Behandlung bei Reflux: was hilft?

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30. April 2019

Reflux-Symptome können mit verschiedenen Arzneimitteln behandelt werden. Zum Beispiel mit Antazida oder Protonenpumpenhemmern. Und auch eine gesunde Lebensweise sowie gezielte Verhaltensmaßnahmen bringen Besserung. Helfen Medikamente und Verhaltensänderungen jedoch nicht, kann auch eine Anti-Reflux-Operation in Frage kommen. Hier erfahren Sie, welche Reflux Behandlung hilft und wann eine Anti-Reflux-Operation sinnvoll sein kann.

Welche Medikamente helfen bei Refluxbeschwerden wie Sodbrennen?

Reflux-Symptome wie gelegentliches Sodbrennen, z. B. nach einem reichhaltigen Essen, kann man einfach und schnell in den Griff bekommen. Unter anderem mit Antazida.

Antazida

Diese Säurebinder neutralisieren die aggressive Magensäure. Dabei greifen sie jedoch nicht in den Prozess der Magensäureproduktion ein. Gut eignen sich Schichtgitterantazida. Zu den Wirkstoffen mit dieser Gitterstruktur zählt Magaldrat. Es ist in RIOPAN enthalten und neutralisiert im Gegensatz zu herkömmlichen Antazida nicht die gesamte Magensäure. Lediglich das schädliche Zuviel wird gebunden. Die Magenfunktionen der Verdauung und der Keimabwehr werden nicht gestört. Schichtgitterantazida wie RIOPAN lindern Sodbrennen effektiv und schonend.

Protonenpumpenhemmer

Bei stärkeren oder häufigeren Reflux-Beschwerden können andere Medikamente gefragt sein, z. B. Protonenpumpenhemmer. Diese Präparate werden als Protonenpumpeninhibitoren, kurz PPI, bezeichnet. Sie greifen im Gegensatz zu den Antazida in die Magensäureproduktion ein und blockieren diese. So sorgen diese Säureblocker dafür, dass der Magen grundsätzlich weniger Säure produziert. Bis die volle Wirkung der PPI eintritt, dauert es länger als bei den sofort wirksamen Antazida. Aber mit PPI wie beispielsweise Pantozol Control® bessern sich auch starke Beschwerden meist schon nach einem Tag.

H2-Blockern

Das Reflux-Symptom Sodbrennen wird manchmal auch mit H2-Blockern behandelt. Ebenso wie PPI sind sie Säureblocker. Der Wirkmechanismus ist allerdings unterschiedlich. Denn die H2-Blocker hemmen nicht die Produktion der Magensäure, sondern ihre Abgabe in den Magen. Dabei ist die Wirkung etwas schwächer als die der PPI. Deshalb sind die H2-Blocker zumeist das Mittel zweiter Wahl, wenn PPI nicht vertragen werden.

Zur Reflux-Behandlung des Symptoms Sodbrennen stehen verschiedenen Medikamenten zur Verfügung. Aber sowohl Säurebinder als auch Säureblocker lindern lediglich die Beschwerden. Die Ursache des Sodbrennens beheben sie nicht. Wenn Ihre Reflux-Beschwerden sich trotz Einnahme von Medikamenten nach 14 Tagen nicht gebessert haben, suchen Sie Ihren Arzt auf, um die Ursache festzustellen.

Wann ist eine Anti-Reflux-Operation sinnvoll?

Eine Anti-Reflux-Operation (Fundoplikatio) wird nur in bestimmten Fällen durchgeführt, nämlich wenn

  • die Einnahme von Medikamenten langfristig nicht den gewünschten Erfolg bringt,
  • die Sodbrennen-Mittel nicht vertragen werden
  • junge Menschen nicht ständig auf Medikamente angewiesen sein wollen

Beim Eingriff wird der obere Magenteil um das untere Ende der Speiseröhre herumgewickelt und daran befestigt. Dadurch soll der Speiseröhrenschließmuskel gestärkt und Reflux verhindert werden. Die Operation findet dabei zumeist minimalinvasiv statt. Das bedeutet, dass die Operation durch einen ganz kleinen Schnitt in der Bauchhöhle erfolgt und später nur eine kleine Narbe bleibt.

Nach der erfolgreichen Anti-Reflux-Operation benötigen die Menschen meistens weniger Medikamente. Vollständig auf Medikamente verzichten können sie jedoch in der Regel nicht.

Mögliche Nachteile der Anti-Reflux-Operation

Wie jede Operation ist auch die Fundoplikatio mit Risiken verbunden. Häufig kommt es nach dem Eingriff zu leichten Beschwerden wie

  • Blähungen,
  • vermehrtem Aufstoßen und
  • Schluckbeschwerden.

