Sodbrennen durch Stress

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23. Mai 2018
Lesedauer: ca. 9 Minuten

Vielen Menschen stoßen heutzutage die Herausforderungen des täglichen Lebens buchstäblich sauer auf. Ständiger Leistungsdruck und Belastungen im Alltag machen dabei auch vor unserem Magen nicht Halt. Denn Stress ist längst nicht nur eine psychische Angelegenheit. Im Gegenteil: Stress äußert sich vielfach auch durch körperliche Beschwerden. So treten beispielsweise Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden bei Menschen mit viel Stress nicht selten auf. Doch was löst Stress aus? Und wieso kann sich psychischer Stress als Sodbrennen äußern?

Stress und Verdauung: so führt Stress zu Sodbrennen

Wie hängt psychischer Stress mit dem Magen zusammen? Ganz einfach. Ursprünglich diente die Stressreaktion bei unseren Vorfahren als Schutzmechanismus bei Gefahr. Wird der Körper in dieser Situation in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, so schüttet er Stresshormone aus. Durch diese wird die Aktivität überlebenswichtiger Organe wie Herz und Gehirn gesteigert. Die Magen- und Darmtätigkeit hingegen wird aber lahmgelegt. Aus Sicht unserer Vorfahren nachvollziehbar, denn Verdauungstätigkeit war das Letzte, was sie bei Gefahr gebrauchen konnten. Bei Stress verlangsamt sich aus diesem Grund die Magenentleerung. Die Konsequenz: Der Mageninhalt verbleibt länger im Magen. Dadurch wird wiederum die Produktion von Magensäure angeregt. Es kann dann häufiger dazu kommen, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Das nennt man Reflux. Hinzu kommt, dass die Schleimhäute von Magen und Speiseröhre in stressigen Situationen nur geringfügig durchblutet werden. Das macht die Schleimhäute empfindlicher und anfälliger gegenüber den Angriffen der aggressiven Magensäure. Schnell kommt es dann zu Reizungen. In der Folge entstehen Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden.

Wichtig für Sie

Bei Stress wird die Verdauungstätigkeit lahmgelegt. Dadurch kommt es zu einer gesteigerten Produktion von Magensäure. Gleichzeitig werden die Schleimhäute von Magen und Speiseröhre schlechter durchblutet und sind empfindlicher. Die vermehrt produzierte Magensäure kann dann den eigenen Magen schädigen. Steigt die Magensäure in die Speiseröhre hoch, kommt es auch dort zu Reizungen der Schleimhaut und Sodbrennen.

Auslöser von Stress: psychisch und körperlich

Stress kann ein Auslöser für Sodbrennen sein. Aber was führt eigentlich zu Stress im Alltag? Langes Warten in der Schlange an der Supermarktkasse, wenn man nur wenig Zeit hat. Ein Stau auf der Autobahn oder auch ein wichtiger Geschäftstermin. Den einen bringt dies zum Platzen, den anderen lässt es kalt. Stress ist somit eine sehr persönlich empfundene und charakterliche Angelegenheit. So unterschiedlich die Menschen sind, so verschieden sind auch die Ursachen für ihren Stress. Einige Situationen sind jedoch für fast alle Menschen gleichermaßen belastend. Unser Körper unterscheidet dabei nicht zwischen äußerer Bedrohung oder innerer Anspannung.

Auf psychischer Ebene stehen auf der Liste der häufigen Auslöser

  • traumatische Erfahrungen wie Unfall oder Tod,
  • Hektik,
  • Erfolgsdruck,
  • das Gefühl der Überforderung,
  • Beziehungskonflikte,
  • gesundheitliche Probleme sowie
  • Ängste und Sorgen.

Doch auch körperliche Erfahrungen können Stress hervorrufen. Beispielsweise bei Vorliegen von Schmerzen, die bei Krankheiten oder nach Operationen auftreten können.

