Ernährung bei Sodbrennen: was kann ich noch essen?

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20. Juli 2016

Bestimmte Nahrungsmittel können die Magensäureproduktion ankurbeln und Sodbrennen fördern. Entstehen dann Beschwerden, genügen oftmals zu deren Linderung eine bewusste Ernährung und das gezielte Meiden bestimmter Lebensmittel. Doch was kann man beim Lieblingsitaliener oder auf der gemütlichen Familienfeier essen, wenn man zu Sodbrennen und Reflux neigt? Damit Ihnen das Leben wieder schmeckt, finden Sie hier Tipps zur „richtigen“ Ernährung bei Sodbrennen.

Der Zusammenhang von Ernährung, Magensäure und Sodbrennen

Zur Verdauung unseres Essens produzieren die sogenannten Belegzellen im Magen die Magensäure. Dabei regen manche Nahrungsmittel die Säureproduktion stärker an als andere. Beispielsweise kommt es nach dem Genuss von sehr üppigen, fettigen oder süßen Speisen häufiger zu Sodbrennen. Für deren Verdauung wird viel Magensaft benötigt, sodass der Magen mehr davon produziert und übersäuern kann. Nach dem Genuss dieser Sodbrennen-fördernden Lebensmittel treten deshalb häufig Symptome auf wie

Manchmal gelangt Säure in die Speiseröhre und führt zu unangenehmem Speiseröhrenbrennen. Denn die Speiseröhrenschleimhaut besitzt anders als die Magenschleimhaut keine schützende Schleimschicht und ist der Säure somit schutzlos ausgeliefert. Damit der saure Mageninhalt nicht in die Speiseröhre aufsteigt, sind Speiseröhre und Magen durch einen Schließmuskel voneinander getrennt. Allerdings wirken sich manche Nahrungsmittel negativ auf den Schließmuskel aus und er kann erschlaffen.

Wichtig für Sie

Sodbrennen kann entstehen, wenn der Magen übersäuert ist oder Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Dies kann nach einem opulenten Essen der Fall sein oder wenn infolge falscher Ernährung zu viel Magensäure gebildet wird.

Falsche Ernährung bei Sodbrennen: um diese Speisen sollten Sie einen Bogen machen

Zu den typischen Sodbrennen-fördernden Lebensmitteln, auf die Sie nach Möglichkeit verzichten sollten, zählen sogenannte Säurelocker wie

  • sehr fettige Speisen (z.B. Frittiertes oder Paniertes),
  • stark gewürzte Mahlzeiten,
  • Süßspeisen,
  • sehr üppiges Essen sowie
  • Genussmittel wie Koffein, Alkohol und Nikotin.

Das hört sich spaßfrei an? Keine Sorge, Sie müssen nicht alle Leibspeisen von Ihrem Speiseplan streichen und bei Sodbrennen strenge Diät halten! Denn jeder Mensch reagiert anders auf unterschiedliche Lebensmittel. Während dem einen die Pommes sauer aufstoßen, verträgt der andere keinen Kaffee. Finden Sie für sich heraus, was Sie gut vertragen und was nicht.

Wenn Sie unsicher sind, welche Nahrungsmittel bei Ihnen Sodbrennen auslösen, hilft Ihnen das Führen eines Sodbrennen-Tagebuchs.

Damit erhalten Sie einen optimalen Überblick über Ihr Ernährungsverhalten und können Übeltäter schneller entlarven und meiden.

Außerdem können Sie viele Speisen bekömmlicher zubereiten, zum Beispiel durch

  • das Verwenden von Milch statt Sahne in der Soße,
  • eine fettarme Zubereitung in einer beschichteten Pfanne oder
  • den Einsatz natürlicher Süße aus Obst anstatt Industriezucker.

Ganz bestimmt werden Sie bemerken, dass Sie auf viele der für Sie schlecht verträglichen Lebensmittel und Säurelocker locker verzichten können. Und das dankt Ihnen nicht nur der Magen, sondern oftmals auch die Waage!

