Behandlung: was hilft gegen Sodbrennen?

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20. Juli 2016

Sie kennen das bestimmt auch: In einer ungünstigsten Situation tritt plötzlich ein unangenehmes Brennen hinter dem Brustbein auf und der Magen schmerzt. Doch Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden lassen sich in der Regel gut behandeln. Oftmals hilft es, Ernährung und Essverhalten umzustellen, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Auch zahlreiche Hausmittel können Linderung bringen. Zudem gibt es in der Apotheke rezeptfrei erhältliche Medikamente gegen gelegentliches Sodbrennen. Bessern sich die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen nicht, können stärkere, verschreibungspflichtige Medikamente oder in seltenen Fällen eine Operation notwendig sein. Hier haben wir für Sie zusammengefasst, was man gegen Sodbrennen tun kann.

Alltagstipps: Eigeninitiative gegen Sodbrennen

Die Ursachen für Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden sind vielfältig. Oftmals ist das eigene Verhalten ausschlaggebend. In diesem Fall sind kleine Veränderungen im Alltag nötig, um die Beschwerden deutlich zu lindern oder sogar zu vermeiden. Entscheidend ist, dass Sie die Ursachen für das Sodbrennen beseitigen.

Drosseln Sie die Magensäureproduktion

Häufig ist ein zu viel Magensäure der Grund für schmerzhaftes Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden. Denn der Magen ist zwar durch die Magenschleimhaut vor der Säure geschützt, aber große Mengen Säure können ihm irgendwann zu schaffen machen. Zudem kann Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen und Reizungen hervorrufen. In vielen Fällen können Sie mit einfachen Maßnahmen erreichen, dass die Schmerzen rasch gelindert werden oder gar nicht erst entstehen.

Die richtigen Essgewohnheiten

Die richtige Ernährung bei Sodbrennen und Reflux ist das A und O! Denn fettige, süße oder stark gewürzte Lebensmittel kurbeln die Produktion von Magensäure an! Außerdem zählen Alkohol, Koffein und Nikotin zu den sogenannten Säurelockern, die Sie vermeiden sollten. Allerdings rebelliert der Magen manchmal ohne erkennbaren Grund. In diesem Fall können Sie den Auslösern von Sodbrennen mit Hilfe eines Sodbrennen-Tagebuchs auf die Schliche kommen. Denn welche Nahrungsmittel die Beschwerden verursachen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Auch das Essverhalten sollten Sie im Blick behalten. Mit

  • mehreren kleinen Mahlzeiten,
  • gründlichem Kauen und
  • leicht verdaulichem Essen am Abend, spätestens 3-4 Stunden vor dem Zubettgehen

lässt sich die Magensäureproduktion reduzieren und Sodbrennen bekämpfen.

Risikofaktoren vermeiden

Bestimmte Personen sind als Sodbrennen-Kandidaten besonders gefährdet, Magenbeschwerden zu entwickeln. Ein erhöhtes Risiko besteht beispielsweise bei

  • Übergewichtigen, denn je umfangreicher der Rettungsring um den Bauch ist, desto größer ist auch der Druck auf den Magen. Mageninhalt wird leichter in die Speiseröhre gedrückt, was zu Reflux und Sodbrennen führt;
  • gestressten Personen, denn auf psychische Belastung reagieren manche Menschen mit erhöhter Magensäureproduktion;
  • Problemessern, die durch wahlloses und ungesundes „Frustessen“ den Magen belasten.

Betroffene Personen können mit geeigneten Maßnahmen die Risikofaktoren minimieren. Vermeiden Sie beispielsweise Übergewicht und Stress und achten Sie auf eine bewusste Ernährung.

Freiheit für den Magen!

Reduzieren Sie unnötigen Druck auf den Bauch! Wenn der Bauch unbequem zusammengedrückt wird, gelangt die aggressive Magensäure besonders leicht in die Speiseröhre. Geeignete Maßnahmen sind

  • bequeme, nicht zu eng anliegende Kleidung,
  • eine Schlafposition auf dem Rücken mit erhöhtem Oberkörper sowie
  • eine aufrechte Körperhaltung.

Letzteres gilt sowohl beim Sitzen als auch beim Sport. Denn durch eine ungünstige Körperhaltung kann es zu Sodbrennen beim Sport kommen.

Hausmittel

Auch wenn die Wirkung vieler Hausmittel  bei Sodbrennen nicht wissenschaftlich erwiesen ist, gibt es viele Betroffene, die sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Es lohnt sich, die potenziell lindernde Wirkung von Gewürzen, Kartoffeln, Kräutern und Leinsamen auszutesten. Zudem gibt es diverse Möglichkeiten, Sodbrennen zu vermeiden.

Wichtig für Sie

In vielen Fällen fördert man mit dem eigenen Verhalten die Entstehung von Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden. Dann sind Maßnahmen zur

  • Verminderung der Magensäureproduktion,
  • Verringerung des Drucks auf den Bauch sowie
  • Verdauungsförderung durch Hausmittel

für die Entlastung des Magens hilfreich und können die Beschwerden lindern oder sogar beseitigen.