Grundsätzlich ist kurzfristiger Stress erst einmal nichts Schlimmes. Im Gegenteil, er kann sich auch positiv auswirken und für einen begrenzten Zeitraum die Leistungsfähigkeit erhöhen. Steht der Körper allerdings permanent unter Druck, kann sich der Normalzustand nicht mehr einstellen. Darunter leiden dann Körper und Seele.

Wichtig für Sie

Stress kann psychische oder körperliche Auslöser haben. Kurzfristiger Stress ist dabei aber normal und auch nicht gesundheitsschädlich. Dauerstress schadet jedoch Körper und Seele.

Typische Symptome bei Reflux durch Stress

Werden Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden durch psychischen Stress ausgelöst, äußern sich die Symptome vielfältig. Der Stress beeinträchtigt die gesamte Verdauung. Außerdem wird durch Veränderungen im Gehirn die allgemeine Schmerzempfindlichkeit erhöht. Dies führt dazu, dass wir ein Zuviel an Magensäure sofort schmerzhaft spüren. Insbesondere dann, wenn es zum Reflux kommt.

Neben dem klassischen Brennen in der Speiseröhre treten häufig noch weitere Symptome auf:

Auch ein stiller Reflux kann psychisch bedingt durch Stress ausgelöst werden. In diesem Fall steigt Magensäure auf, ohne Sodbrennen auszulösen. Häufig ist der stille Reflux jedoch verbunden mit Heiserkeit, Schluckstörungen sowie trockenem Reizhusten.

Wichtig für Sie

Sodbrennen durch Stress kann sich in vielen Facetten zeigen. Neben dem typischen Brennen in der Speiseröhre treten häufig auch weitere säurebedingte Magenbeschwerden auf.

Weitere Symptome für Stress: der ganze Körper kann betroffen sein

Heutzutage liegen die Herausforderungen nicht mehr darin, einem Säbelzahntiger zu entkommen oder sich im Kampf gegen einen anderen Urzeitjäger zu verteidigen. Dennoch reagiert unser Körper auf den Alltagsstress genauso, als ginge es um Leben und Tod. Da liegt es auf der Hand, dass Stress und dauerhafte Belastungen weitreichende Folgen für die gesamte Gesundheit haben. Neben dem Verdauungssystem können deshalb unter anderem auch die Psyche, das Herz-Kreislauf-System und die Infektionsabwehr betroffen sein.

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Ist Stress die Ursache für meine Magenbeschwerden?

Neben falschen Essgewohnheiten, einem ungesunden Lebensstil und Übergewicht ist psychischer Stress häufig ein Grund für säurebedingte Magenbeschwerden und Sodbrennen. Den genauen Auslöser für die Probleme herauszufinden, ist dabei nicht ganz leicht. Zunächst müssen andere Ursachen für Sodbrennen und Magenbeschwerden ausgeschlossen werden. Denn diese können beispielsweise auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein. Ist das Sodbrennen wirklich stressbedingt? In diesem Fall stellt sich als nächstes die schwierige Frage, woher der Stress kommt. Denn nur wenn Sie herausfinden, was Ihnen persönlich auf den Magen schlägt, können Sie die Probleme in den Griff bekommen. Falls Sie unsicher sind, notieren Sie sich in einem Sodbrennen-Tagebuch die Situationen, in denen Sie Anspannung oder Angst verspüren und Sodbrennen auftritt. So können Sie feststellen, wann es bei Ihnen persönlich „brennt“.

Wichtig für Sie

Nicht immer ist gleich zu erkennen, wodurch Sodbrennen ausgelöst wird. Wenn Sie jedoch der Typ Mensch sind, dem Entscheidungen und Konflikte schwer im Magen liegen, ist Stress eine wahrscheinliche Ursache. Jetzt gilt es, Ihre privaten Stress-Auslöser zu finden. Denn weniger Stress bedeutet weniger Sodbrennen.