Getränke bei Sodbrennen

Übrigens können Sie nicht nur bei der Auswahl der Lebensmittel, sondern auch durch eine clevere Getränkewahl punkten. Denn Zucker, (Kohlen)Säure, Koffein oder Alkohol in Getränken können den Magen belasten. Probieren Sie aus, was Ihnen bekommt! Und wenn Sie das ein oder andere Getränk nicht vertragen, gibt es noch folgende Optionen:

  • Magenfreundliche Alternativen zu Softdrinks und Sprudelwasser sind milde Obstsäfte und Wasser mit wenig oder ohne Kohlensäure. Gute Durstlöscher sind Kräutertees.
  • Wenn Sie gerne Kaffee trinken: Probieren Sie säurearme Zubereitungen wie Espresso oder Cappuccino statt des üblichen Filterkaffees.
  • Last but not least: Meiden Sie Alkohol.

Und wenn es doch einmal ein „Gläschen in Ehren“ sein soll? Wählen Sie ein magen­freundliches Getränk und genießen Sie in Maßen.

Häufig wird Milch als Hausmittel gegen Sodbrennen empfohlen. Mittlerweile glaubt man allerdings, dass Kuhmilch bei einigen Menschen Sodbrennen fördert. Haben Sie das Gefühl Kuhmilch nicht gut zu vertragen, trinken sie in diesem Fall besser gut bekömmliche Mandelmilch.

Grundsätzlich ist kurzfristiger Stress erst einmal nichts Schlimmes. Im Gegenteil, er kann sich auch positiv auswirken und für einen begrenzten Zeitraum die Leistungsfähigkeit erhöhen. Steht der Körper allerdings permanent unter Druck, kann sich der Normalzustand nicht mehr einstellen. Darunter leiden dann Körper und Seele.

Wichtig für Sie

Viele Menschen reagieren auf süße, fettige oder stark gewürzte Speisen mit Sodbrennen. Möchten Sie auf manche leckeren Gerichte nicht verzichten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diese magenfreundlich zuzubereiten. Finden Sie heraus, was Ihnen auf den Magen schlägt und was Sie guten Gewissens genießen können. Das gilt auch für Getränke!

Magenfreunde: das vertragen viele Menschen gut!

Wer von Sodbrennen betroffen ist, muss nicht auf alle leckeren Gerichte und Lebensmittel verzichten! Sie müssen weder der „Miesepeter“ am Tisch sein, der lustlos im Essen stochert, noch müssen Sie hilflos das lästige Brennen ertragen. Denn eine leckere und genussvolle Ernährung ist auch bei Reflux und säurebedingten Magenbeschwerden, beispielsweise aufgrund einer Gastritis, möglich. Wichtig ist vor allem, dass Sie diejenigen Lebensmittel auswählen, die Ihnen guttun. Gut verträglich sind in der Regel

  • basische Gemüsesorten wie Kartoffeln, Blumenkohl, Brokkoli und Möhren,
  • milde Obstsorten, z. B. Bananen, Birnen oder milde Apfelsorten,
  • fettarme Speisen sowie
  • mageres Fleisch.

Und manche Lebensmittel gelten sogar als Hausmittel gegen Sodbrennen. Dazu zählen neben Kartoffeln zum Beispiel

  • Reis,
  • Mandeln,
  • bestimmte Gewürze und Kräuter (z. B. als Kräutertees oder Speisewürze) sowie
  • Leinsamen

Viele dieser Nahrungsmittel können Sie ganz einfach in Ihren Speiseplan einbauen. Außerdem sollten Sie generell auf eine schonende Zubereitung des Essens achten. So ist Gekochtes oder Gedünstetes besser verträglich als Gebratenes oder Gegrilltes. Versuchen Sie es! Sie werden sehen, wie viel man mit kleinen Veränderungen erreichen kann. Sie wollen mehr wissen? Weitere Tipps haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Wichtig für Sie

Viele Lebensmittel sind gut verträglich und natürliche Helfer im Kampf gegen Sodbrennen und Reflux, weil wenig Magensäure für ihre Verdauung benötigt wird oder sie die Magensäure unschädlich machen. Essen Sie viel gekochtes Gemüse und säurearmes Obst. Entdecken Sie außerdem die natürliche Kraft von Hausmitteln, wie z. B. bestimmte Kräuter.

