Wie beugt man Sodbrennen vor?

Alternative Text
20. Juli 2018
Lesedauer: ca. 7 Minuten

Sodbrennen kann viele verschiedene Ursachen haben. Demnach gibt es auch viele Möglichkeiten, um der Entstehung von Sodbrennen vorzubeugen. Häufig helfen dabei schon kleine Verhaltensänderungen oder Anpassungen des Lebensstils. Hier erhalten Sie einen Überblick darüber, wie Sie Sodbrennen vorbeugen und das Leben wieder genießen können.

Ernährung: wann sich Verzicht auszahlt

Ein Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel kann sich auszahlen. Denn schlecht verträgliche und schwer verdauliche Lebensmittel sind potentielle Auslöser von Sodbrennen.

Häufig werden beispielsweise

  • fettige oder scharfe Speisen,
  • zuckerhaltige Snacks,
  • die Magensäureproduktion ankurbelnden Genussmittel und
  • kohlensäurehaltige Getränke

mit den Beschwerden in Verbindung gebracht. Dabei reagiert jedoch der Magen bei jedem unterschiedlich auf die verschiedenen Lebensmittel. Deshalb kann es durchaus sein, dass Ihnen ein großen Stück Sahnetorte nichts ausmacht, eine kleine Portion Chili jedoch sofort auf den Magen schlägt. Zudem können auch Lebensmittel, die zunächst nicht unbedingt als schwer verdaulich gelten, die Ursache für Ihr Sodbrennen sein. Aus diesem Grund macht es keinen Sinn, auf alle potentiellen Auslöser zu verzichten. Zur Vorbeugung von Sodbrennen ist es viel wichtiger, die persönlichen Gründe für die Beschwerden zu identifizieren und zu meiden.

Sind Sie unsicher, was genau bei Ihnen Sodbrennen auslöst, dann ist ein Sodbrennen-Tagebuch empfehlenswert. Denn damit können Sie gezielt beobachten, nach welchen Mahlzeiten die Sodbrennen-Symptome auftreten. Und sobald die Übeltäter entlarvt sind, können Sie Ihre Ernährung entsprechend umstellen und so Ihr Sodbrennen mindern.

Tipps zum Essverhalten

Nicht nur durch den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel kann Sodbrennen vorgebeugt werden. Auch ein angemessenes Essverhalten kann helfen, damit Ihnen das Leben wieder schmeckt:

  • Gründliches Kauen erleichtert dem Magen die Verdauung.
  • Ruhe und Genuss bei den Mahlzeiten verhindern zu hektisches Essen.
  • Kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind leichter verdaulich.
  • Gönnen Sie sich und Ihrem Magen nach dem Mittagessen eine kleine Verdauungspause.
  • Wasser und ungesüßte Getränke eignen sich hervorragend als Durststiller und bringen die Verdauung in Schwung.

Tief durchatmen und Sodbrennen mindern

Kaum zu glauben, aber wahr: Eine tiefe Bauchatmung kann helfen, Sodbrennen vorzubeugen. Denn bei dieser Atmung wird der zentrale Atemmuskel – das Zwerchfell – trainiert. Das ist auch für den Magen gut. Denn das Zwerchfell unterstützt den zwischen Speiseröhre und Magen gelegenen Schließmuskel. Das bedeutet: Wird das Zwerchfell gestärkt, kann auch der Speiseröhrenschließmuskel besser funktionieren. Und wenn der Muskel zuverlässig schließt, verhindert er das Aufsteigen von Mageninhalt in die Speiseröhre. So verbleibt die aggressive Magensäure, Hauptursache bei Sodbrennen im Magen und richtet keinen Schaden an. Sodbrennen wird vorgebeugt. Probieren Sie es aus! Hier erfahren Sie wie Zwerchfellatmung geht.

Haltung bewahren: am Arbeitsplatz, beim Sport und zu Hause

Egal ob am Arbeitsplatz, beim Sport oder zu Hause: Eine ungünstige Körperhaltung kann Sodbrennen fördern. So wird beispielsweise durch eine zusammengesunkene Sitzhaltung der Magen eingequetscht. Dadurch erhöht sich der Druck im Bauchraum und Mageninhalt wird leicht in die Speiseröhre hochgeschoben. Beschwerden entstehen.

