Zwerchfellbruch und Sodbrennen

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23. Mai 2018
Lesedauer: ca. 9 Minuten

Bekommt man Sodbrennen durch einen Zwerchfellbruch? Ja! Sodbrennen kann generell durch viele Faktoren ausgelöst werden. Und zugegebenermaßen trägt meist eine opulente Mahlzeit oder der ungesunde Lebensstil dazu bei. Doch auch ein Zwerchfellbruch kann Sodbrennen verursachen. Aber warum?

Was ist ein Zwerchfellbruch?

Ein Zwerchfellbruch ist ein sogenannter Eingeweidebruch. Der medizinische Fachbegriff dafür heißt Hernie. Doch wie entsteht solch ein Bruch? Wenn sich das Zwerchfellgewebe lockert, kann es seine Aufgabe als Trennwand zwischen Brustraum und Bauchraum nicht mehr erfüllen. Denn die schmalen Durchtrittsstellen, durch die unter anderem Blutgefäße, Nerven und die Speiseröhre vom Brust- in den Bauchraum gelangen, erweitern sich. Es entstehen Lücken im Gewebe, die sogenannten Hernien. Dadurch werden die durchtretenden Strukturen dann nicht mehr fest umschlossen.

Zwerchfellbruch

Zumeist ist dies nicht weiter schlimm und oft bemerken die Betroffenen den Bruch nicht einmal. Denn von außen ist ein Zwerchfellbruch in der Regel nicht sichtbar. Manchmal werden jedoch Organe durch diese neu entstandenen Lücken gedrückt. So kann es zum Beispiel passieren, dass sich ein Teil des Magens in den Brustraum verlagert. In diesem Fall spricht man von einer Hiatushernie. Hiatus bezeichnet dabei den Schlitz, durch den die Speiseröhre vom Brustraum in den Bauchraum verläuft. Verläuft die Hernie parallel zur Speiseröhre, spricht man von einer axialen Hiatushernie. Sie ist die häufigste Art des Zwerchfellbruchs. Nicht immer führt ein vorliegender Zwerchfellbruch zu spürbaren Beschwerden.

Manchmal treten aber dennoch Symptome auf, wie:

Wichtig für Sie

Bei einem Zwerchfellbruch ist die Stabilität der Trennwand zwischen Brust- und Bauchraum nicht mehr im nötigen Maß vorhanden. Durch die entstandenen Lücken im Gewebe können dann Organe aus dem Bauch- in den Brustraum gelangen. Dies kann zu Symptomen wie Sodbrennen oder Schluckbeschwerden führen. In der Regel bleibt ein Zwerchfellbruch allerdings unerkannt, da keine oder nur geringfügige Beschwerden auftreten. Außerdem ist der Bruch von außen nicht sichtbar.

Risikofaktoren für einen Zwerchfellbruch: bin ich gefährdet?

Die Ursache für Zwerchfellbrüche ist nicht bekannt. Menschen mit bestimmten Eigenschaften scheinen allerdings besonders gefährdet zu sein.

Zu den Risikofaktoren gehören:

Ob man selber zur Gruppe derer gehört, die möglicherweise mit einem Zwerchfellbruch rechnen müssen, hat man nicht immer selber in der Hand. So ist eine Bindegewebsschwäche beispielsweise oftmals angeboren oder altersbedingt. Und auch Krankheiten und Operationen können dazu führen. Der permanent hohe Druck auf Bauch und Zwerchfell aufgrund einer Schwangerschaft ist ebenfalls nicht zu ändern. Der hohe Druck auf das Zwerchfell durch Übergewicht allerdings schon! Hier ist Eigeninitiative und Abnehmen gefragt: Denn ein geringeres Übergewicht bedeutet weniger Druck auf den Bauch und demnach auch ein geringeres Risiko, einen Zwerchfellbruch zu erleiden. Zu guter Letzt sollte man ebenso versuchen, allzu große Kraftakte weitestgehend zu vermeiden. Schweres Heben oder starkes Pressen beim Stuhlgang zum Beispiel. Starkes Husten oder Pressen bei der Geburt lassen sich dagegen allerdings nicht unbedingt verhindern.