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Tipps: was Sie noch tun können, um Sodbrennen zu vermeiden

Neben einer magenfreundlichen Ernährung sind oftmals Verhaltensänderungen im Kampf gegen die Beschwerden hilfreich. Ein magenfreundliches Essverhalten mit Zeit und Ruhe zum Genießen tut Ihnen gut und kurbelt die Magensäureproduktion nicht unnötig an. Und wenn Sie einmal dabei sind: Kauen Sie gründlich. Denn das unterstützt nicht nur den Magen bei der Arbeit, sondern macht auch schneller satt. Außerdem können Sie mit

  • dem Verzehr mehrerer kleinerer statt 3 großer Mahlzeiten,
  • einem Spaziergang nach dem Essen,
  • leichter Kost am Abend sowie
  • dem Schlafen mit erhöhtem Oberkörper

das Risiko für Sodbrennen und Reflux verringern. Säurebedingte Magenbeschwerden, z. B. aufgrund einer Gastritis, können sich mit der Kombination aus geeigneter Ernährung und angepasstem Verhalten bessern.

Weitere Risikofaktoren zur Entstehung von Sodbrennen

Neben Lebensmitteln gibt es weitere Ursachen für Sodbrennen, wie Übergewicht und Stress. Zu den Sodbrennen-Kandidaten zählen hauptsächlich Übergewichtige und gestresste Personen. Aber auch andere Menschen können durch Ihre Lebensweise gefährdet sein. Hören Sie in sich hinein: Könnte es sein, dass Sie ein Problemesser sind, der kleine und große (Alltags-)Sorgen mit wahllosem „Essen-in-sich Hinein­stopfen“ löst?

Weiterhin ist Sodbrennen in der Schwangerschaft ein großes Thema, weil das wachsende Kind auf den Magen drückt und Mageninhalt deshalb schneller in die Speiseröhre gelangt. Tipps gegen das lästige Brennen speziell für Schwangere finden Sie hier.

Wenn Sie zu den Sodbrennen-Kandidaten gehören, sind neben einer Umstellung der Ernährung je nach Ursache auch weitere Maßnahmen zur Linderung von Sodbrennen nötig, wie

  • die Reduktion von Übergewicht,
  • Stressabbau und
  • ein maßvolles Essverhalten.

Wie Sie sehen, können viele Lebensumstände Sodbrennen fördern. Aber es gibt ebenso viele praktische Tipps, wie Sie Sodbrennen lindern oder vorbeugen können. Und im Notfall helfen sogenannte Antazida, wie beispielweise RIOPAN.

Wichtig für Sie

Bestimmte Personengruppen zählen zu den Sodbrennen-Kandidaten, wie

  • Übergewichtige,
  • gestresste Menschen,
  • Problemesser und
  • Schwangere

Bei ihnen sind neben der richtigen Ernährung weitere Maßnahmen zur Bekämpfung von Sodbrennen und Reflux wichtig.

Zusammengefasst: Sodbrennen ist ein oft schmerzhaftes Anzeichen dafür, dass der Magen übersäuert ist oder Magensäure in die Speiseröhre gelangt (Reflux). Da Lebensmittel dabei eine entscheidende Rolle spielen können, ist die richtige Ernährung in diesem Fall wichtig. Meiden Sie vor allem fettige, süße und scharf gewürzte Speisen. Gekochtes Gemüse und säurearme Obstsorten sind hingegen in der Regel gut verträglich. Zudem gibt es viele bewährte Haus­mittel wie Kartoffeln, Mandeln und Kräuter, die Ihnen Linderung verschaffen können. Aber auch die bewusste Getränkeauswahl trägt wesentlich zu Ihrem Wohlbefinden bei. Da nicht alle Menschen gleich auf einzelne Nahrungsmittel reagieren, finden Sie für sich selber heraus, was Sie gut vertragen und um welche Lebensmittel Sie besser einen großen Bogen machen. Dies geht am einfachsten mit dem Führen eines Sodbrennen-Tagebuchs. Neben einer angepassten Ernährung sind für einige Personengruppen weitere Maßnahmen zur Linderung von Sodbrennen und Reflux nötig, beispielsweise bei Sodbrennen-Kandidaten wie Übergewichtigen oder gestressten Personen.

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AutorMEDAHCON, Medical Writer
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Medical AdvisorDR. KADE, Leiterin Medical Affairs

Sodbrennen kann unterschiedliche Ursachen haben, die dazu führen, dass Magensäure in die Speiseröhre gelangt.

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