Was hilft? So machen Sie gegen psychisch bedingten Reflux mobil

Ganz allgemein kann man sagen: je weniger Stress, desto weniger Sodbrennen. Die Auslöser von Stress sind in unserem zumeist hektischen Alltag jedoch nicht „mal eben“ abzuschalten. Deshalb sind gute Techniken nötig, um sich in stressigen Situationen nicht so schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Ein gutes Zeitmanagement und eine vorausschauende Planung sind beispielsweise das A und O, wenn es darum geht, Termindruck zu vermeiden. Für Sie selber und Ihren Magen ist es außerdem wichtig, dass Sie Probleme nicht in sich „hineinfressen“. Reden Sie darüber! Denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Und wenn es doch mal knallt: Lassen Sie Dampf ab! Egal ob Sie schreien oder eine Runde um den Block rennen, die Energie muss raus. Kleine Erholungspausen im Tagesablauf sorgen für einen zusätzlichen Ausgleich zu den belastenden Situationen. Verschiedene Maßnahmen zur Stressbewältigung, wie Yoga, Thai-Chi oder Meditation, können hier helfen.

Wichtig für Sie

Stress lässt sich nicht so einfach aus unserem Alltag verbannen. Aber mit verschiedenen Techniken können Sie dafür sorgen, dass weniger Stress entsteht und Sie mit stressigen Situationen besser umgehen können.

Tipps für den Alltag

  • Gönnen Sie sich regelmäßig einen entspannenden Termin nur für sich selbst.
  • Schalten Sie zwischendurch ab, auch von der ständigen Informationsflut durch das Handy.
  • Sagen Sie auch mal NEIN! und lassen andere die Verantwortung übernehmen.
  • Sorgen Sie für ausreichend Schlafen und Erholung.
  • Pflegen Sie soziale Kontakte und Hobbies.
  • Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und Genießen.
  • Rücken Sie dem Stress mit Bewegung und Sport zu Leibe.

Was Sie noch tun können

Neben all den Stress reduzierenden Maßnahmen ist es aber auch wichtig, den Magen grundsätzlich zu entlasten. Dies gelingt vor allem, in dem Sie schwer verdauliche Kost meiden. Und auch der Verzicht auf Genussmittel, wie Alkohol, Koffein oder Nikotin, hilft. Denn diese Faktoren fördern die Bildung von Magensäure und können deshalb Sodbrennen auslösen oder noch verstärken.

Medikamente: wirksame Soforthilfe

Nicht immer reichen Entspannungsmaßnahmen und eine Ernährungsumstellung aus, um Sodbrennen durch Stress zu verhindern. Im Fall von akuten Beschwerden kann es dann sinnvoll sein, den Magen mit Hilfe von rezeptfreien Medikamenten gegen Sodbrennen zu entlasten. Verschiedene in der Apotheke erhältliche Mittel stehen dafür zur Verfügung.

Häufig werden die folgenden Präparate verwendet:

  • Antazida: Sie binden überschüssige Magensäure und können sie so neutralisieren.
  • Protonenpumpenhemmer: Sie unterbinden die Magensäureproduktion.
  • H2-Blocker: Sie wirken ebenfalls hemmend auf die Entstehung der Magensäure

Wichtig für Sie

Akutes Sodbrennen ist gut mit rezeptfreien Medikament behandelbar. Bei leichteren säurebedingten Magenbeschwerden eignen sich Antazida. Leiden Sie unter heftigeren Symptomen, können auch andere Präparate für Sie geeignet sein. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten.

Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden können tatsächlich durch psychischen Stress ausgelöst werden. Denn die ursprünglich als Schutzmechanismus in Gefahrensituationen entstandene Stressreaktion beeinflusst den gesamten Körper – so auch die Verdauung. Gestresste Menschen leiden deshalb öfters unter Symptomen wie Sodbrennen, Übelkeit oder Völlegefühl. Um die Beschwerden zu lindern, müssen Sie die Auslöser für Ihren Stress kennen. Versuchen Sie, diese stressigen Situationen möglichst zu vermeiden. Zusätzlich helfen stressreduzierende Techniken und ein magenfreundlicher Lebensstil, um die negativen Auswirkungen von Stress zu lindern. Und für den akuten Notfall: Rezeptfreie Medikamente, wie beispielsweise Antazida, sind schnell wirksam und gut verträglich bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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