Wie entsteht Sodbrennen bei einem Zwerchfellbruch?

Da die Speiseröhre im Fall eines Zwerchfellbruchs keinen stabilen Halt mehr hat, schließt der Muskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr richtig. Im Normalfall sorgt der Schließmuskel dafür, dass kein Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigt. Funktioniert diese Barriere aber nicht mehr, können Nahrungsbrei und Magensäure leicht wieder in die Speiseröhre zurückgelangen. Diesen Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre bezeichnet man als Reflux. Einmal in der Speiseröhre angelangt, greift die aggressive Magensäure die Schleimhaut an. Dadurch entsteht das typische Brennen in der Speiseröhre. In einigen Fällen treten zusätzlich weitere Symptome auf, unter anderem Schmerzen in der Brust, Übelkeit und Magenbeschwerden.

Wichtig für Sie

Bei einem Zwerchfellbruch fehlt dem Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre der Halt. Er schließt deshalb nicht mehr so gut. Mageninhalt und Magensäure können dadurch leichter in die Speiseröhre aufsteigen und dort die Schleimhaut reizen. Es kommt zu Sodbrennen.

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Diagnose & Behandlung eines Zwerchfellbruchs

Eine Zwerchfellhernie wird vom Arzt zumeist schnell und ohne großen Aufwand erkannt. Mithilfe einer Tastuntersuchung im Stehen kann er die Bruchstelle meist schon fühlen. Am besten geht dies, wenn währenddessen gehustet oder gepresst wird. Dabei kann zumeist auch schon direkt die Größe des Bruchs festgestellt werden. Weiterhin überprüft der Arzt, ob sich das Gewebe wieder in die eigentliche Position zurückschieben lässt und ob eine Behandlung erforderlich ist. In einigen Fällen ist eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung notwendig. Röntgenaufnahmen, Computer (CT)- oder Magnetresonanztomografien (MRT) sind jedoch in der Regel nicht erforderlich. Manchmal wird ein Zwerchfellbruch auch erst zufällig festgestellt, wenn eine Speiseröhrenspiegelung zur Abklärung von Sodbrennen durchgeführt wird.

Ich habe eine Hiatushernie: was nun?

Hernien bilden sich in den allermeisten Fällen nicht von alleine zurück. Bei kleinen Brüchen ohne weitere Beschwerden ist dies generell auch nicht schlimm. Ihr Arzt wird nach einer Untersuchung über die richtige Vorgehensweise entscheiden.

Bei den folgenden Ausnahmen ist eine Behandlung angezeigt:

  • Betroffene haben starke Beschwerden,
  • Komplikationen werden befürchtet.

Eine Operation stellt dann eine wichtige Behandlungsmöglichkeit dar. Hierbei wird das Gewebe wieder in seine ursprüngliche Position zurückgeschoben oder entfernt. Anschließend wird die Bruchstelle mit einer Naht verschlossen. Um einen erneuten Bruch zu verhindern, kann ein Kunststoffnetz das Gewebe zusätzlich verstärken. Häufig genügt für diese Art der Operation ein kleiner Bauchschnitt, über den die Operation mit Hilfe einer kleinen Kamera erfolgt. Bei dieser als Laparoskopie bezeichneten Operationsmethode ist die Narbenbildung minimal.

Wichtig für Sie

Ob Sie eine Hiatushernie haben oder nicht, kann mit einfachen Untersuchungsmethoden schnell diagnostiziert werden. Solange nur geringfügige Beschwerden auftreten, bleibt die Diagnose allerdings ohne Konsequenz. Nur in Ausnahmefällen wird der Bruch mit einer Operation behoben.

Was hilft gegen Sodbrennen nach einem Zwerchfellbruch?

