Mittel gegen Sodbrennen

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21. Januar 2019
Lesedauer: ca. 8 Minuten

Sodbrennen ist unangenehm und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Bringen eine Ernährungsumstellung, der magenschonende Lebensstil oder Hausmittel keine ausreichende Linderung der Beschwerden, können Medikamente zur Behandlung von Sodbrennen sinnvoll sein. Welche gibt es und wie wirken sie?

Welche Sodbrennen-Medikamente gibt es?

Häufige Ursachen für Sodbrennen sind eine falsche Ernährung oder Stress. Zur Bekämpfung werden deshalb zunächst Maßnahmen wie Abnehmen bei Übergewicht, eine ausgewogene Auswahl an Nahrungsmitteln und Getränken und der Abbau von Stress empfohlen. Und auch der Einsatz von Hausmitteln kann sich lohnen. Denn viele Sodbrennen-Hausmittel sind seit langem bewährt, beispielsweise Heilerde oder Tees aus Heilpflanzen.

Leider helfen die zahlreichen Tipps und Ratschläge nicht immer. Und bis eine geeignete Maßnahme wirkt, kann einige Zeit vergehen – zu viel Zeit für manche Betroffene. Denn die Lebensqualität ist oft stark beeinträchtigt. Dann können Medikamente gegen Sodbrennen die unangenehmen Symptome, wie Brennen in der Speiseröhre, saures Aufstoßen, Völlegefühl und Magendruck, beseitigen. Am häufigsten kommen

  • Antazida,
  • Protonenpumpenhemmer und
  • H2-Blocker

zum Einsatz. Sie unterschieden sich in den enthaltenen Wirkstoffen und der Wirkweise. Je nach Schweregrad und Ursache der Symptome werden unterschiedliche Mittel gegen Sodbrennen empfohlen. Was ist am besten für wen geeignet?

Antazida: Hilfe bei gelegentlichen Beschwerden

Ein Glas Alkohol zu viel oder ein schlecht vertragenes Lebensmittel können dazu führen, dass Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigt. Dieser Reflux macht sich häufig als brennender Schmerz bemerkbar. In diesem Fall helfen die in der Apotheke rezeptfrei erhältlichen Antazida. Sie neutralisieren die überschüssige Magensäure schnell und zuverlässig direkt nach dem Schlucken. Außerdem binden sie auch Gallensäuren, die manchmal aus dem Darm aufsteigen.

Dabei sind diese Mittel generell gut verträglich. Und einige Präparate eignen sich auch zur Therapie von Sodbrennen bei Schwangeren und Stillenden. Dies ist ein großer Vorteil, denn gerade in der Schwangerschaft treten die Sodbrennen-Symptome besonders oft auf. Und nicht immer hilft eine Änderung der Ernährungsweise. Erfahren Sie hier, was Schwangere gegen Speiseröhrenbrennen, saures Aufstoßen und Völlegefühl tun können.

Konventionelle Antazida: so viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen konventionellen- und Schichtgitterantazida. Konventionelle Präparate bestehen aus Magnesium- oder Kalziumverbindungen oder aus Gemischen aus Aluminium- und Magnesiumverbindungen. Diese Arzneistoffe neutralisieren zuverlässig die Magensäure. Wird jedoch zu viel davon gebunden, können die Funktionen des Magens unter Umständen gestört sein:

  • Die Verdauungsenzyme können das Essen nicht mehr richtig vorverdauen.
  • Krankmachende Keime werden nicht mehr hinreichend abgetötet.

Schichtgitterantazida: so viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Wie der Name schon sagt, bestehen Schichtgitterantazida aus Wirkstoffschichten. In diesen Schichten läuft eine säureneutralisierende Reaktion im Magen ab bis ein optimaler pH-Wert von 5 erreicht ist. Dann stoppt die Reaktion, Verdauungs- und Schutzfunktionen bleiben erhalten. Entsteht durch erneute Magensaftproduktion wieder ein saures Milieu, wird der Arzneistoff abermals aktiviert. Das Präparat wirkt somit immer nur bei Bedarf.

Zu den Schichtgitterantazida gehört auch RIOPAN mit dem Wirkstoff Magaldrat. Dieser setzt sich aus Aluminium- und Magnesiumverbindungen zusammen und hilft effektiv bei typischen Sodbrennen-Symptomen. Dabei wird nicht nur die überschüssige Säure unschädlich gemacht. Magaldrat hat weitere positive Eigenschaften:

  • Auch eventuell aus dem Darm in den Magen gelangte Gallensäuren werden neutralisiert.
  • Die Schleimproduktion im Magen wird gefördert und der natürliche Schutz wiederhergestellt.
  • Der Wirkstoff bildet eine zusätzliche Schutzschicht auf der Magenschleimhaut.

Damit können Sie akutem Sodbrennen vorbeugen und den Moment genießen.

Das Wichtigste zu Antazida auf einen Blick

  • geeignet bei gelegentlich auftretenden Problemen;
  • Einnahme bei akutem Bedarf;
  • schnelle Wirksamkeit;
  • gute Verträglichkeit;
  • andere Medikamente erst nach einem Abstand von 2 Stunden einnehmen, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

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Protonenpumpenhemmer: Säureblocker bei starkem Sodbrennen

Protonenpumpenhemmer, kurz PPI, sind bei starkem, regelmäßigem Sodbrennen oder bei Vorliegen der Refluxkrankheit angezeigt. Die PPI sind sogenannte Säureblocker, welche in die Abläufe der Magensäureproduktion eingreifen. Dabei werden die Protonenpumpen in der Magenschleimhaut zerstört. Dadurch kann nur wenig Säure gebildet werden und es kommt seltener zum Reflux in die Speiseröhre. Die Symptome bessern sich.