Doch nicht nur Menschen, die viel Sitzen, leiden unter Sodbrennen. Auch so mancher Sportler wird nach dem Training von Beschwerden geplagt. Denn bei einigen Sportarten, wie Sit-ups oder Gewichtheben, wird der Magendruck durch einen vorgebeugten Oberkörper und die Körperanspannung stark erhöht.

Mit

  • einer aufrechten Sitzhaltung und
  • magenschonenden Bewegungen beim Sport

können Sie das Sodbrennen jedoch mindern. Keinen Sport zu treiben ist dabei allerdings keine Alternative. Denn Sport und Bewegung fördern die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Verdauung. Deshalb kommt es hier darauf an, die richtige Sportart zu finden.

Für Menschen, die zu Sodbrennen neigen, sind z. B. gut geeignet

  • Wandern,
  • Nordic Walking oder
  • entspanntes Radfahren.

Rezeptfrei in Ihrer Apotheke
Apotheke finden

Hilfe bei Sodbrennen in der Nacht

Häufig berichten Betroffene, dass sich Ihre Beschwerden im Liegen verschlimmern. Das kann mehrere Ursachen haben. Zum einen nimmt man in der Ruheposition den eigenen Körper intensiver wahr. Zum anderen kann aber auch eine ungünstige Liegeposition zur Verschlimmerung Ihres Sodbrennens beitragen.

Nehmen Sie Ihr Schlafverhalten einmal unter die Lupe:

  • Schlafen Sie in Bauchlage?
  • Liegt der gesamte Körper auf einer Höhe?
  • Auf welche Körperhälfte liegen Sie häufiger?

Generell ist das Schlafen in Bauchlage ungünstig. Denn das Körpergewicht drückt auf den Magen. Dadurch steht auch der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre unter Druck und kann nicht mehr gut schließen. Außerdem kann Mageninhalt in einer ebenen Schlafposition leichter in die Speiseröhre zurückfließen.

Deshalb sollten Sie sich angewöhnen,

  • in Rückenlage und
  • mit hochgelagertem Oberkörper

zu schlafen. Denn so wird der Magen nicht belastet. Außerdem verhindert die Schwerkraft, dass der Speisebrei einfach in die Speiseröhre läuft. Sodbrennen wird vorgebeugt oder zumindest gemindert.

Wenn Sie kein Rückenschläfer sind, kann auch eine Schlafposition in linker Seitenlage eine Hilfe bei Sodbrennen sein. Denn im Liegen auf der linken Seite befindet sich die Speiseröhre oberhalb des Magens. Deshalb kann Mageninhalt auch in dieser Position weniger einfach in die Speiseröhre gelangen. Sodbrennen kann so vorgebeugt werden.

Stressabbau kann Sodbrennen vorbeugen

Gehören Sie zu den Kandidaten, denen Stress und psychische Belastungen schnell auf den Magen schlagen? Dann sollten Sie versuchen, den Ursachen für Stress und Sodbrennen vorzubeugen und möglichst viel Entspannung in Ihren Alltag zu bringen.

Verschiedene Maßnahmen sind dafür geeignet, zum Beispiel

  • Entspannungstechniken, wie autogenes Training, Thai-Chi oder Meditation,
  • Ausgleich durch Bewegung und Ausdauersport,
  • einfache To Do-Listen zur Organisation des Alltags,
  • Priorisierung von Aufgaben und Abarbeiten entsprechend ihrer Wichtigkeit,
  • Verantwortung auch mal abgeben und Aufgaben delegieren.

Diese Maßnahmen helfen nicht nur Ihrem Magen. Auch die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden profitieren.

Sodbrennen natürlich lindern: Hausmittel

Um leichte Symptome zu mindern oder Sodbrennen sogar vorzubeugen, eignen sich auch manche Hausmittel. Denn obwohl die Wirksamkeit für die meisten Hausmittel nicht wissenschaftlich erwiesen ist, machen viele Betroffene dennoch gute Erfahrungen damit.