In der Regel wird ein Zwerchfellbruch nicht behandelt, solange er keine gravierenden Auswirkungen hat. Solange der Bruch besteht, wird aber das durch den Bruch ausgelöste Sodbrennen höchstwahrscheinlich nicht von alleine wieder abklingen. Gegen die Beschwerden hilft dann nur eine Anpassung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und gegebenenfalls die Einnahme von Medikamenten. Besprechen Sie die für Sie geeigneten Behandlungsoptionen mit Ihrem behandelnden Arzt. Einige Betroffene machen auch gute Erfahrungen mit gezielten Atemübungen zur Stärkung der Zwerchfellmuskulatur. Denn das Zwerchfell ist nicht nur Trennwand zwischen Brust- und Bauchraum, sondern außerdem unser wichtigster Atemmuskel. Und wie jeder Muskel auch, lässt er sich durch spezielles Training ganz systematisch aufbauen.

Wichtig für Sie

Sodbrennen durch einen Zwerchfellbruch ist in vielen Fällen durch eine Umstellung der Ernährung und einen magenschonenden Lebensstil in den Griff zu bekommen. Auch Medikamente können helfen, Sodbrennen zu lindern. Wenn diese Maßnahmen keine Linderung bringen, kann bei schwerwiegenden Problemen möglicherweise eine Operation des Zwerchfellbruchs sinnvoll sein.

Medikamente: schnell und effektiv im Notfall

Eine Ernährungsumstellung, magenfreundliches Verhalten im Alltag – das alles ist leichter gesagt als getan. Und manchmal reichen diese Maßnahmen auch nicht aus, um das Sodbrennen zu lindern. In solchen Fällen können Sie auf schnell und gut wirksame, rezeptfreie Medikamente gegen Sodbrennen zurückgreifen. Da sich die Präparate in den Wirkstoffen und Wirkmechanismen unterscheiden, ist eine Beratung in der Apotheke sinnvoll. So können Sie gezielt ein für Sie geeignetes Mittel finden. Um den Magen so wenig wie möglich zu belasten, eignen sich besonders gut Schichtgitterantazida, wie beispielsweise Riopan. Mit dem Wirkstoff Magaldrat neutralisiert es nur das „Zuviel“ an Magensäure. Die Verdauungsfunktion bleibt dabei weiterhin gut erhalten. Weitere Vorteile sind der schnelle Wirkeintritt, eine langanhaltende Wirkung und die Förderung der Selbstheilung. Soll die Magensäureproduktion generell vermindert werden, können dafür Protonenpumpenhemmer wie PANTOZOL Control oder auch verschiedene H2-Blocker eingesetzt werden.

Wichtig für Sie

Akutes Sodbrennen müssen Sie nicht aushalten. Rezeptfreie Medikamente, wie zum Beispiel Schichtgitterantazida, helfen schnell und sind dabei gut verträglich. Bei stärkeren Beschwerden eignen sich auch Protonenpumpenhemmer.

Das Zwerchfell trennt Brust- und Bauchraum voneinander ab. Ist die Stabilität der Trennung aufgrund eines Zwerchfellbruchs nicht mehr ausreichend gegeben, kann Sodbrennen entstehen. Denn der Schließmuskel, der Magen und Speiseröhre normalerweise voneinander trennt, braucht das Zwerchfell als Stütze. Fällt diese durch den Bruch weg, schließt der Muskel nicht mehr richtig. Mageninhalt und aggressive Magensäure können dann verstärkt in die Speiseröhre gelangen und dort zu Sodbrennen führen. Ein Zwerchfellbruch wird in der Regel nur dann mit einer Operation behoben, wenn schwerwiegende Beschwerden vorliegen. Im Normalfall wird der Bruch aber offengelassen. Sodbrennen, das durch einen Zwerchfellbruch entsteht, geht dann zumeist nicht von alleine wieder weg. Daher kann man die Beschwerden mit einer Anpassung von Ernährung und Lebensstil meist deutlich lindern. Je nach Stärke der Beschwerden stehen auch verschiedene Medikamente zur Behandlung von Sodbrennen zu Verfügung.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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