Da die Neubildung der Pumpen nur langsam stattfindet, hält die Wirkung der PPI zudem längerfristig an. Allerdings kann dies auch zu Beeinträchtigungen führen. Denn wenn dauerhaft zu wenig Magensäure vorhanden ist, wird die Verdauungsfunktion oft nicht mehr vollständig aufrechterhalten. Grundsätzlich sind PPI, wie z. B. Pantozol Control, aber wirksam und verträglich. Aufgrund der Langzeitwirkung genügt in der Regel die Einnahme von 1 Tablette täglich. Dabei sind PPI nur teilweise rezeptfrei erhältlich, viele Präparate müssen ärztlich verordnet werden.

Das Wichtigste zu PPI auf einen Blick

  • geeignet bei häufiger auftretenden Beschwerden;
  • langsam einsetzende, dafür langanhaltende Wirkung;
  • beste Wirksamkeit bei Einnahme 1 Stunde vor dem Frühstück;
  • wenn die Beschwerden trotz Behandlung länger als 2 bis maximal 4 Wochen andauern, muss dies ärztlich abgeklärt werden;
  • nur teilweise rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

H2-Blocker: bei leichten Beschwerden oder PPI-Unverträglichkeit

H2-Blocker werden bei gelegentlichem Sodbrennen eingesetzt oder wenn PPI nicht eingenommen werden dürfen, z. B. bei einer PPI-Unverträglichkeit. Sie greifen genau wie die PPI in den Mechanismus der Magensäureproduktion ein. Dabei wirken sie jedoch weniger effektiv. Denn es wird nicht die gesamte Herstellung blockiert.

Die Abgabe von Magensäure ist nach Einnahme der H2-Blocker insbesondere in der Nacht verringert, während die Produktion tagsüber nur anteilig eingeschränkt ist. Dadurch ist der Mageninhalt vor allem nachts weniger sauer und verursacht weniger Beschwerden, sollte er in die Speiseröhre gelangen. Generell sind nur niedrig dosierte Präparate rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Das Wichtigste zu H2-Blockern auf einen Blick

  • geeignet bei akuten und längerfristigen Beschwerden;
  • effektive Wirksamkeit bei leichten Beschwerden;
  • nur niedrig dosierte Präparate sind rezeptfrei erhältlich.

Tablette, Kautablette oder Magen Gel? Die richtige Anwendung

PPI und H2-Blocker werden als Tabletten oder Kapseln angeboten, die möglichst mit viel Wasser einzunehmen sind. Im Gegensatz dazu stehen Antazida wie z. B. RIOPAN als Kautablette oder als Magen Gel zur Verfügung. Zu beachten ist dabei, dass Kautabletten vor dem Schlucken – wie der Name schon sagt – gründlich durchgekaut werden sollten. Denn nur dann können sie effektiv wirken.

Entscheiden Sie sich für ein Magen Gel, sollten Sie das Beutelchen vor der Einnahme durchkneten, um den Inhalt zu vermischen. Der Vorteil bei gelartigen Arzneien ist die wohltuende Wirkung auf die Speiseröhre. Denn die Flüssigkeit verteilt sich bereits bei der Einnahme wie ein Schutzfilm auf der Speiseröhrenschleimhaut. Grundsätzlich wirkt aber jedes Produkt zuverlässig.

Probieren Sie selber aus und wählen Sie nach Ihren Vorlieben! Lesen Sie dabei jedoch grundsätzlich die Hinweise auf dem Beipackzettel. Weiterhin sollten Sie unbedingt ärztliche Hilfe suchen, wenn sich die Symptome nach 2- bis maximal 4-wöchiger Selbstmedikation nicht bessern oder sich sogar verschlimmern.

Wichtig für Sie

Antazida, PPI und H2-Blocker sind vollständig oder teilweise rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und eignen sich für die Selbstmedikation. Dabei gibt es verschiedene Darreichungsformen, wie Tabletten, Kapseln, Kautabletten oder Magen Gele. Grundsätzlich sollten Sie jedoch bei jeder Einnahme auf die Angaben in der Packungsbeilage achten. Weiterhin ist ein Arzt aufzusuchen, wenn sich die Beschwerden nach 2-4 Wochen nicht bessern oder sogar verschlimmern.

Lassen sich Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden nicht mit Hausmitteln oder einer Umstellung von Ernährung und Lebensstil lindern, können Arzneimittel Abhilfe schaffen. Dabei werden die verschiedenen Präparate je nach Stärke und Häufigkeit der Symptome unterschiedlich eingesetzt. Antazida und Schichtgitterantazida eignen sich für Menschen mit leichtem und gelegentlichem Sodbrennen. Sie sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Dahingegen sind Säureblocker wie Protonenpumpenhemmer (PPI) oder H2-Blocker teilweise rezeptpflichtig. Dabei kommen PPI grundsätzlich erst bei stärkeren Beschwerden zum Einsatz. H2-Blocker werden mittlerweile nur noch relativ selten verwendet, z. B. bei leichteren Beschwerden, oder wenn PPI nicht eingenommen werden dürfen.

Generell sind alle Sodbrennen-Mittel zur zeitlich begrenzten Selbstmedikation geeignet. Dabei sind sie in verschiedene Darreichungsformen erhältlich. Wählen Sie nach Ihren Vorlieben aus! Bei allen Präparaten ist jedoch stets auf die Angaben in der Packungsbeilage zu achten. Bessern sich Ihre Beschwerden nach 2-4 Wochen nicht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch, wenn sich die Probleme verschlimmern. Denn nur so können sie langfristig Folgeerkrankungen, wie einer Magenschleimhaut- oder Speiseröhrenentzündung, vorbeugen.

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AutorMEDAHCON, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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