Beispielsweise können Sie die brennende Magensäure mit Getränken wie

  • stillem Wasser oder auch
  • Kräutertee

verdünnen und so die Beschwerden vermindern. Häufig wird auch fettarme Milch zur Linderung von Sodbrennen empfohlen. Allerdings sind die Erfahrungswerte hierzu widersprüchlich. Während dem einen das Glas Milch durchaus helfen kann, verschlimmern sich die Symptome bei den anderen. Hier heißt es: ausprobieren, ob Milch Ihnen guttut.

Weiterhin eigen sich bestimmte Lebensmittel, wie

  • reife Bananen,
  • Weißbrot,
  • Speisebrei aus Kartoffeln, Möhren, Gries oder Reis,
  • Saft aus rohen Kartoffeln sowie
  • aufgequollene Leinsamen,

um Magensäure zu binden. So kann akutes Sodbrennen gemindert werden. Und auch das Kaugummikauen kann gegen leichtes Sodbrennen helfen. Denn Kauen regt die Bildung von Speichel an. Dieser ist basisch und neutralisiert die Magensäure. Zudem wird durch das häufige Schlucken hochgestiegene Magensäure schnell wieder zurück in den Magen befördert.

Außerdem hat auch die Apotheke der Natur so einiges zu bieten. Denn viele Kräuter, zum Beispiel Anis, Fenchel, Kamille, Kümmel und Spitzwegerich, tun dem Magen gut. Als Gewürz in der Mahlzeit machen sie das Essen bekömmlicher und können auf diese Weise Sodbrennen vorbeugen. Und auch als Tee sind sie eine Wohltat für den Magen.

Manchen Menschen helfen auch homöopathische Mittel gegen Sodbrennen. Probieren Sie aus, was Ihre Symptome mindert.

Sodbrennen verhindern: weitere Alltagstipps

Generell sollten Sie versuchen, Ihren Lebensstil magenfreundlich zu gestalten und potentielle Sodbrennen-Ursachen zu minimieren.

Dazu gehört unter anderem auch,

  • Übergewicht zu reduzieren, also abzunehmen
  • auf Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Nikotin zu verzichten
  • bequeme Kleidung zu tragen und
  • für geeignete Sitz- und Liegemöglichkeiten zu sorgen

Eine bequeme Kleidung trägt zum Wohlbefinden bei und kann Sodbrennen verhindern. Denn nur wenn der Magen nicht eingeschnürt und gequetscht wird, kann er seine Aufgaben erfüllen. Enge BHs, Gürtel, Röcke oder Hosen drücken jedoch auf Magen und Speiseröhrenschließmuskel und fördern damit die Entstehung von Sodbrennen. Dies gilt insbesondere auch in der Schwangerschaft. Denn durch das heranwachsende Kind ist der Druck auf Magen und Speiseröhre ohnehin schon erhöht. Jede weitere Druckerhöhung auf den Magen sollte deshalb unbedingt vermieden werden, um Sodbrennen-Symptome möglichst zu lindern.

Zusätzlich können Sie sich Ihren Alltag erleichtern, wenn Sie mit einer cleveren Auswahl an Sitz und Liegemöglichkeiten stets für die richtige Körperhaltung sorgen: gerade sitzen und mit erhöhtem Oberkörper liegen. So können Sie Sodbrennen langfristig vorbeugen oder zumindest mindern.

Und wenn es doch einmal zu Sodbrennen kommt? In diesem Fall können Antazida wie RIOPAN helfen. Denn diese rezeptfrei erhältlichen Medikamente neutralisieren überschüssige Magensäure. Dabei wird die Verdauungstätigkeit jedoch nicht beeinträchtigt. Deshalb sind diese Sodbrennen-Mittel sehr gut verträglich.

Alternative Text
AutorMedhacon, Medical Writer
Alternative Text
Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Betroffene verspüren einen brennenden Schmerz.

Mehr

Mit welchen typischen Symptomen sich Sodbrennen äußert, wie es sich anfühlt und wann man einen Arzt konsultieren sollte.

Mehr

Bei der Behandlung von Sodbrennen sollte nur so viel Säure wie nötig neutralisiert werden, um die Verdauung nicht zu stören.

Mehr