagold.

Auch alkalisierende, also basisch wirkende, Mineral- und Heilwässer (ohne Kohlensäure) können gegen die Übersäuerung des Magens wirken.
Was im Körper sauer wirkt und was basisch, das ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. So wirken beispielsweise Zitronensaft und Essig keineswegs sauer, sondern basisch. Und ein Espresso nach dem Essen wirkt aufgrund der anderen Brühweise nicht so sauer wie normaler Kaffee. Es ist generell nicht so, dass saure Lebensmittel besonders häufig Sodbrennen auslösen. Aber wenn Sie darauf empfindlich reagieren, sollten Sie lieber auf säurearme Nahrungsmittel zurückgreifen.

Wichtig für Sie

Nicht alles, was uns sauer schmeckt, ist auch für den Magen sauer. Ebenso können viele Lebensmittel, die wir so gar nicht als sauer empfinden, dem Magen dennoch sauer aufstoßen. Manche Lebensmittel gelten als besonders magenschonend, weil sie im Körper basisch (das Gegenteil von sauer) wirken. Dazu zählen vor allem bestimmte Gemüse- und Obstsorten.

Ausgewogen, bekömmlich und lecker

Unsere Nahrung sollte insgesamt ausgewogen und vollwertig sein. Lassen Sie dabei jene Lebensmittel, die individuell nicht vertragen werden, lieber weg („leichte Vollkost“).

Hier einige Tipps:

  • Schonende Zubereitung durch Dampfgaren, Dünsten, Kochen oder in der Mikrowelle wählen anstelle von Braten, Räuchern oder Grillen.
  • Gut sind Vollkornprodukte, viel Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nüsse und Obst.
  • Lieber wenig, aber hochwertiges Öl (z.B. Rapsöl, Olivenöl, Leinöl) verwenden.
  • Mehr Fisch und wenig (fettarmes) Fleisch und Wurstwaren essen.
  • Stärkehaltige Lebensmittel, wie trockenes Weißbrot, Haferflocken oder Bananen binden überschüssige Magensäure.

Auch Magerquark ist ein altbekanntes magenschonendes Lebensmittel. Manchmal kann auch ein Kaugummi (ohne Pfefferminz) nach dem Essen helfen. Denn das lange Kauen regt den Speichelfluss an und reduziert somit die Säurelast in der Speiseröhre.
Einige Ratgeber empfehlen Ingwer als natürliches Hausmittel bei Sodbrennen. Ingwer soll den Speiseröhrenschließmuskel stärken. Die Schärfe des Ingwers kann jedoch den Magen zusätzlich reizen und Sodbrennen sogar verstärken. Auch hier gilt wie bei allen anderen Lebensmitteln: individuell ausprobieren, wie es vertragen wird.
Praktische Tipps zur Auswahl und Zusammenstellung geeigneter Lebensmittel und Speisen liefert neben verschiedenen Broschüren auch die Homepage der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Wichtig für Sie

Zur Linderung von Sodbrennen ist eine ausgewogene, bekömmliche Ernährung wichtig. Dabei ist nicht nur das Lebensmittel selber, sondern auch die Zubereitungsart für die Verträglichkeit entscheidend. So sind Kochen und Dünsten beispielsweise magenfreundlicher als Braten oder Grillen.

Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt

Bei Sodbrennen sind mehrere kleine Mahlzeiten am Tag günstig, die in Ruhe gegessen und genossen werden. Ganz wichtig ist dabei auch, dass jedes Lebensmittel gut gekaut und nicht heruntergeschlungen wird. Verzichten Sie dabei nicht auf das Frühstück. Stehen Sie lieber früh genug auf, um in Ruhe z. B. ein Porridge zuzubereiten. Das dauert doch viel zu lange? Nun, eine vereinfachte Variante geht ganz schnell – hier ein Rezeptvorschlag für Sie:
Je nach Verträglichkeit entweder ein Glas Milch oder Mandelmilch nehmen, dazu Instant-Haferflocken, ein paar Nüsse (wie Cashewkerne, Walnüsse oder Mandeln) und eine kleingeschnittene Banane geben. Fertig ist ein hervorragendes Frühstück, das den Magen freut! Bananen enthalten übrigens viele Schleimstoffe, die sich nach dem Verzehr wie ein Schutzschild auf die Magenschleimhaut legen.

Gute Kochrezepte für schnell zubereitete, vollwertige, basenreiche Mahlzeiten gibt es in Hülle und Fülle im Handel. Und wenn es wieder mal schnell gehen muss: Kochen Sie auf Vorrat eine leckere Gemüsesuppe und frieren Sie sie portionsweise ein. Kommt es trotzdem einmal zu akutem Sodbrennen, können Sie mit rezeptfreien Medikamenten schnelle Abhilfe schaffen. Besonders Schichtgitterantazida sind gut geeignet, um auf gut verträgliche Weise überschüssige Magensäure zu binden und das Sodbrennen zu beseitigen.

Wichtig für Sie

Für eine magenfreundliche Ernährung ist nicht nur wichtig WAS Sie essen, sondern auch WIE. Denn mit mehreren kleinen Mahlzeiten kommt der Magen besser zurecht als mit einer großen. Zudem kann gut durchgekautes Essen leichter verdaut werden. Gönnen Sie sich und Ihrem Magen deshalb Ruhe und Zeit zum Essen, Genießen und Verdauen. Kommt es dennoch einmal zu akuten Beschwerden, können Sie mit Schichtgitterantazida das Brennen schnell wieder in den Griff bekommen.

Bestimmte Lebensmittel und Essgewohnheiten können erheblich zur Entstehung von Sodbrennen beitragen. Durchleuchten Sie Ihre Ess- und Trinkgewohnheiten daher einmal kritisch und finden Sie heraus, was bei Ihnen persönlich das Feuer in der Speiseröhre entfacht. Ist es die Tasse Kaffee am Morgen oder das gesellige Essen am späten Abend? Vielleicht sind es auch einzelne Lebensmittel, die Sie schlecht vertragen. Denn hier gibt es deutliche Unterschiede: Während manche Nahrungsmittel als „Säurelocker“ gelten, können andere wiederum im Körper basisch wirken und Säure neutralisieren. Auch die Zubereitungsart der Nahrung spielt eine entscheidende Rolle für die Magenverträglichkeit. Um Ihr Sodbrennen loszuwerden, beherzigen Sie ein paar einfache Regeln und Tipps für eine magenfreundliche Ernährung. Dann haben Sie gute Chancen, das Sodbrennen loszuwerden. Und bei akuten Beschwerden helfen Schichtgitterantazida. So spüren Sie wieder den Moment – nicht das Sodbrennen.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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