Rezeptfrei in Ihrer Apotheke
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Schnelle Hilfe: Behandlung von Sodbrennen mit Medikamenten

Es gibt verschiedene Medikamente gegen Sodbrennen, mit denen sich die typischen Sodbrennen-Symptome schnell und zuverlässig bekämpfen lassen.

Die am häufigsten verwendeten Sodbrennen-Mittel sind:

  • Antazida,
  • Protonenpumpenhemmer (PPI) und
  • H2-Blocker.

Was hilft gegen Sodbrennen?

Bei Sodbrennen ist schnelle und magenschonende Hilfe gefragt. Unser Video erklärt was schnell gegen Sodbrennen hilft.

Welches Sodbrennen-Mittel ist für mich geeignet?

Bei der Frage, welches Mittel Ihnen am besten hilft, kommt es auf zwei wesentliche Dinge an:

  1. Welcher Art sind Ihre Beschwerden?
  2. Wie stark sind die Beschwerden ausgeprägt?

Antazida bei gelegentlichem Sodbrennen

Bei gelegentlichem Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden helfen Antazida. Sie neutralisieren die Magensäure und sind gut verträglich. Zu den rezeptfrei in der Apotheke erhältlichen Antazida zählt beispielsweise RIOPAN mit dem Wirkstoff Magaldrat. Es ist in Form von Magentabletten oder Magen Gel erhältlich und kann auch bei Sodbrennen während der Schwangerschaft für kurze Zeit eingesetzt werden.

Protonenpumpenhemmer bei häufigerem Sodbrennen

Bei starkem und häufigerem Sodbrennen helfen Protonenpumpenhemmer (PPI). Diese Produkte greifen direkt in die Produktion der Magensäure ein und sind nicht zur schnellen Akut¬behandlung geeignet. Bei längerfristiger Anwendung müssen PPI vom Arzt verordnet werden. Können PPI nicht eingenommen werden, sind H2-Blocker eine Alternative. Diese Mittel verhindern die Säureabgabe in den Magen und können wie die PPI für eine kurzzeitige Anwendung in der Apotheke rezeptfrei erworben werden.

Wenn Sie unsicher sind, welches Medikament für Sie geeignet ist, informieren Sie sich in der Apotheke oder bei Ihrem Hausarzt. Ein Arztbesuch  ist erforderlich, wenn Ihre Beschwerden trotz Eigenbehandlung länger als 14 Tage anhalten, die Symptome sehr stark sind oder sich verschlimmern.

Wichtig für Sie

Es gibt verschiedene Sodbrennen-Mittel, die nicht für jeden gleichermaßen geeignet sind. Je nach Art und Stärke der Beschwerden kommen

  • Antazida,
  • Protonenpumpenhemmer oder
  • H2-Blocker

zum Einsatz. Teilweise erhalten Sie die Medikamente rezeptfrei in der Apotheke. Sollten sich die Beschwerden innerhalb von 14 Tagen nicht bessern oder verschlimmern, suchen Sie Ihren Arzt auf.

Als letzte Option: Operationen gegen Sodbrennen

Waren alle genannten Therapien gegen Sodbrennen nicht wirksam, kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein. Hier kommt es darauf an, ob das Sodbrennen körperliche Ursachen hat. Kommen die Beschwerden daher, dass vermehrt Speisebrei oder Magensäure in die Speiseröhre gelangt? Oder liegt eine sogenannte Hiatushernie  – also ein Zwerchfellbruch – vor, durch den Magenteile in den Brustraum rutschen? Auch in diesem Fall kann es zu den bekannten Sodbrennen-Symptomen kommen.

Anti-Reflux-Operation

Die Behandlung von Reflux beziehungsweise den Reflux-Symptomen zielt auf den Schutz der Speiseröhre vor aufsteigender Magensäure ab. Mit der Anti-Reflux-Operation, auch Fundoplikatio genannt, wird der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen operativ stabilisiert und gestützt. Reflux soll damit weitestgehend verhindert werden. Die OP wird normalerweise minimalinvasiv, d. h. nur durch eine kleine Öffnung in der Bauchdecke, durchgeführt.

Operation bei Hiatushernie

Sind Brust- und Bauchraum aufgrund von Lücken im Zwerchfell nicht vollständig voneinander getrennt, können Teile des Magens durch die Lücken in den Brustraum rutschen. Das kann in Folge von Verletzungen oder Vergrößerungen bestehender Durchlässe geschehen und zu Beschwerden führen. Betroffene Organe werden operativ an den richtigen Platz geschoben und die Lücken im Zwerchfell verschlossen oder verkleinert.

Wichtig für Sie

Manchmal kann eine Operation zur Behandlung von Sodbrennen und Reflux sinnvoll sein. Zu den Eingriffen zählen die Fundoplikatio zur Verringerung von Reflux sowie eine Hiathushernien-Operation, wenn ein Zwerchfellbruch die Ursache für die Beschwerden ist.

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AutorMEDAHCON, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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Wer unter Sodbrennen leidet, sollte seine Ernährung umstellen und bewusst gewisse Lebensmittel reduzieren oder vermeiden.

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