Säurebedingte Magenbeschwerden und Magenschmerzen

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9. August 2018
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Säurebedingte Magenbeschwerden und Magenschmerzen sind vielen Menschen gut bekannt. Besonders häufig treten die Beschwerden nach dem Essen auf, oft in Kombination mit Sodbrennen. Der Alltag der Betroffenen kann dadurch stark eingeschränkt sein. Und auch die Lebensqualität leidet. Denn wer ständig Magenschmerzen befürchtet, kann sein Essen nicht mehr entspannt genießen. Doch wodurch entstehen die Magenschmerzen? Und was können Sie tun, damit Ihnen das Leben wieder schmeckt?

Warum der Magen rebelliert: Ursachen für Magenbeschwerden

Bei ungewohnten Belastungen, wie beispielsweise stark gewürztem oder fettigem Essen, kann der Magen schon einmal an seine Grenzen stoßen. Das liegt daran, dass solche Mahlzeiten den Verdauungsprozess im Magen beeinträchtigen. Sie liegen im wahrsten Sinne des Wortes „schwer im Magen“. Denn die ungewohnten Speisen können nicht so ohne weiteres von der Magensäure und den Verdauungsenzymen im Magensaft gespalten werden. Größere Mengen an Magensäure sind deshalb nötig, damit der Magen seine Funktion erfüllen und die Nahrung zerkleinern kann. In größeren Mengen kann die aggressive Säure jedoch die Magenschleimhaut angreifen und Reizungen hervorrufen. Dies äußert sich dann typischerweise in Magenschmerzen. Aber auch Völlegefühl sowie saures Aufstoßen und Übelkeit können hinzukommen.

Neben einer Magensäureüberproduktion gibt es weitere mögliche Ursachen, beispielsweise

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • eine gestörte Magenbewegung (Motilitätsstörung),
  • ein Reizmagen,
  • Infektionen,
  • Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) sowie
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre.

Treten die Bauchschmerzen häufig nach dem Essen auf, ist die Magensäure vermutlich Ursache für Ihre Beschwerden. Denn eine ungesunde Ernährung, der Genuss von Alkohol, Koffein und Nikotin oder auch Stress führen schnell zu einer Überproduktion. In diesem Fall tritt neben den Magenschmerzen oft auch Sodbrennen auf. Diese säurebedingten Beschwerden können zwar sehr unangenehm und schmerzhaft sein, aus medizinischer Sicht sind sie jedoch glücklicherweise in den meisten Fällen unbedenklich.

Wichtig für Sie

Säurebedingte Magenbeschwerden und Magenschmerzen sind zumeist auf ein Zuviel an Magensäure zurückzuführen. Selten können auch andere Ursachen zugrunde liegen.

Mögliche Folgen von Magenbeschwerden

Befindet sich dauerhaft zu viel Magensäure im Magen, reizt dies die Schleimhäute. Langfristig kann dadurch eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) entstehen. Steigt die Magensäure außerdem bis in die Speiseröhre auf (Reflux), kommt es auch dort zu einer Reizung der Schleimhaut. Sodbrennen kann dann entstehen. Manchmal entzündet sich dabei die Speiseröhre. Dann spricht man von einer Ösophagitis. Auf Dauer sind mit solchen Entzündungen dann auch gesundheitliche Risiken verbunden. Beispielsweise wenn sich daraus Gewebeveränderungen entwickeln. Außerdem können regelmäßig wiederkehrende Beschwerden zu Schlafstörungen führen.

Schlafstörungen durch Magenschmerzen in der Nacht

Säurebedingte Magenbeschwerden und Magenschmerzen treten oft auch nachts auf. Viele Betroffene empfinden die Beschwerden dann als besonders schlimm. Schlafstörungen und Schlaflosigkeit können die Folge sein. Doch wie kommt es dazu?

Beim Zubettgehen kommen wir zur Ruhe. Die Ablenkung durch Alltagsbeschäftigungen fällt weg und der eigene Körper wird vermehrt wahrgenommen. Und auch Schmerzen spüren wir dadurch deutlicher. Außerdem läuft die Verdauung nachts grundsätzlich langsamer ab. Ein opulentes Abendessen liegt deshalb besonders lange wie ein Stein im Magen. Durch die vermehrte Magensäureproduktion und den Druck des Essens auf den Magen kommt es dann schnell zu Schmerzen. Liegen Sie bevorzugt in Bauchlage, erhöht dies den Druck auf den Magen zusätzlich. Dadurch können sich auch die Magenbeschwerden verschlimmern.

Und auch wer generell zum abendlichen Grübeln neigt, kann davon Magenschmerzen bekommen. Denn gerade vor dem Einschlafen wälzen viele Menschen Ihre Probleme. Die psychischen Belastungen können dann nächtliche Magenschmerzen hervorrufen.

Leiden Sie öfter an Schlafstörungen durch nächtliche Magenschmerzen, dann sollten Sie

  • spätestens 3-4 Stunden vor dem Zubettgehen essen,
  • ein gut bekömmliches Abendessen auswählen und
  • bevorzugt in Rücklage mit erhöhtem Oberkörper schlafen.

Ferner kann auch eine Wärmflasche oder ein verdauungsfördernder Kräutertee angenehm sein und die Beschwerden lindern.

Wichtig für Sie

Dauerhafte Magenschmerzen können gesundheitliche Folgen haben. So können zum Beispiel Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre sowie Schlafstörungen entstehen und den Betroffenen das Leben schwer machen.

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Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Ärztlicher Rat ist nötig, wenn sich längerfristig keine Besserung einstellt oder sich Ihre Beschwerden sogar verschlimmern. Dies gilt insbesondere bei starken oder länger als 7 Tage anhaltenden Magenschmerzen sowie regelmäßig auftretenden Beschwerden. Suchen Sie in diesem Fall zunächst Ihren Hausarzt auf. Denn er kann abklären, ob den Beschwerden eine akute Erkrankung zugrunde liegt.

Weitere Gründe für einen sofortigen Arztbesuch sind außerdem Alarmsymptome wie

  • Schluckbeschwerden,
  • starke und unbeabsichtigte Gewichtsabnahme,
  • Bluterbrechen,
  • schwarzer Stuhl,
  • schwere Symptome,
  • heftige Krämpfe.

Wichtig für Sie

Säurebedingte Magenbeschwerden und Magenschmerzen sind in der Regel nicht gefährlich. Bei häufigen Bauchschmerzen sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen. Dies gilt zudem auch, wenn Sie neben Magenschmerzen zusätzlich auffällige Alarmsymptome bei sich wahrnehmen.

Säurebedingte Magenbeschwerden und Magenschmerzen sind häufig auf eine Magensäureüberproduktion zurückzuführen. Dabei sind die Beschwerden zwar oft unangenehm, aus medizinischer Sicht jedoch in der Regel ungefährlich. Dauerhafte Bauchschmerzen können jedoch ernsthafte Folgen haben, wie Magengeschwüre oder Schlafstörungen. Zur Behandlung von säurebedingten Magenbeschwerden und Magenschmerzen ist zunächst einmal die Umstellung von Ernährung und Lebensstil sinnvoll. Außerdem können rezeptfrei erhältliche Medikamente, beispielsweise Schichtgitterantazida, akute Beschwerden schnell und effektiv lindern. Helfen diese Maßnahmen jedoch nicht oder sind die Beschwerden sehr stark, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

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AutorMedhacon, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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