In seltenen Fällen treten auch schwerwiegende Komplikationen auf. Dazu zählen Blutungen, Organverletzungen und Infektionen. Aufgrund dieser Risiken ist eine Fundoplikatio bei älteren Menschen generell nicht empfohlen.

Wichtig für Sie

In einer Anti-Reflux-Operation wird der Speiseröhrenschließmuskel verstärkt, um Reflux entgegenzuwirken. Diese Operation wird aber nur in bestimmten Fällen erwogen, beispielsweise bei Patienten, bei denen Medikamente nicht ausreichend wirken oder die Medikamente nicht vertragen. Allerdings ist der Eingriff mit gewissen Risiken und unerwünschten Nebenwirkungen verbunden. Für ältere Menschen ist diese Behandlungsoption deshalb nicht geeignet.

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Wie können Sie Ihren Magen bei einer Reflux-Behandlung unterstützen?

Mit einigen geeigneten Maßnahmen können Sie selber Ihren Magen zusätzlich unterstützen. Dadurch werden die Beschwerden auf Dauer weniger. Und im besten Fall verringert sich auch der Medikamentenverbrauch. Für eine wirkungsvolle Entlastung des Magens müssen Sie aber erst einmal die Auslöser für Ihre Reflux-Beschwerden kennen. Achten Sie deshalb darauf, welche Nahrungsmittel Sie schlecht vertragen. Haben Sie die Übeltäter dann identifiziert, besteht die erste Maßnahme im konsequenten Vermeiden dieser Lebensmittel. Zusätzlich sollten Sie auch

  • fett- und zuckerreiche Speisen,
  • scharfe Gewürze,
  • Alkohol, Koffein und Nikotin sowie
  • kohlensäurehaltige Getränke

meiden. Denn diese Lebensmittel können Sodbrennen verstärken. Weiterhin kann auch Übergewicht Sodbrennen fördern. Versuchen Sie deshalb, überflüssige Kilos loszuwerden. Beispielsweise durch eine kalorienarme, ausgewogene Ernährung und viel Bewegung. Langfristig entlasten Sie damit Ihren Magen und die Verdauung.

Hilfreiche Tipps für eine erfolgreiche Reflux-Behandlung

Neben dem Vermeiden schlecht verträglicher Lebensmittel und Abnehmen gibt es weitere Tipps, um Sodbrennen und saurem Aufstoßen entgegenzuwirken.

  • Ersetzen Sie die 3 großen Hauptmahlzeiten durch mehrere kleine, leicht verdauliche Speisen.
  • Mit gezielten Atemübungen können Sie den Magen stärken und so Reflux verringern.

Und wenn Sie vor allem nachts von Sodbrennen geplagt werden:

  • Nehmen Sie die letzte Mahlzeit am Abend 3 – 4 Stunden vor dem Zubettgehen zu sich.
  • Lagern Sie den Oberkörper zum Schlafen hoch.

Eine Erfolgsgarantie gibt es bei all diesen Maßnahmen zur Reflux-Behandlung leider nicht. Schließlich leiden auch sehr schlanke und gesund lebende Menschen unter Sodbrennen und Reflux. Allerdings lohnen sich diese Verhaltensänderungen dennoch. Denn Gesundheit und Wohlbefinden werden gestärkt.

Wichtig für Sie

Mit gezielten Maßnahmen können Sie Ihren Magen entlasten und Sodbrennen reduzieren. Wichtig ist zum Beispiel, dass Sie Lebensmittel meiden, die Sie schlecht vertragen, Übergewicht reduzieren und am Abend nicht zu spät essen.

Zusammenfassung

Die Behandlung von Refluxbeschwerden hängt von Häufigkeit und Stärke ab. Bei gelegentlichem Sodbrennen und saurem Aufstoßen haben sich Schichtgitterantazida wie RIOPAN gut bewährt. Dieser Säurebinder neutralisiert gezielt das Zuviel an Magensäure. Stärkere oder häufigere Beschwerden werden hingegen meist mit Protonenpumpenhemmern behandelt. Dazu zählt zum Beispiel Pantozol Control®. Es hemmt als sogenannter Säureblocker die Magensäureproduktion. Zu den Säureblockern gehören auch die H2-Blocker. Diese können ebenfalls zur Linderung von Sodbrennen eingesetzt werden.
In seltenen Fällen kann eine Anti-Reflux-Operation sinnvoll sein, um den Reflux zu beseitigen. Beispielsweise, wenn Medikamente nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Allerdings ist dieser Eingriff mit gewissen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Für ältere Menschen ist er deshalb nicht empfehlenswert. Zusätzlich zu den genannten Behandlungen ist es wichtig, den Magen zusätzlich zu entlasten. Meiden Sie deshalb schlecht verträgliche und Sodbrennen fördernde Lebensmittel und reduzieren Sie Übergewicht.

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AutorMEDAHCON, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

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